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Investiert Apple zu wenig in Forschung und Entwicklung? Was Steve Jobs sagen würde

Quelle: Apple

Wenn man Apple (WKN:865985) mit anderen großen Tech-Unternehmen wie Alphabet (WKN:A14Y6H), Microsoft (WKN:870747) und Facebook (WKN:A1JWVX) vergleicht, dann investiert der iPhone-Hersteller deutlich weniger als seine Konkurrenten in Forschung und Entwicklung, besonders wenn man die F&E-Ausgaben im Verhältnis zu den Gesamtausgaben sieht.

Das kann für die Investoren ein Grund zur Sorge ein. Die Smartphone-Industrie wird immer älter und Apple wird neue Innovationen brauchen, um das geringere Wachstum beim iPhone mit neuen Produkten und Diensten in den kommenden Jahren auszugleichen. Andererseits geht es bei erfolgreicher Innovation um mehr als nur darum, genug Geld in Forschung und Entwicklung zu investieren.

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Investiert Apple zu wenig in Forschung und Entwicklung oder läuft die Sache bei Apple einfach anders?

Der prozentuale Anteil

Bei den großen Tech-Unternehmen wie Apple, Alphabet, Microsoft und Facebook hinken diese Vergleiche etwas, da es sich dabei um einzigartige Unternehmen mit ihren eigenen Geschäftsmodellen und Strategien handelt. Daher ist es sinnvoll, hier verschieden hohe Ausgaben im Verhältnis zu den Umsätzen zu erwarten. Doch eine Sache springt dabei ins Auge: Apple liegt deutlich hinter den anderen zurück.

Apple gab im letzten Steuerjahr, das im September 2015 endete, 8,1 Milliarden USD für Forschung und Entwicklung aus. Das ergibt etwa 3,4 % der Einnahmen während diesem Zeitraum. Im Vergleich dazu investierte Alphabet fast 7 Milliarden USD in den ersten neun Monaten 2015, was 16 % der Einnahmen ausmacht. Während des Steuerjahres 2015 gab Microsoft 12 Milliarden USD für Forschung und Entwicklung aus, oder 13 % des Umsatzes. Aber Facebook lässt sie alle hinter sich zurück. Das soziale Netzwerk investierte in den ersten neuen Monaten 3,5 Milliarden USD oder 29 % der Einnahmen.

Die Größe des Unternehmens ist ein wichtiger Faktor, den man hierbei in Betracht ziehen sollte. Reinvestitionen werden üblicherweise immer geringer, wenn ein Unternehmen größer wird. Unternehmen mit höheren Einnahmen tendieren dazu, einen prozentual geringeren Anteil für Forschung und Entwicklung auszugeben.

Da Apple deutlich mehr einnimmt als Alphabet, Microsoft und Facebook, ist es sinnvoll, einen kleineren prozentualen Anteil zu erwarten. Aber der Unterschied ist immer noch unglaublich, besonders da Apple gerade eine schwierige Phase durchmacht, in der Innovation von größter Wichtigkeit für die Zukunft des Geschäftes sein könnte.

Was würde Steve Jobs sagen?

Steve Jobs war eindeutig einer der erfolgreichsten und innovativsten Unternehmer in der Geschichte. Seine Vision und Philosophie sind immer noch ein großer Teil der Kultur von Apple und er glaubte nie, dass Geld der wichtigste Faktor wäre, wenn es um erfolgreiche Innovation geht.

In einem Interview mit Fortune aus dem Jahr 1998 sagte Jobs:

Innovation hat nichts damit zu tun, wie viel man dafür ausgibt. Als Apple mit dem Mac herauskam, gab IBM mindestens hundertmal so viel für Forschung und Entwicklung aus. Es geht dabei nicht um Geld. Es geht um die Leute, die man hat, wie geführt wird und wie gut sie das verstehen.

Das ist eine wichtige Unterscheidung. Die Führung und Kultur des Unternehmens kann viel wichtiger sein als das Geld, wenn man einen innovativen Durchbruch erzielen will. Man kann erfolgreiche Innovation nicht einfach kaufen, wenn man nicht die Vision und die Fähigkeiten dafür hat.

Abgesehen davon ist Apple anders als die meisten anderen Unternehmen im Tech-Bereich. Apple konzentriert seine Aufmerksamkeit und seine finanziellen Ressourcen auf wenige Projekte mit großem Potenzial, während die meisten anderen ihre Ausgaben auf mehrere Projekte verteilen. Bei Apple ist Qualität wichtiger als Quantität.

Apple ist ein riesiges Unternehmen und das ist hierbei ein wichtiger Vorteil. Wenn ein Lieferant an einem neuen Halbleiter, einem besseren Bildschirm oder einer Kamera mit höherer Auflösung arbeitet, dann kann es für ihn gut sein, seine Produkte an Apple zu verkaufen. Daher haben auch die Lieferanten große finanzielle Anreize, Innovationen zu entwickeln und damit zu Apple zu gehen.

Da die Lieferanten viel Forschung und Entwicklung übernehmen, kann Apple sich auf einige wenige, aber wichtige Projekte konzentrieren, bei denen das Unternehmen glaubt, dass seine Zeit, sein Geld und seine Mitarbeiter am besten aufgehoben sind.

Ob Apple auch weiterhin erfolgreiche neue Produkte und Dienste auf den Markt bringen kann, bleibt abzuwarten, aber eine Sache ist klar: Bei Innovationen geht es um mehr als um Geld und Apple macht das ganz auf seine Art. Daher sollten die Investoren bei Apple in dieser Hinsicht nur wenig Grund zur Sorge haben.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.
Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple, Alphabet (A- und C-Aktien) und Facebook.

Dieser Artikel wurde von Andres Cardenal  auf Englisch verfasst und wurde am 12.01.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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