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3 Gründe, warum Öl kurz vor der Bodenbildung steht

Es ist interessant, was sich in den letzten anderthalb Jahren auf dem Ölmarkt getan hat.
Als die Rohstoffe im Juni 2014 den Höchststand erreicht haben, war noch jeder bullisch. Als der Ölpreis fiel, waren die Investoren überzeugt, dass es sich dabei nur um einen kurzen Rückschlag handeln würde. Sie führten an, wie es 2009 gelaufen war, wie sich der Bedarf der Entwicklungsländer erhöht habe und ihren Glauben daran, dass die OPEC die Produktion drosseln würde, um den Markt zu stabilisieren.

Und genau das Gegenteil ist passiert. Die OPEC hat die Pumpen nicht abgestellt, die USA auch nicht und die Kanadier erst recht nicht. Die angeschlagenen nordamerikanischen Produzenten haben nicht wirklich eine Wahl, denn viele von ihnen stecken so tief in den Schulden, dass sie von diesem mageren Cashflow abhängig sind und einfach gezwungen sind, auch zu diesen Preisen zu verkaufen, nur um überleben zu können.

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Das ist der Hauptgrund, warum immer noch so viel Angebot besteht. Zumindest wurden viele große Ölsandprojekte ausgesetzt, was immerhin ein bisschen dazu beiträgt, den Nachschub zu begrenzen. Die meisten Produzenten machen aber weiter, denn der Großteil der Kosten eines Projektes steht immer am Anfang. Und die Frackingproduzenten freuen sich über die niedrigeren Kosten für Arbeit und Bohrungen, was die Kosten deutlich verringert hat.

Das klingt alles sehr bärisch und das ist auch der Hauptgrund, warum der Ölpreis in den ersten Wochen des neuen Jahres so unter die Räder gekommen ist. Wir sprechen von fast 30 %, wobei Öl zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes bei 26,50 USD pro Barrel gehandelt wurde. Das ist ein Tief, das wir das letzte Mal vor dem Irakkrieg gesehen haben.

In dieser düsteren Situation mag es verrückt erscheinen, aber mir wird langsam klar, dass es nicht mehr viel weiter nach unten gehen kann. Und hier sind drei Gründe, warum wir kurz vor der Bodenbildung stehen.

Die Stimmung

Ich glaube sehr an den Einfluss der Stimmung. Ich denke es ist ein unglaublich unterschätztes Phänomen beim Investieren. Es funktioniert in etwa so: Wenn jeder denselben Trade macht, dieselbe Idee oder Meinung hat, dann ist das genau der richtige Zeitpunkt, um dagegen zu wetten. Wenn jeder meint, dass der Ölpreis weiter fallen wird, dann ist das der richtige Zeitpunkt, um dagegen zu halten.

Hierbei geht es darum, wie man als Investor auf den Ölpreis wetten kann. Ein Beispiel dafür ist Penn West Petroleum (WKN:A1H5YL), ein Unternehmen, das weiterhin Unternehmensteile verkaufen muss. Ansonsten droht die Insolvenz. Selbst wenn der Ölpreis von 26,50 USD auf 40 USD steigen sollte, dann wäre Penn West noch nicht aus dem Schlimmsten raus. Das Unternehmen braucht viel höhere Preise, um seine Schulden zu begleichen.
Ein etwas gesünderer Ölproduzent wäre Baytex Energy (WKN:A1H5TA). Der Vorteil wäre hier, dass keine Schulden zur Rückzahlung fällig werden.

Wenn sich der Ölpreis von diesem Tief nicht wieder erholt, dann bleibt für die Aktionäre von Penn West nur noch die Hoffnung, dass ein größerer Produzent den Wert des Unternehmens erkennen und es kaufen wird. Aber wo ist der Wert, wenn die Preise so niedrig sind?

Produktionskürzungen

Letztes Jahr gab es nicht viele Produktionskürzungen, aber 2016 wird sich das ändern, besonders bei den nordamerikanischen Produzenten. Es gibt Dutzende, die bankrott gehen, wenn es keine wundersame Erholung des Ölpreises gibt.

Ein kanadisches Unternehmen, das meiner Meinung nach in besonders schlechter Verfassung ist, ist Lightstream Resources (WKN:A1WZNU). Das Unternehmen ist mehr als 1,6 Milliarden USD in den roten Zahlen und wird wahrscheinlich die Marke von 150 Millionen USD an operativem Cashflow dieses Jahr nicht erreichen, außer natürlich die Preise steigen stark an. Lightstream produziert zwar sehr günstig, steckt aber zu tief in den Schulden, um daraus einen Vorteil ziehen zu können. Wie Penn West braucht auch Lightstream Hilfe, um überleben zu können.

Die Produktionskürzungen werden Zeit kosten. Aber sie werden kommen.

Terminkontrakte

Der letzte Grund, warum ich glaube, dass wir den Boden erreicht haben, ist, weil uns das die Terminkontrakte sagen.
Im Mai 2016 werden die Futures auf Öl mit 30,23 USD pro Barrel gehandelt. Das ist ein Anstieg von mehr als 14 % verglichen mit dem Tagespreis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels, was auch gleichzeitig der Betrag der Terminkontrakte für Februar ist. Im Juli steigt der Preis auf 32 USD pro Barrel und im Januar 2017 auf fast 35 USD.

Aber was sagt mir, dass die kurzfristig orientierten Trader den Markt dominieren und aus Angst reagieren? Es erklärt, warum es so eine große Kluft zwischen den Preisen der Terminkontrakte im Abstand von nur ein paar Monaten gibt. Selbst wenn diese Futures sich nicht viel bewegen, ist es gut möglich, dass die kurzfristigen Futures einfach auf den Mittelwert steigen werden.

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Dieser Artikel wurde von Nelson Smith auf Englisch verfasst und wurde am 21.01.2016 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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