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5 Profiteure der Energiewende jenseits von Wind und Solar

Bild: Jan Oelker, Nordex

Die Energiewende erfordert außerordentlich hohe Investitionen. Zunächst in die dezentrale Energieerzeugung, aber in der Folge auch in die intelligente Verteilung und Speicherung. Neben der Windkraft-Branche und Solarmodul-Herstellern kann hier eine Vielfalt an Technologieunternehmen profitieren.

Lass uns als Ausgangspunkt einen Blick auf ausgewählte Unternehmen werfen, die aussichtsreich beim Thema Energiewende und Smart Grid (Intelligentes Stromnetz) positioniert sind.

Schneider Electric (WKN:860180)

Unter den großen Elektrokonzernen dürften die Franzosen prozentual am stärksten beim Thema Smart Grid engagiert sein. Sowieso schon stark positioniert im Bereich der Energieverteilungsnetze, hat Schneider Electric in den letzten Jahren zahlreiche bedeutende Technologien integriert, darunter Telvent Smart-Grid-Software und Wonderware Steuerungstechnik.

Aktuell engagiert sich der Konzern in einer Reihe von ambitionierten Smart-Grid-Projekten. Unter anderem werden hier auch Häuser auf drei tropischen Inseln mit Solarzellen und Energiespeichern ausgestattet und koordiniert miteinander vernetzt. Der Fokus liegt jedoch bei der Aufrüstung von kommerziellen Gebäuden, Industrieanlagen und ganzen Stadtvierteln, so genannten Microgrids, damit dort die zum Teil selbst produzierte und gespeicherte Energie optimal verteilt und genutzt werden kann.

Sobald neue Geschäftsmodelle im Strommarkt und variable Stromtarife sich in der Breite durchsetzen, dürfte Schneider Electric ganz vorne dabei sein.

Leclanché (WKN:A1CUUB)

Eine Reihe der früher großen Photovoltaik-Unternehmen versucht heute sein Glück mit Batteriespeicher-integrierten Lösungen. Ganz fokussiert darauf ist das Schweizer Unternehmen Leclanché, welches neben kleineren Speichern für einzelne Wohneinheiten und Büros auch umfassende Microgrid-Lösungen im Portfolio hat.

Bei besonderen Kundenanforderungen wird zudem flexibel das genau passende Batteriepack entwickelt, wobei die Schweizer zwei unterschiedliche Lithium-Ionen-Technologien mit ihren jeweiligen Stärken beherrschen.

So wie es aussieht, ist das bisher noch kleine Unternehmen in den letzten Monaten auf einen starken Wachstumspfad eingeschwenkt. Im Dezember wurden 6,9 Mio. CHF Wachstumskapital eingeworben, eine weitere Kapitalerhöhung um bis zu 30 Mio. steht an. Am 18. Januar die Lieferung eines der weltweit größten Energiespeichersysteme dieser Art nach Kanada verkündet und der Umsatz soll sich dieses Jahr verdoppeln. Mit einem positiven operativen Ergebnis kann jedoch frühestens 2017 gerechnet werden.

Leclanché wird sich sputen müssen, um im anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld seine derzeit gute Positionierung verteidigen zu können. Die aktuelle Bewertung in Höhe von 93 Mio. EUR erscheint anspruchsvoll und enthält möglicherweise auch Übernahmefantasie.

Deutsche Telekom (WKN:555750)

Ein vielleicht überraschender Spieler in dieser Liste ist die Telekom. Die Bonner haben allerdings bereits vor Jahren das Konzerngeschäftsfeld Energie eingerichtet, in dem vielfältige IT-Lösungen für Energieversorger und -anwender gebündelt sind.

Die Energiewende macht es immer dringender erforderlich, dass die einzelnen Elemente miteinander kommunizieren und koordiniert werden. Als Experte für komplexe Datenströme und IT-Infrastruktur kann die Telekom sich folglich umfangreich in das Thema Smart Grid einbringen und engagiert sich auch intensiv in entsprechenden Gremien.

Egal ob neue Geschäftsmodelle etabliert, Endgeräte an die Cloud angebunden oder ganze dezentrale Energienetzwerke gesteuert werden sollen, ist die Telekom ein erster Ansprechpartner in Europa. Von daher stehen die Chancen gut, dass diese Aktivitäten in Zukunft einen bedeutenden Beitrag zum Erfolg des Konzerns leisten werden.

Hydrogenics (WKN:A1CSG9)

Unter den Dutzenden Spezialisten im Bereich Brennstoffzellen ist die kanadische Hydrogenics meines Erachtens einer der am stärksten aufgestellten Wettbewerber. Mit Technologien für die Erzeugung von Wasserstoff sowie den mobilen und stationären Brennstoffzellen-Systemen kann das Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Ausbalancierung von Schwankungen bei Wind und Solar spielen.

Hydrogenics hat auch Produktionsstandorte in Deutschland und Belgien und kann mittlerweile über zahlreiche Referenzen weltweit verweisen. Im Oktober wurde eine 1,5-MW-Speicheranlage gemeinsam mit Partner E.On (WKN:ENAG99) in Hamburg eingeweiht. Viele Alstom (WKN:A0F7BK) Regionalzüge in Deutschland werden zukünftig mit Hydrogenics-Brennstoffzellen ausgestattet.

Im Dezember wurde erfolgreich eine Kapitalerhöhung durchgeführt, um die derzeit noch negativen Kapitalflüsse auszugleichen. Dank des Auftragsbestands in Höhe von 99 Mio. CA$ (Ende September 2015) geht das Management davon aus, bald positive Zahlen präsentieren zu können. Mit der derzeit reduzierten Bewertung könnte dies definitiv ein spannender Wert für deine Watchlist sein.

thyssenkrupp (WKN:750000)

Der Industriekonzern hat gleich mehrere aussichtsreiche Produkte für die Energiewende in seiner Pipeline. Zum einen ist da das 2015 gegründete Jointventure Uhde Chlorine Engineers, das sich auf Elektrolyseprozesse spezialisiert hat und schon bald mehrere Hundert Millionen Euro Umsatz machen möchte. Zu dessen Technologien gehört auch die Wasserelektrolyse für die effiziente Produktion von Wasserstoff.

Zum anderen hat thyssenkrupp viel Aufwand in die Entwicklung von Produktionslinien für die Massenproduktion von Batterien gesteckt und kann auch einiges zum Thema Brennstoffzellen-Technologie beitragen.

Weitere Chancen ergeben sich beispielsweise daraus, dass der Konzern seine weltweit hunderttausendfach installierten Lifte, Rolltreppen und Laufbänder mit einer intelligenten Steuerung ausstatten und dann je nach aktuellem Strompreis schneller oder langsamer laufen lassen kann.

Angesichts der vielfältigen Potenziale erscheint die aktuell sehr günstige Bewertung von thyssenkrupp zu stark vom Stahlpreis getrieben.

Fazit

Die unterschiedlichsten Unternehmen hoffen darauf, in Zukunft stark von der sich intensivierenden Energiewende zu profitieren. Das Thema ist groß genug, um viele daran teilhaben zu lassen. Dessen Attraktivität hat jedoch auch ein dicht gedrängtes Wettbewerbsumfeld geschaffen, in dem nicht jeder Konkurrent überleben wird. Deshalb ist es wichtig, auf Unternehmen zu setzen, die über deutliche Alleinstellungsmerkmale verfügen.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Aktien. The Motley Fool besitzt keine der im Text genannten Aktien.

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