The Motley Fool

3 Turnaround-Aktien, die wir 2016 beobachten

Aktien, die nach Fehlern des Managements, einem schlechten Quartal oder einfach in den Wirren eines launischen Marktes abgestürzt sind, stellen große langfristige Werte für geduldige Investoren dar. Aber von einigen dieser Aktien sollte man trotzdem besser die Finger lassen.

Unsere Autoren glauben, dass Opko Health (WKN:A0MUUJ), EOG Resources (WKN:877961) und Men’s Wearhouse (WKN:884039) das Zeug zum Comeback in nächsten Jahr haben. Und hier sind die Gründe.

George Budwell:

Im Gesundheitsbereich wird Opko Health als einer der Top-Turnaroundkandidaten im neuen Jahr gehandelt. Obwohl die Aktie im Vergleich zum 52-Wochenhoch mehr als 45 % eingebüßt hat, hat sich das Unternehmen langsam wieder erholt und sich breit gestreute Einnahmensquellen aufgebaut. Diese dürften in den kommenden Jahren zu den besten Wachstumsaussichten in der Branche zählen. Was aber noch wichtiger ist, ist, dass 2016 das Jahr sein könnte, in dem der Plan des Unternehmens aufgeht.

OPK DATEN VON YCHARTS.

OPK DATEN VON YCHARTS.

Die Hauptwachstumstreiber, auf die man achten sollte, sind 1.) die Entscheidung der Regulierungsbehörden zur experimentellen Behandlung mit Rayaldee von sekundärer Schilddrüsenüberfunktion bei Patienten mit chronischen Leberkrankheiten und 2.) der anhaltende Erfolg des Tests zur Erkennung von Prostatakrebs, 4Kscore.

Laut S&P Capital IQ glauben die Analysten, dass diese beiden Produkte den Jahresumsatz 2016 um bemerkenswerte 141 % nach oben treiben könnten. Das würde Opko einen positiven Cashflow bescheren, mit dem die klinische Pipeline auch ohne weitere Verwässerungen durch Kapitalerhöhungen finanziert werden könnte.

Ein Nachteil ist, dass ein großer Teil des erwarteten Umsatzwachstums schon in den aktuellen Kurs eingerechnet scheint. Opko wird momentan bei einem erwarteten Kurs-Umsatz-Verhältnis von 4,5 gehandelt. Das ist zwar nicht allzu teuer für eine Pharma-Aktie, aber es gibt auch keine Garantien, dass Opko die Erwartungen erfüllen kann.

Daher glaube ich, dass Opko definitiv eine gute Turnaround-Aktie ist, die man auf dem Radar haben sollte, aber man sollte nicht gleich kaufen, außer man ist gewillt, die Aktie auch langfristig zu halten.

Matt DiLallo:

Der Ölmarkt könnte die größte Trendwende des nächsten Jahres vollziehen. Während die Debatte auf beiden Seiten lebhaft geführt wird, häufen sich die Gründe, dass der Ölpreis 2016 wieder steigen könnte. Der CEO von EOG Resources Bill Thomas nannte als wichtigen Wachstumstreiber in der letzten Telefonkonferenz folgenden Grund:

„Die USA produzieren laut Daten der EIA immer weniger Öl und könnten das Jahr mit einem Produktionsvolumen von 500.000 bis 600.000 Barrel pro Tag unter dem Höchststand im April beenden… wir stimmen dem Konsens zu, dass 40 bis 50 USD pro Barrel nicht nachhaltig sind und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage gerade dabei ist, sich wieder einzupendeln.”

In anderen Worten, wenn das Angebot abnimmt und der aktuelle Ölpreis nicht nachhaltig ist, um weitere Investitionen in zukünftige Ölquellen zu rechtfertigen, dann werden die Preise langfristig wieder steigen müssen. Die Sichtweise, dass die Ölpreise wieder steigen werden vertritt EOG seit längerem trotz des Abwärtstrends. Daher hat das Unternehmen weiter nach Öl gebohrt, aber hunderte von Ölquellen nicht komplett erschlossen. Das Unternehmen plant, diese Quellen erst dann vollständig zu erschließen, wenn sich die Lage verbessert, um dann die Produktion schnell zu erhöhen.

Da die amerikanische Ölproduktion immer weiter abnimmt, scheint es, als wären die Weichen für die Trendwende schon gestellt. Das wäre natürlich gut für die ganze Industrie, aber für EOG wäre es ein massiver Wachstumstreiber. Eine Preiserholung würde es EOG erlauben, eine Quelle nach der anderen anzuzapfen, was den Kurs schnell in die Höhe schnellen ließe.

Tim Green:

Men’s Wearhouse war dieses Jahr eine ziemliche Enttäuschung. Die Aktie ist innerhalb eines Jahres um knapp 70 % gefallen und liegt fast 80 % unter dem 52-Wochenhoch. Gründe dafür sind die Schwierigkeiten bei der Integration von Jos. A. Bank, das Men’s Wearhouse 2014 gekauft hatte.

MW DATEN VON YCHARTS.

MW DATEN VON YCHARTS.

Während die flächenbereinigten Umsätze von Jos. A. Bank das ganze Jahr über schwach waren, hat die Beendigung der beliebten Aktion „Zahl 1, nimm 3” nur zu weiteren Verlusten geführt. In der ersten Dezemberwoche fielen die flächenbereinigten Umsätze um mehr als 35 % in den Geschäften von Jos. A. Bank.

Daher wird 2016 viel Aubauarbeit zu leisten sein und Men’s Wearhouse wird die Marke Jos. A. Bank komplett neu aufstellen müssen. Der Rest des Unternehmens, der zum größten Teil aus den gleichnamigen Läden besteht, hat sich gut geschlagen, aber die großen Probleme bei Jos. A. Bank ziehen die Gewinne natürlich nach unten. Im November strich das Unternehmen den Gewinnausblick für das ganze Jahr.

Wenn es gelingt, Jos. A. Bank profitabel zu machen, wird die Aktie in der Retrospektive jetzt unglaublich günstig aussehen. Aktuell wird die Aktie mit dem achtfachen des unteren Endes des bereinigten Gewinnausblicks für 2015 gehandelt. Es ist schwer zu sagen, wie lange es dauern wird, um die Probleme bei Jos. A. Bank zu lösen, aber es ist definitiv eine Turnaround-Aktie, die man im Auge behalten sollte.

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The Motley Fool besitzt Aktien von EOG Resources.

Dieser Artikel wurde von George Budwell, Matt DiLallo und  Timothy Green auf Englisch verfasst und wurde am 21.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.