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Lektionen für Investoren vom Niedergang des VfB Stuttgart

Quelle: VfB Stuttgart

Das Ende der Winterpause in der Bundesliga steht bevor. Zur Einstimmung möchte ich Fußball-affine Anleger dazu einladen, am Beispiel des VfB Stuttgart Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren zu identifizieren, die sowohl für Profivereine als auch für Unternehmen gelten.

Große Spieler machen einen großen Verein

Man mag es kaum glauben, aber der VfB Stuttgart gehört immer noch zu den ganz großen Vereinen der Bundesliga, wenn man die ewige Tabelle anschaut. Über viele Jahre gehörte der VfB zu den ehrgeizigsten Herausforderern des FC Bayern München, der Südschlager war ein regelmäßiges Saison-Highlight.

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Mit dem Verein verbunden sind großartige Spieler: Karlheinz Förster und Hansi Müller, Europameister von 1980; Guido Buchwald und Jürgen Klinsmann, zwei Säulen der Weltmeistermannschaft von 1990; Europameister Matthias Sammer; das unvergessliche Magische Dreieck; die aktuellen Weltmeister Philipp Lahm und Sami Khedira sowie Nationalstürmer Mario Gomez – der Bundestrainer Jogi Löw natürlich auch.

In den letzten Jahren befindet sich der VfB hingegen fast im ständigen Abstiegskampf und das hat auch mit der Personalpolitik zu tun. Stuttgart verfügt über eines der am besten ausgestatteten Jugendzentren und war früher bekannt dafür, erstklassige Talente hervorzubringen. Davon war jahrelang nicht mehr viel zu sehen.

Seit 2010 ist der frühere Stürmerstar Fredi Bobic als Sportdirektor hauptverantwortlich für die Kaderzusammensetzung. Seither haben viele große Namen den Verein verlassen, dazugekommen sind meist eher gesichtslose Spieler, die sich entweder nicht positiv entwickelten oder zu früh wieder verkauft wurden.

Übertragen auf Unternehmen heißt dies, dass wir als Anleger nicht nur darauf achten sollten, wie gut unsere Lieblingsunternehmen ihr aktuelles Hauptgeschäft managen, sondern auch wie sie in zukünftiges Geschäft investieren.

Die erfolgreichsten Unternehmen verfügen über ein ausbalanciertes Portfolio an (1) hochprofitablen reifen Geschäftsbereichen (so genannte „Cash Cows“), (2) Wachstumsfeldern, in die noch investiert werden muss, die aber bereits Gewinne abwerfen und (3) ein Spektrum an Zukunftschancen.

Beim FC Bayern beherrscht man dieses Spiel perfekt. Die „Cash Cows“ Müller, Lahm und Lewandowski laufen von alleine, in Kingsley Coman und Sebastian Rode muss noch etwas investiert werden, um sie zu Weltstars zu machen, und von der Jugend und den Talentscouts her kommt regelmäßig aussichtsreicher Nachschub.

Ähnlich macht dies zum Beispiel der Wissenschaftskonzern Merck KGaA (WKN:659990). Das Pipeline-Management gehört zu den grundlegenden Aspekten der Strategie des Unternehmens. Während Blockbuster-Medikamente und Flüssigkristalle für Displays aktuell hohe Geldzuflüsse bringen, wird konsequent in die Erforschung von Zukunftstechnologien und das Wachstum von innovativen Produkten investiert.

Vorsicht ist hingegen angesagt, wenn sich ein Unternehmen auf seinen aktuellen Erfolgen ausruht und nicht in angemessener Weise in die Entwicklung von neuen Geschäftsfeldern investiert. Diese können leicht aus der Bahn geworfen werden, wenn sich der Wind dreht.

Die Qualität von Management und Aufsichtsrat ist entscheidend

Von Gerhardt Meyer-Vorfelder mag man ja halten, was man will. Sicher ist, dass er, in dem was er tat, ein mit allen Wassern gewaschener Profi war. Unter seiner 25 Jahre währenden Führung hat der VfB viele seiner größten Erfolge gefeiert.

Seither gibt es wenig Kontinuität; Spieler, Trainer und Manager kommen und gehen. Beispielsweise folgte erst auf Staudt Mäuser und nach nur knapp zwei weiteren Jahren wurde Bernd Wahler neuer Präsident. Ohne eine klare strategische Marschrichtung trieb der VfB so immer mehr von der Spitzengruppe der Bundesliga ab.

Ob Sport oder Business: die Basis kann so fleißig arbeiten wie sie will – wenn die Anstrengungen nicht sinnvoll koordiniert werden, ergibt sich daraus höchstens Mittelmaß.

Ein gutes Gegenbeispiel ist der ebenfalls in Stuttgart beheimatete Sponsor Daimler (WKN:710000). Der Aufsichtsratschef der damaligen DaimlerChrysler war Hilmar Kopper, ein alter Kämpe vom Format von Meyer-Vorfelder. Als der Konzern in einer schwierigen Lage war, wählte dieser 2006 mit Dieter Zetsche einen Nachfolger für den letztlich glücklosen Jürgen Schrempp aus.

Seither macht der Chef sich an die Umsetzung seiner Vision für den Automobilkonzern. 2007 wurde Chrysler abverkauft, in der Folge nach und nach alle Industriebeteiligungen, die nicht direkt mit dem Automobilgeschäft in Beziehung standen. Dafür wurde das Kerngeschäft agiler aufgestellt und stark in die Digitalisierung investiert.

Seit Ende 2011 ernten er und die Aktionäre die Früchte dieser Arbeit. Zuletzt wurden erstaunliche Rekordgewinne vermeldet, die Aktie entwickelte sich hervorragend. Um den aktuellen Lauf nicht zu gefährden, wurde Zetsches Vertrag kürzlich noch einmal verlängert. Dank der Rückendeckung von Mitarbeitern, Aktionären und Aufsichtsrat bin ich sicher, dass die positive Entwicklung weitergeht.

Fazit

Die Fußball-Industrie bietet eine ausgezeichnete Blaupause für die Unternehmenswelt. Viele Grundsätze gelten für beide gleichermaßen, sodass wir aus deren Analyse wertvolle Erkenntnisse gewinnen können.

Beim VfB ist zu beobachten, dass der Verein sich aktuell in einer Umbruchphase befindet: Anfang 2015 wurde Sportvorstand Fredi Bobic durch Robin Dutt ersetzt und 2014 kehrte man mit der Reinstallation des alten Wappens mit dem kuriosen kalligraphischen V zumindest symbolisch wieder zu seinen erfolgreicheren Wurzeln zurück.

Das 3:1 gegen den VfL Wolfsburg vor der Winterpause könnte ein Fingerzeig in eine bessere Zukunft sein. Mit der Verpflichtung von Kevin Großkreutz und dem aufstrebenden Talent Timo Werner sind auch immerhin wieder zwei interessante Typen in der Pipeline.

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Ralf Anders war seit 1984 Fan des VfB Stuttgart, hält aber keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool besitzt keine Aktien genannter Unternehmen.

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