The Motley Fool

Die besten Dividendenaristokraten für 2016

Unternehmen, die ihre Dividenden in mindestens 25 aufeinanderfolgenden Jahren erhöht haben, werden Dividendenaristokraten genannt. Dabei handelt es sich um einen exklusiven Club. Der ETF, der sie zusammenfasst, der ProShares S&P 500 Dividend Aristocrats ETF enthält nur 52 Unternehmen.

Viele dieser Unternehmen haben sehr hohe Bewertungen. Die Investoren sind also gewillt, eine Prämie für eine stabile und wachsende Dividende zu zahlen. Aber welches dieser Unternehmen ist die beste Investition für 2016? Fünf unserer Foolishen Autoren haben ihre Ideen zusammengetragen.

Tim Green:

Der Einzelhandelsgigant Wal-Mart (WKN:860853) macht gerade eine schwierige Phase durch. Die Umsätze und die Gewinne fallen. Gründe dafür sind Währungseffekte und Investitionen, hohe Löhne und der elektronische Handel. Das Unternehmen erwartet in den Steuerjahren 2016 und 2017 jeweils einen fallenden Gewinn pro Aktie. 2018 will man wieder wachsen, was sich 2019 fortsetzen soll. Im Worst-Case-Szenario sollen die Gewinne auf den niedrigsten Stand seit 2009 fallen.

So ein Ausblick ist nichts, was die Dividendenanleger gerne hören. Wal-Mart hat seine Dividende in 42 aufeinanderfolgenden Jahren erhöht und wenn das Unternehmen so weitermacht wie gewohnt, sollte die nächste Dividendenerhöhung im Februar kommen,. Aber da die jährlichen Dividendenzahlungen momentan bei 1,96 USD pro Aktie liegen und die Gewinne 2017 bis auf 4 USD pro Aktie fallen könnten, wird das Auszahlungsverhältnis einen Rekordwert erreichen, selbst wenn die Dividende auf dem aktuellen Stand bleibt.

Aber eines ist sicher: Das Dividendenwachstum wird sich in den nächsten Jahren verlangsamen, Aber ich glaube nicht, dass die Dividendeninvestoren die Aktie nur aus diesem Grund meiden sollten. Da der Kurs dieses Jahr gefallen ist, liegt die Dividendenrendite gerade bei etwa 3,3 %, das ist der bisher höchste Stand. Die Investoren können die Wal-Mart-Aktie zum günstigsten Preis seit 2011 kaufen und verglichen mit anderen Dividendenaristokraten mit hohen Bewertungen ist Wal-Mart fast schon geschenkt. Wenn sich die Investitionen langfristig auszahlen, dann könnten sowohl die Gewinne als auch die Dividende wieder steigen.

Daniel Miller:

Ein Unternehmen, das sich schon seit Längerem auf meiner Beobachtungsliste befindet und wirklich ein Top-Kandidat für 2016 werden könnte, ist Archer-Daniels Midland Co. (WKN:854161). ADM verarbeitet, lagert und verkauft Agrarrohstoffe. Ein Beispiel: ADM verarbeitet große Mengen von Sojaöl und Sojaschrot. Ersteres wird als Nahrungsmittel verkauft, letzteres als Futtermittel. Mais ist ein weiteres wichtiges Produkt für ADM, da er in Süßungsmitteln und als Stärke benutzt wird – hast du schon mal auf den Etiketten in deiner Speisekammer Maissirup oder Maisstärke gelesen? – oder auch bei der Gewinnung von Ethanol.

ADM ist mir neulich aufgefallen. 2015 war ein hartes Jahr für das Unternehmen, in dem der Kurs um 32 % im Jahresvergleich gefallen ist. Allein in Q3 musste ADM im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum einen Rückgang bei den Einnahmen um 9 % verkraften und einen Rückgang um 66 % bei den Nettoeinnahmen. Die Analysten haben nicht lange gebraucht, um die Schätzungen zum vierten Quartal in die Tiefe zu reißen. Zusätzlich sollen Rohstoffe auch weiterhin unter Druck stehen, das gilt besonders für ADM. Daher könnte 2016 ein guter Zeitpunkt sein, um Aktien dieses Unternehmens zu kaufen.

ADM gibt es seit über 100 Jahren. Das Unternehmen zahlt seit 1927 eine Dividende. Aktuell liegt diese vierteljährlich bei 0,28 USD pro Aktie, was eine Rendite von etwa 3,3 % ergibt. ADM wird auch mit einem künftigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 11,3 bewertet, was andeutet, dass auch hier Werte für Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont liegen. ADM profitiert von seinem weltweiten Netzwerk für Verarbeitung, Transport und Lagerung, was dem Unternehmen einen Vorteil gegenüber seinen Wettbewerbern gibt, selbst wenn die Margen in diesem Industriezweig klein bleiben.

Andres Cardenal:

Wenn es darum geht, die besten Dividendenaristokraten auszusuchen, dann möchte man Unternehmen wählen, die schon in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie konsequent wachsende Cashflowströme in guten wie in schlechten Zeiten generieren können und in dieser Hinsicht ist The Clorox Company (WKN:856678) eine der zuverlässigsten Dividendenaktien auf dem Markt.

Das Unternehmen besitzt mehrere führende Marken in der Kategorie Haushaltsprodukte, darunter bekannte Namen wie Clorox, Glad, Hidden Valley und Kingsford. Mit dem Kauf von Burt’s Bees im Jahr 2007 hat Clorox sich einen Platz im schnell wachsenden Markt für natürliche Pflegeprodukte gesichert.

Clorox verdient etwa 80 % seiner Einnahmen mit Marken, die entweder den größten oder zweitgrößten Marktanteil in ihrem jeweiligen Segment besitzen. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen in stabilen und bewährten Branchen. Diese Positionierung bietet große Planbarkeit beim Cashflow, was für Dividendenaktien sehr wichtig ist.

QUELLE: CLOROX.

QUELLE: CLOROX.

Clorox weist ein bemerkenswertes Dividendenwachstum auf. Das Unternehmen hat die Dividende seit 1977 jedes Jahr erhöht. Zusätzlich wendet Clorox einen großen Teil von seinem Kapital auf, um Aktien zurückzukaufen. Das Unternehmen hat die Zahl der Aktien in Umlauf in den letzten 10 Jahren um mehr als 40 % verringert.
Das Auszahlungsverhältnis entspricht 62 % der Einnahmen, was nicht besonders hoch für eine solide Dividendenaktie wie Clorox ist. Bei den aktuellen Kursen zahlt Clorox eine Dividende von 2,5 %.

Todd Campbell:

Dividendenaktien könnten etwas von ihrem Reiz verlieren, wenn die Zinsen bei Unternehmensanleihen steigen, aber es könnte immer noch sinnvoll sein, sich für 2016 Dividendenaristokraten wie Johnson & Johnson (WKN:853260) ins Portfolio zu holen.

Johnson & Johnson hat die Dividende in 52 aufeinanderfolgenden Jahren erhöht. Die Rendite von 2,95 % ist zwar nicht so hoch wie bei einigen anderen Aristokraten, dafür haben die diversifizierten Einnahmen das Unternehmen historisch in guten wie in schlechten Zeiten zu einer guten Wette gemacht.

Gute Marken wie Aveeno und Band-Aid machen fast 20 % der Umsätze bei den Konsumgütern aus. Weitere 35 % kommen aus dem Verkauf von medizinischen Geräten. Dank Bestseller-Medikamenten wie Remicade und Xarelto machen pharmazeutische Produkte 45 % der Umsätze aus.

Die breite Streuung (und die grundsolide Bilanz) hat Johnson & Johnson 2008 nur 7,7 % ihres Wertes gekostet, als die Finanzkrise den SPDR S&P 500 ETF um 36,8 % nach unten gezogen hatte. Diese Performance ist umso eindrucksvoller, wenn wir bedenken, dass die Aktie seit 2008 um 114 % gestiegen ist. Aufgrund der guten Vorgeschichte bei den Dividendenrenditen und -erhöhungen könnte J&J nächstes Jahr einer der Top-Aristokraten sein.

Tyler Crowe:

Da die Öl- und Gaspreise immer noch ihr Unwesen im Energiesektor treiben, braucht man etwas Vertrauen in das Management, um zu glauben, dass ein Energieunternehmen seinen Aristokratenstatus behalten kann. Wenn ich also einen Aristokraten aufgrund des Managements auswählen sollte, dann würde ich ExxonMobil (WKN:852549) nehmen. Das letzte Mal, dass die Dividende bei ExxonMobil niedriger als im Vorjahr war, war 1948 und seither ist die Dividende nur zweimal nicht erhöht worden.

Es gibt zwei Hauptgründe, warum ExxonMobil diesen Rekord erreicht hat: Kostenmanagement und kontinuierliche Investitionen in guten wie in schlechten Zeiten. Dank dieser Konzentration auf Kostensenkungen schafft das Unternehmen es auch, genug operativen Cashflow zu generieren, um sowohl die Investitionen als auch die Dividende abzudecken. Das ist etwas, das kein anderes großes Ölunternehmen von sich behaupten kann, da sich die anderen auf den Verkauf großer Vermögenswerte und Schulden verlassen müssen, um ihre Ausgaben zu decken.

Der Markt war 2015 ziemlich brutal zu den Aktien von ExxonMobil. Daher würde es mich nicht überraschen, wenn 2016 auch nicht besonders nett wird. Aber sobald die mangelnden Investitionen im Öl- und Gassektor die Produktion vermindern, werden sich die Investitionen von ExxonMobil als ein kluger Schachzug herausstellen. Das gibt den Investoren ein Zeitfenster von mehreren Monaten, um Aktien von ExxonMobil mit einem beträchtlichen Rabatt zu kaufen.

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Motley Fool besitzt Aktien von ExxonMobil.  Motley Fool empfiehlt Johnson & Johnson.

Dieser Artikel wurde von Andrés Cardenal, Daniel Miller, Timothy Green, Todd Campbell und Tyler Crowe auf Englisch verfasst und wurde am 24.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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