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Siemens nach den Zahlen: Das ist viel mehr als ein Strohfeuer

Quelle: www.siemens.com/presse

Als Siemens (WKN:723610) am 26.1. seine Quartalszahlen präsentierte, waren die Aktionäre begeistert: Der Elektrokonzern gehörte zu den großen Tagesgewinnern. Am Folgetag notierte die Aktie schon wieder etwas schwächer. Diese Gewinnmitnahmen sollten uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Impuls den Anfang eines nachhaltigen Aufwärtstrends darstellen könnte.

Mehrere Gründe sprechen dafür: die Segment-Performance, die jüngsten Portfoliomaßnahmen sowie die Bewertung und der Vergleich mit General Electric (WKN:851144).

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Die Segment-Performance

In der Vergangenheit war es ein großes Problem von Siemens, dass die Bayern immer ein Problemkind im Portfolio hatten. Lief die Gesundheitssparte gut, schrieb das Schienenverkehrsgeschäft Verluste, lief dieses gut, gab es Schwierigkeiten im Energiegeschäft. Auf diese Weise gelang es praktisch nie, insgesamt die eigenen Ansprüche an die Profitabilität zu erfüllen.

Auch aktuell gibt es einige Herausforderungen:

  • Die Profitabilität des Windkraftgeschäfts wurde über mehrere Quartale hinweg dadurch beeinträchtigt, dass eine größere Anzahl von Lagern und Rotorblättern ausgetauscht oder repariert werden musste. Gleichzeitig ist der Umsatz zurückgegangen.
  • Das mittels teurer Akquisitionen gestärkte Energiegeschäft leidet immer noch unter der Schwäche der Öl&Gas-Branche, die Profitabilität ist unzureichend.
  • Rund um die Automatisierungstechnik läuft es nicht ganz rund, vor allem weil aus dem Rohstoffsektor Aufträge ausblieben.
  • Im Segment Energy Management stagniert der Umsatz und die Gewinnmarge liegt noch nicht dort, wo das Management sie gerne hätte.

Das Gute ist, dass alle vorgenannten Punkte sich in den kommenden Quartalen zum Positiven wenden könnten:

  • Die Materialprobleme bei den Windmühlen sind nun offenbar endlich gelöst und mit dem Anlauf der neuen 7-MW-Offshore-Turbine sollten sich Umsatz und Gewinn wieder positiv entwickeln. Beim Auftragseingang zeigt der Trend bereits steil nach oben, gerade diese Woche erhielt Siemens den Zuschlag beim ersten finnischen Offshore-Projekt.
  • Mit einem Megaauftrag aus Ägypten hat die Power & Gas Division ihr Auftragsbuch gut aufstocken können. Gleichzeitig nimmt das margenstarke Service-Geschäft eine immer wichtigere Rolle ein. Sollte der Ölpreis sich wieder auf normalen Niveaus einpendeln, winken weitere Großaufträge.
  • Bei der Industrieautomatisierung treibt Siemens gerade ein Innovationsprogramm voran, welches schon bald Früchte tragen sollte. Als Weltmarktführer mit starken Partnern im Team kann der Konzern beim Thema Industrie 4.0 eine starke Rolle spielen.
  • Der Bereich Übertragungsnetze war bereits im letzten Quartal sehr erfolgreich. Da das Thema Smart Grid, also intelligent aufgerüstete Stromnetze, im Zuge der Energiewende immer mehr an Fahrt gewinnt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Segment Energy Management wieder zu den Gewinnern gehört.

Die Profitabilität der anderen Segmente ist bereits auf einem sehr ansprechenden Niveau, herausragend dabei sind der IT-lastige Bereich Digital Factory und die Sparte für Gesundheitstechnik.

Überraschend ist die Stärke von Mobility, wo riesige Aufträge hereingenommen wurden und beim Infrastrukturgeschäft hochprofitabel gewirtschaftet wurde. Siemens wird meiner Einschätzung nach in den kommenden Jahren auch ein gewichtiges Wörtchen bei der Elektrifizierung der Antriebsstränge von Fahrzeugen jeder Größe und Art mitreden, sodass die Perspektiven weiterhin ausgezeichnet sind.

Die jüngsten Portfoliomaßnahmen

CEO Joe Kaeser hat einen klaren Rahmen dafür entwickelt, was die Kernkompetenzen des Konzerns sind und darauf aufbauend, welche Unternehmen sich als Zukäufe eignen und welche Randbereiche veräußert werden sollten. Auf diese Weise gelang eine konsequente Weiterentwicklung des Portfolios an Aktivitäten.

Alles, was sich an Konsumenten richtet, wurde ausgegliedert, zuletzt die Haushaltsgeräte an Bosch und die Hörgeräte an einen Investor. Übrig bleiben nur noch Geschäfte, die auf der traditionellen Elektro- und Maschinenbau-Kompetenz aufbauen und sich gleichzeitig an Unternehmen oder öffentliche Institutionen richten.

Das sowieso bereits äußerst erfolgreiche Software-Geschäft wird aktuell durch die Übernahme des Marktführers für komplexe Strömungssimulationen gestärkt. Die Lösungen von CD-adapco werden weltweit von Tausenden Experten genutzt, um bessere Produkte in kürzerer Zeit zu entwickeln. Die Investition von 970 Mio. USD dürfte sich langfristig rentieren.

Die Bewertung

Ob Umsatz, Mitarbeiter oder Forschungsausgaben, Siemens reicht in nahezu jeder Hinsicht an seinen amerikanischen Hauptkonkurrenten General Electric heran oder übertrifft ihn sogar. Beide gleichen sich auch immer mehr bei der geographischen Verteilung ihrer Produktionsbasis an, nachdem sie in den letzten beiden Jahren in der jeweils anderen Heimatregion große Zukäufe getätigt haben.

Bei der Börsenbewertung liegen die beiden hingegen noch meilenweit auseinander. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 80 Mrd. EUR befindet sich Siemens eher im Mittelfeld der globalen Technologiekonzerne, während GE mit seiner dreifach so hohen Bewertung klar zur Spitzengruppe zählt.

Statt auf die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten konzentrieren sich die Anleger offenbar eher auf die noch bestehenden Problemfelder und erwarten lediglich, dass Siemens das aktuelle Niveau einigermaßen halten kann. Rechnet man das Nettoeinkommen des aktuellen Quartals in Höhe von 1,6 Mrd. EUR hoch, kommt man bei einer beabsichtigten Ausschüttung von 40-60 % beim aktuellen Kurs (27.1.) auf eine Dividendenrendite von rund 4 %.

Sobald sich die Sichtweise der Anleger ändert, sollten sich die Kurse von GE und Siemens schrittweise näherkommen.

Fazit

Joe Kaeser hat seine Hausaufgaben gemacht. Der Konzern ist nach harter Arbeit nun aussichtsreich aufgestellt. Die traditionellen Geschäfte bringen hohe Erträge und spannende neue Aktivitäten sorgen für Zukunftsfantasie: Industrie 4.0, Elektrofahrzeuge und Smart Grids sind hier nur einige Stichwörter.

Wenn es gelingt, Siemens in dieser Spur zu halten, ist ein deutlicher Anstieg des Börsenkurses nach meiner Einschätzung unausweichlich.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool besitzt Aktien der General Electric Company.

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