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Fusions-Monitor KW3: Die aktuell wichtigsten Deals im Kontext

Quelle: Haier America

Auch zum Jahreswechsel wurden ein paar interessante Übernahmen angekündigt, während einige wichtige Deals von 2015 nun endlich unter Dach und Fach gebracht werden konnten und sich so im aktuellen Fiskaljahr voll auswirken werden. Zu den Themen gehören chinesische Übernahmen, maschinelle Intelligenz und die Fahrzeug-Elektrifizierung.

Chinesische Investoren mischen internationale Märkte auf

Die bedeutende Chemie- und Technologiegruppe ChemChina war in letzter Zeit wegen ihres Interesses am Schweizer Agrokonzern Syngenta (WKN:580854) in der Presse. Während dieser Deal noch völlig offen ist, wurde die Übernahme des Maschinenbauers KraussMaffei Group, die bei Maschinen und Anlagen für die Kunststoff- und Kautschuk-Branche führend ist, klargemacht. Mit 925 Mio. EUR stellt dies eine der größten chinesischen Übernahmen überhaupt in der deutschsprachigen Region dar.

Gleichzeitig ist General Electric (WKN:851144) nun endlich seine Haushaltsgerätesparte losgeworden. Die Holding der Haier-Gruppe (WKN:A0MJ98) hat zugegriffen, nachdem die US-Wettbewerbsbehörde Electrolux (853138) abgewiesen hat. Der vereinbarte Preis von 5,4 Mrd. USD erscheint sehr vorteilhaft für GE. Dieses Mal dürfte es auch keine Probleme geben, da der US-Marktanteil der Chinesen vergleichsweise gering ist.

Siemens (WKN:723610) und GE sind nun beide völlig auf das Geschäft mit Unternehmen und Regierungen fokussiert und werden immer mehr zu Zwillingen. Es wird spannend sein zu sehen, ob GE seine mehr als dreimal so hohe Börsenbewertung (Stand 15.1.) bei nur unwesentlich größerem Geschäftsvolumen in Zukunft rechtfertigen kann.

In Zeiten wo viele Beobachter eine China-Krise herbeireden wollen, ist es jedenfalls interessant, dass die Unternehmen des Landes offenbar genug Ressourcen und Selbstbewusstsein haben, um international zuzukaufen und zu expandieren. Auch die Dating-App Grindr (155 Mio. USD), die Filmstudios Legendary Entertainment (3,5 Mrd. USD) und die Firmennetzwerk-Division (202 Mio. EUR) von Alcatel-Lucent (WKN:873102) gingen in diesen Tagen in chinesische Hände über.

A propos Alcatel-Lucent: deren Aktionäre stimmten Anfang Januar für ein Zusammengehen mit Nokia (WKN:870737). Der neue Weltmarkführer kann nun fokussiert in Lösungen für die intelligentesten Telekom-Netzwerke der fünften Generation investieren, um im Wettbewerb mit Ericsson (WKN:850001) und der chinesischen Huawei zu bestehen.

Smart war gestern, jetzt wird’s kognitiv

Das neue „intelligent“ wird jetzt „kognitiv“ genannt. Im Gegensatz zu herkömmlichen „smarten“ Systemen, deren Algorithmen zwar ausgefeilt, aber im Grunde vorhersagbar sind, geht es bei „kognitiven“ Lösungen darum, eine so große Vielfalt von Attributen auszuwerten und miteinander in Beziehung zu bringen, dass die Ergebnisse der Analysen selbst deren Programmierer überraschen können.

Da die grundlegenden Technologien hierfür immer besser werden, investieren die großen amerikanischen IT-Konzerne derzeit massiv in Software und Systeme für die Echtzeit-Auswertung von Sprache, Gesten, Medien und riesigen Datenströmen.

Besonders IBM (WKN:851399) hat sich in den letzten Monaten mit einer Welle von kleineren und mittelgroßen Übernahmen hervorgetan. Im Oktober wurde beispielsweise The Weather Company erworben, um IBM’s kognitive Systeme auf deren Daten anzusetzen und verbesserte Wetter-Informationsdienstleistungen anbieten zu können. Am 15. Januar wurde die deutsche Iris Analytics hinzugekauft, ein Anbieter von Betrugserkennungssoftware.

Auch Apple (WKN:865985) vermeldete in den letzten Monaten eine Reihe von Akquisitionen rund um die Themen Künstliche Intelligenz und Virtuelle Realität. Die Software des im November integrierten Schweizer Start-ups Faceshift kann zum Beispiel die Mimik von Schauspielern erkennen und auf animierte Fantasiefiguren übertragen. Am 7. Januar kam die dazu passende Software Emotient hinzu, welche Gesichtsausdrücke interpretieren kann.

Zahlreiche weitere Deals und Initiativen zeigen, dass die maschinelle Intelligenz aus den Laboren herausgekommen ist. Hier beginnt sich mit Riesenschritten ein Milliarden-Markt zu entwickeln und der Rest der Welt droht abgehängt zu werden. Dass sich die amerikanische IT-Prominenz im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) eingekauft hat, ist immerhin ein gutes Zeichen dafür, dass hiesige Expertise vorhanden ist und geschätzt wird.

Eine eindeutig führende Position verteidigen deutsche Unternehmen hingegen in der Automobilzulieferer-Branche, wo sich ebenfalls einiges bewegt.

Automobilzulieferer bereiten sich auf die Elektrifizierung vor

Engineering-Dienstleister und Auftragsfertiger Magna International (WKN:868610) konnte Anfang Januar den Abschluss der 1,75 Mrd. schweren Übernahme von Getrag verkünden. Damit erhöht der kanadisch-österreichische Allrounder seine Kompetenz in Antriebssträngen und kann zukünftig auch hochintegrierte hybride und rein-elektrische Systeme anbieten. Ob die Unternehmensphilosophien der beiden doch sehr unterschiedlichen Unternehmen zusammenpassen werden, muss sich jedoch erst noch zeigen.

Unter stärkerem Handlungszwang stand BorgWarner (WKN:887320), die vor allem mit Verbrennungsmotor-Komponenten groß geworden ist. Folglich übernahm der US-Konzern für üppige 951 Mio. USD den bedeutenden Spezialisten für elektrische Generatoren und Antriebsmotoren Remy International. Im November wurde der Deal abgeschlossen. Ob damit ein gefährlicher Wettbewerber für die ansonsten überwiegend in Deutschland, England und Japan ansässigen Technologieführer im Bereich Elektroantriebe entsteht, erscheint jedoch zweifelhaft.

Ein großer Sprung nach vorne ist ZF Friedrichshafen mit der laut Vorstand Dr. Stefan Sommer erfolgreichen Integration von TRW gelungen. Aktuell im Januar erfolgt in Detroit der erste große gemeinsame Messeauftritt. Neben einer Reihe von ausgefeilten vernetzten und elektro-mechanischen Lösungen werden dort auch integrierte elektrische Achsantriebe gezeigt.

Fazit

Die amerikanischen IT-Konzerne reißen das Thema maschinelle Intelligenz auf eine Weise an sich, die weder von europäischen noch asiatischen Unternehmen pariert werden kann, weshalb diese achtsam sein müssen. Viel besser sieht es beim Thema Elektromobilität aus, wo amerikanische Zulieferer nach meiner Einschätzung zum Teil eher aus einer schwachen Position heraus agieren.

Für Anleger spannend ist die Tatsache, dass führende Maschinen- und Anlagenbauer immer noch attraktive Ziele für chinesische Konzerne darstellen. Hier kannst du als Aktionär auch in Zukunft möglicherweise von Übernahmeprämien profitieren – wenn du auf die richtigen Werte setzt.

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Ralf Anders besitzt keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt Aktien der General Electric Company. The Motley Fool empfiehlt BorgWarner.

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