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MDAX Gewinner DMG Mori gegen Verlierer Dürr – welcher Maschinenbauer ist für 2016 besser positioniert?

Quelle: DMG Mori / Dürr

DMG Mori (WKN:587800) und Dürr (WKN:556520), das sind 2 Maschinenbauer, 2 Ausrüster für die globale Automobilindustrie und 2 Weltmarktführer – aber was 2015 angeht ein Jahresgewinner und ein Verlierer. Hier wollen wir doch einmal genau darauf schauen, was den Unterschied macht, um abzuwägen, welche Aktie für 2016 die besseren Aussichten hat.

Die Ausgangsposition

Dürr und DMG Mori sind beide bekannt für ihre ausgefeilten und vollautomatisierten Maschinen und Anlagen. Bei ersterer sind es Lackieranlagen, bei der zweiten Werkzeugmaschinen. Daneben führen beide Konzerne unter anderem auch Auswucht- und Umwelttechnik in ihrem Portfolio. Für die zukunftsträchtige Energiespeicherung hat Dürr große Wärmepumpen im Angebot, DMG Mori große Vanadium-Redox-Flow-Batterien.

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Auf den ersten Blick lassen sich zwei sehr ähnliche Unternehmen erkennen. Große Unterschiede zeigen sich allerdings bei der Aktien-Performance:

  • Bei Dürr verlor der Kurs in den letzten 12 Monaten einige Prozente.
  • Bei DMG Mori gewann der Kurs 2015 über 50 %.

DMG Mori meldete für die ersten 9 Monate einen Umsatz von 1,65 Mrd. EUR. Bei Dürr waren 2,76 Mrd., wobei die erstmals konsolidierte HOMAG Group den Vorjahresumsatz stark nach oben trieb. Mit 2,9 Mrd. EUR übertrifft der Börsenwert der vom Umsatz her kleineren DMG Mori nun den von Dürr um eine halbe Milliarde. Da fragt man sich doch, wie das zu rechtfertigen sein soll.

Unterschiede in der geographischen Positionierung

Ein Anhaltspunkt könnte die internationale Aufstellung sein. Dürr bekommt über 50 % der Aufträge aus Schwellenländern, wovon mehrere 2015 nicht gut liefen. Anleger machten sich Sorgen bei Unternehmen, die dort stark engagiert sind.

Ein anderes Bild zeigt sich bei DMG Mori, wo der Schwerpunkt immer noch in Deutschland und Europa liegt. In diesen Märkten verbesserte sich das Bild 2015, Peripherieländer wie Italien sorgten in den letzten Monaten für positive Impulse.

Günstig erscheint auch das Timing bei den Expansionsplänen. Möglicherweise auf dem konjunkturellen Tiefpunkt in Russland wurde im September eine Fertigung- und Montagelinie „in Russland für Russland“ in Betrieb genommen. Daneben soll jetzt zur Stärkung des Geschäfts in den USA eine neue DMG MORI-Organisation für den gemeinsamen Vertrieb mit den japanischen Partnern aufgebaut werden.

Unterschiede in der Bilanz

Ein auffälliger Faktor ist die unterschiedliche Kapitalstruktur. Bei Dürr haben vor allem zwei Faktoren für eine scheinbare Verschlechterung gesorgt: zum einen muss erst mal die Übernahme von Homag verdaut werden. Zum anderen war ein besonders starker Auftragseingang zu verzeichnen, mit dem planmäßigen Effekt, dass hohe Ausgaben für den Projektvorlauf notwendig waren.

Die Liquiditätskennzahl Nettofinanzstatus reduzierte sich auf diese Weise von 377,7 auf nur noch 34,6 Mio. EUR, während das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital über das Jahr auf hohem Niveau verblieb. Die Zahlen von DMG Mori wirken hier zunächst wesentlich solider. Allerdings ist zu bedenken, dass die üppigen Aufträge von Dürr in den kommenden Quartalen auch zu erheblichen Liquiditätszuflüssen führen werden, sodass sich das Bild voraussichtlich schon bald aufhellt.

Ein Beleg dafür, dass Dürr selbst sich hier keine größeren Sorgen macht, ist die weiterhin aggressive Expansionspolitik. Bis 2020 will Dürr den Umsatz auf 5 Mrd. EUR steigern. Gerade in den letzten Monaten wurden große Anteile von drei kleineren Unternehmen hinzugekauft.

Ausblick für 2016

DMG Mori agiert eher konservativ und legt viel Wert auf ein ausgefeiltes Risikomanagement. Entsprechend setzt das Unternehmen vor allem auf die kontinuierlichen Ausbau seines Kerngeschäfts durch Produktverbesserungen, mehr Service und die Stärkung der internationalen Präsenz. Für 2016 rechnet der Konzern mit geringeren Investitionsaufwendungen und einer stabilen Geschäftsentwicklung.

Dürr geht für sein Geschäft von einer „substanziellen Verbesserung“ aus, vor allem weil die Integration der Homag Group sich im Gegensatz zu 2015 nun positiv auswirken wird.

Von den konjunkturellen Unwägbarkeiten dürften beide ähnlich betroffen sein, obwohl Dürr als Anlagenbauer mit relativ geringer Fertigungstiefe möglicherweise Vorteile hat, sollte ein globaler Abschwung einsetzen. Mittelfristig planen beide, ihre jeweilige Technologie auf andere Anwendungsbereiche zu übertragen, um den Umsatz zu steigern und ihre Abhängigkeit von der Automobilindustrie weiter zu senken.

Fazit

DMG Mori ist heute zweifellos ein sehr solides Unternehmen, welches von der Kooperation mit dem gleichnamigen japanischen Hauptaktionär und Partner profitiert. Bei einem KGV von über 27 wird dieser Umstand allerdings auch teuer bezahlt – bei Dürr liegt der Wert bei lediglich 17, ein Unterschied, der bei der erwarteten positiven Entwicklung sogar noch größer werden kann. Entsprechendes gilt für die Dividendenrendite.

Nach meiner Einschätzung verfügt Dürr über eine mindestens vergleichbar starke Marktposition wie DMG Mori. Seit der Homag-Übernahme ist der Konzern auch viel besser diversifiziert als zuvor. Dürr agiert in Nischen, wo es keine mächtigen Wettbewerber gibt. DMG Mori muss sich hingegen in einem Umfeld von starken europäischen und asiatischen Rivalen bewähren. Gut finde ich auch die ambitioniertere Wachstumsstrategie sowie die Tatsache, dass die Dürr-Familie als Ankeraktionär hinter dem Unternehmen steht.

Wenn du Maschinenbauern gegenüber positiv eingestellt bist und mit mir übereinstimmst, dass die Gewinn-Aussichten von Dürr mindestens so gut sind wie die von DMG Mori, dann solltest du die günstiger Aktie ins Auge fassen. Allerdings bietet es sich an, zunächst die aktuelle Abwärtsbewegung abzuwarten und zu sehen, ob sich im Bereich von 60 bis 65 Euro ein fester Boden bildet.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen.

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