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VW: Das Problem, das Müller lösen muss

Foto: Pixabay, Mahal

Der neue Chef von VW (WKN:766400), Matthias Müller erntete harsche Kritik nach seinem verpatzten Interview letzte Woche in den USA.

Aber anscheinend läuft er nicht Gefahr, seinen Job zu verlieren, zumindest noch nicht. Ein VW-Sprecher sagte Bloomberg, der Aufsichtsrat stütze Müller nachdem man sich diese Woche mit ihm getroffen hatte.
Das ist nicht überraschend, aber selbst der Vorstand von VW wird sich Sorgen machen, da der Druck auf die Wolfsburger immer größer wird.

Eine harte Woche für Müller

Bei seinem ersten Besuch in den USA als VW-Chef hat er sich zumindest keine neuen Freunde gemacht. Nach einigen deplatzierten Bemerkungen bei einem Medienevent, verhaspelte er sich bei einem Interview mit NPR derart, dass er abzustreiten schien, dass VW das Gesetz absichtlich gebrochen habe. Daraufhin baten die PR-Leute von VW den Sender, das Interview zu wiederholen.

VW-CEO MATTHIAS MUELLER SPRACH LETZTE WOCHE VOR JOURNALISTEN IN DETROID. BILDQUELLE: VOLKSWAGEN.

VW-CEO MATTHIAS MUELLER SPRACH LETZTE WOCHE VOR JOURNALISTEN IN DETROIT. BILDQUELLE: VOLKSWAGEN.

Dieser Bitte wurde stattgegeben und beim zweiten Anlauf lief es doch gleich deutlich besser. Aber es verdeutlichte ein ums andere Mal, dass VW selbst Monate nach dem Ausbruch des Skandals immer noch nach Antworten ringt.

VW hat bereits zugegeben, etwa 11 Millionen Dieselfahrzeuge auf der ganzen Welt verkauft zu haben, die mit einer Manipulationssoftware ausgestattet war. Diese aktiviert das Emissionskontrollsystem nur, wenn es Testbedingungen erkennt. Beim normalen Fahrbetrieb stoßen die Fahrzeuge deutlich mehr Schadstoffe aus, als nach den Gesetzen in vielen Ländern erlaubt ist, darunter auch in den USA.

Inzwischen hat das Unternehmen mit den Rückrufen in Europa begonnen. Aber die amerikanischen Regulierungsbehörden, die nach den strengeren Standards des Clean Air Act arbeiten, haben die Pläne von VW zurückgewiesen, um die etwa 500.000 betroffenen Fahrzeuge in den USA zu reparieren. Daher wird vermutet, dass die EPA und die kalifornischen Behörden VW dazu zwingen werden, einige oder sogar alle betroffenen Fahrzeuge zurückzukaufen, was in die Milliarden gehen könnte.

Müller hat viele Veränderungen vorgenommen, aber VW verliert trotzdem an Boden
Seit seinem Amtsantritt hat Müller viel getan. Er hat die Führung teilweise ausgetauscht, den Produktentwicklungsprozess neu aufgestellt und eine umfangreiche Untersuchung in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wer und was für die Schummelsoftware verantwortlich ist, die das Unternehmen in die Krise gestürzt hat. Ein Bericht dazu soll bei der jährlichen Aktionärsversammlung im April vorgestellt werden.

Im Dezember engagierte VW Kenneth Feinberg, den Anwalt, der die Entschädigungszahlungen für die Opfer der defekten Zündungen von General Motors (WKN:A1C9CM) abgewickelt hatte, um ein ähnliches Programm für die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge von VW aufzulegen. Aber bisher ist unklar, was der Fonds abdecken wird oder wer Ansprüche anmelden kann.

In der Zwischenzeit haben auch die Verkäufe von VW eine Delle abbekommen – und zwar nicht nur in den USA. Nach Jahren des Wachstums, um der weltgrößte Autobauer zu werden, fielen die Umsätze 2015 auf 9,93 Millionen Fahrzeuge. 2014 hatte man noch 10,14 Millionen Fahrzeuge verkauft und damit Toyota als den weltgrößten Autobauer überholt. (Toyota gibt seine Zahlen für das vergangene Jahr am 5. Februar bekannt).

Was den Aktionären aber mehr Sorgen bereiten sollte, ist, dass das Unternehmen seine Führungsposition im riesigen und so wichtigen chinesischen Markt verloren hat. Die Umsätze fielen 2015 um 3,4 % auf 3,55 Millionen Fahrzeuge, während der langjährige Erzfeind GM ein Plus von 5,2 % auf 3,61 Millionen zu verzeichnen hatte.

Das große Problem, das Müller lösen muss – und zwar bald

Müller hat gerade viele Probleme zu lösen. Aber das vielleicht drängendste ist, mit den US-Behörden Frieden zu schließen. Müller hatte letzte Woche ein Treffen mit der Chefin der EPA, Gina McCarthy, in Washington, aber es bleibt unklar, was – oder ob überhaupt etwas in dieser Besprechung beigelegt wurde.
Der Weg in die Zukunft und damit weg vom Skandal beginnt mit der EPA. Wie Müller dieses Problem lösen wird, wird uns viel über die Zukunftsaussichten von VW sagen.

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Motley Fool empfiehlt General Motors.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 21.01.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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