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Was du über ETFs wissen musst

Foto: Pixabay, geralt

Was sieht aus wie ein Investmentfonds, kann aber an der Börse wie eine Aktie gehandelt werden? Ein ETF.

ETFs oder exchange traded funds haben in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen. Seit der Einführung in Amerika 1993 ist die Zahl der ETFs in den USA explodiert. Es gibt laut Daten von ETF.com heutzutage mehr als 1.800 ETFs mit mehr als 2,1 Billionen USD an Vermögenswerten.

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„ETFs werden von der Masse immer mehr akzeptiert.” sagt Matt Hougan, CEO von ETF.com.

Während die meisten ETFs wirklich Fonds sind, gibt es auch anderen börsengehandelte Produkte oder ETPs, die oft als ETFs bezeichnet werden, die aber in die breitere ETP-Kategorie fallen. Das können ETFs sein, die zum Beispiel auch Rohstoffe oder Währungen abdecken. Daher wird die Bezeichnung ETF oft für alle diese Produkte benutzt, wie in diesem Artikel.

Im letzten Sommer machten ETFs Schlagzeilen. Während einer Zeit der Volatilität fiel der Dow Jones Industrial Average am 24. August in den ersten Minuten nach Handelsbeginn um mehr als 1.000 Punkte. Einige ETFs verzeichneten auch starke Verluste – einige davon fielen sogar deutlich stärker, so dass ihre Kurse deutlich niedriger als die Summe ihrer zugrundeliegenden Investitionen war.

Da ETFs immer beliebter werden, zahlt es sich für Investoren aus, zu verstehen, wie sie funktionieren und welche potenziellen Risiken bestehen. Daher folgt nun eine Liste mit häufig gestellten Fragen zu ETFs.

Wie funktionieren ETFs?

Wie Investmentfonds bestehen ETFs aus Aktien, Unternehmensanleihen und verschiedenen anderen Vermögenswerten, manchmal auch nur aus einzelnen wie Gold. Wie andere Fonds auch können ETFs ihren Investoren die Gelegenheit geben, in ein professionell gemanagtes, diversifiziertes Portfolio zu investieren.

Aber hier besteht ein wichtiger Unterschied. Der Wert eines Investmentfonds wird einmal am Tag bestimmt – am Ende des Tages – basierend auf den Schlusskursen der Positionen des Fonds (Nettovermögenswerte). Ein Investor, der Anteile eines Investmentfonds kaufen oder verkaufen möchte, kann seine Order jederzeit während des Handelstages übermitteln, aber die Order wird erst am Ende des Tages ausgeführt.

Ein ETF dagegen kann jederzeit an der Börse gekauft oder verkauft werden. Der Preis kann auch deutlich schwanken und unterliegt den Kräften des Marktes und dem Wert des zugrundeliegenden Portfolios. ETFs haben Geld-Brief-Spannen wie Aktien, daher bekommen die Anleger generell Preise, die sich vom Portfoliowert unterscheiden können.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Investoren die Aktien nicht direkt vom Fondsmanager kaufen. Stattdessen geht ein ETF einen Vertrag mit Finanzinstitutionen ein – „autorisierte Teilnehmer” genannt. Diese verkaufen die Anteile des Fonds und kaufen sie an öffentlichen Börsen zurück.

Investoren können ETFs an der Börse während des Handelstages genau wie Aktien über ihr Depot kaufen und verkaufen. Die einzigartige Struktur eines ETFs ist so ausgelegt, dass die Kurse denen des zugrundeliegenden Portfolios möglichst nahe kommen.

Einige ETFs, die in andere Vermögenswerte investieren oder diese abbilden, wie Rohstoffe oder Währungen, sind keine registrierten Investmentfirmen (und daher auch keine richtigen Fonds), aber die Aktien, die sie verkaufen sind unter dem Securities Act registriert.

Eine andere Variation sind exchange-traded notes oder ETNs. Diese sind ETFs ähnlich, aber anstatt Aktien bilden sie Schulden ab, die von einer Finanzinstitution ausgegeben wurden und einfach ein Versprechen an die Investoren darstellen, eine Rendite zu zahlen, die an die Performance eines Indexes oder einen anderen Wert zu einem bestimmten Zeitpunkt gekoppelt ist.

Welche Arten von ETFs gibt es?

ETFs gibt es in vielen verschiedenen Varianten, die mehrere Märkte, Sektoren, Regionen, Arten von Vermögenswerten und Investmentstrategien abdecken.

Die meisten ETFs bilden einen bestimmten Marktindex wie den S&P 500 ab. Diese ETFs sind Index-Investmentfonds ähnlich, die genauso die Performance eines bestimmten Richtwertes oder Index abbilden. Einige der am häufigsten gehandelten ETFs bilden die bekanntesten Richtwerte ab: der SPDR S&P 500, der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF und der Invesco PowerShares QQQ, der den Nasdaq 100 abbildet.

Index-basierte ETFs versuchen nicht den entsprechenden Index zu schlagen. Sie versuchen einfach nur, dessen Performance abzubilden. Das erreichen sie entweder, indem sie in dieselben Aktien und Bonds oder andere Vermögenswerte in dem Index in denselben Proportionen im Index investieren oder indem sie in ein repräsentatives Abbild der Indexkomponenten investieren. Diese Strategie wird oft herangezogen, wenn der Index zu viele Vermögenswerte beinhaltet oder diese schwer zu bekommen sind.

Während die große Mehrheit der ETFs einen Index oder einen Richtwert abbildet, gibt es auch aktiv gemanagte ETFs als Alternative. Bei diesen verschiedenen Typen wählt der Manager genau wie bei einem aktiv gemanagten Investmentfonds einen Mix aus Investitionen, um bestimmte Ziele zu erreichen oder um einer bestimmten Strategie zu folgen.

Was sind die potenziellen Vorteile von ETFs?

Es gibt zwei große Vorteile von ETFs abgesehen von der Flexibilität: Sie kosten relativ wenig und sind steuereffizient.

Sie haben meist geringere Kosten – die jährlichen Kosten, die die Fonds von ihren Investoren verlangen – als konventionelle Investmentfonds und Indexfonds. Der durchschnittliche amerikanische ETF hat laut Morningstar eine Kostenquote von 0,44 %. (Das bedeutet, der durchschnittliche ETF würde jährlich 4,40 USD pro 1000 USD kosten.)

Im Gegensatz dazu hat der durchschnittliche amerikanische Investmentfonds eine Kostenquote von 1,22 %, während die durchschnittlichen jährlichen Kosten eines amerikanischen Indexfonds bei 0,91 % liegen.

Hierbei sollte man nicht vergessen, dass Investoren, die ETFs kaufen und verkaufen, meistens auch Kommissionen zusätzlich zu den Gebühren des Fonds zahlen müssen.

Gleichzeitig reduzieren ETFs allgemein aufgrund ihrer Struktur die Kapitalgewinnverteilung an die Investoren und können steuereffizienter sein als Investmentfonds.

Aber es gibt auch Ausnahmen. Hebelfinanzierte ETFs, Inverse ETFs, Rohstoff-ETFs und andere wie währungsgesicherte ETFs können auch steuerliche Probleme bereiten.

Es ist auch wichtig zu verstehen, dass ETFs zwar steuerliche Vorteile im Vergleich zu Aktien bieten können, man aber auch Kapitalertragssteuer zahlen muss, wenn man verkauft.

Was sind die potenziellen Risiken?

Wie bei jeder Investition gibt es auch hier Risiken. Zum Beispiel kann wie jede Aktie auch ein ETF an Wert verlieren.

Manchmal hat ein ETF auch eine Geld-Brief-Spanne, die von Handelsvolumen und der Liquidität abhängt. Der Kurs eines ETFs kann auch deutlich von den zugrundeliegenden Werten abweichen, wenn es zum Beispiel Probleme bei der Ausgabe und Rücknahme der Anteile gibt. Daher sollten Investoren hier bei der Wahl der Order Vorsicht walten lassen.

In den letzten Jahren wurden immer mehr Investmentstrategien, die zuvor nur Profis vorbehalten waren, auch der breiten Masse durch ETFs zugänglich. In einigen Fällen sind komplexere ETFs auf den Markt gekommen, was zu Verwirrung und Problemen geführt hat, da manche Investoren nicht vollständig verstanden haben, wie diese Produkte funktionieren und welche Risiken dabei involviert sind. Ein Beispiel ist die Volatilität.

Ein Bereich, der in letzter Zeit großes Interesse erfahren hat, sind ETFs und Investmentfonds, die die sogenannten „Smart Beta Indexe“ abbilden. Damit ist jeder Index gemeint, der auf anderen Kriterien als Marktkapitalisierung basiert (Bei kursgewichteten Indexen bestimmt die Höhe des Marktwertes der Aktien die Einfluss auf den Index.)
Diese Produkte können auch Risiken bergen und die Renditen können stark von den Investitionen abweichen, die die traditionellen marktkapitalisierungsgewichteten Indexe abbilden.

Smart-Beta-Strategien können weniger diversifiziert sein als andere Investmentstrategien. Zum Beispiel könnte ein Smart-Beta-ETF in einem Bereich oder einer geographischen Region schwerer gewichtet sein, was die Verluste im Fall von Problemen vergrößern würde.

Daher ist es wichtig, den Prospekt des ETFs zu lesen und mit einem Profi darüber zu sprechen, um sicher zu stellen, dass man die Strategie und die Risiken versteht.

Was ist am 24. August mit den ETFs passiert?

Am 24. August fiel der Dow Jones um 1.089 Punkte, was den größten Tagesverlust in der Geschichte des Dow markiert. Sicherheitsmaßnahmen, die von der SEC nach dem Flash Crash 2010 eingeführt wurden, halfen die Volatilität zu reduzieren.

Diese Maßnahmen und andere Faktoren machen es schwer, den Preis der zugrundeliegenden Aktien bei ETFs zu bestimmen. Man nimmt an, dass dies ein Faktor war, der dazu geführt hat, dass einige ETFs stark fielen, bevor sie wieder stiegen. Investoren, die ihre ETFs in der Zwischenzeit verkauft hatten, erlitten Verlusten.

Die Investoren von Investmentfonds waren dagegen weniger betroffen, da diese Fonds erst am Ende des Handelstages bewertet werden.

Foolishes Fazit

ETFs können Diversifizierung, Flexibilität und die Abdeckung breiter Märkte zu relativ geringen Kosten bieten. Aber wie mit jedem Investmentprodukt zahlt es sich aus, sich zu informieren und die Risiken zu verstehen (und zu wissen, um welche Art von Produkt es sich dabei genau handelt), bevor man eine Entscheidung trifft.

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Dieser Artikel erschien im Original in The Alert Investor.

Er wurde auf Englisch verfasst und am 25.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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