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Erhöht GlaxoSmithKline 2016 seine Dividende?

Gekennzeichnet von heftigen Auf- und Abwärtsfahrten war 2015 für Pharmaunternehmen ein stürmisches Jahr. Aber ein gewisser Trost, den Medikamentenhersteller ihren Anlegern weiterhin spenden, ist die überdurchschnittliche Dividendenrendite und das einigermaßen beständige Dividendenwachstum. Etwa drei Viertel der 15 größten Pharmakonzerne schütten eine Dividende aus, die der durchschnittlichen Rendite des S&P 500 entspricht oder sogar darüber liegt.

Hebt GlaxoSmithKline 2016 seine Dividende an?

Dividenden können ein entscheidender Wachstumsmotor für Portfolios sein. Dividenden helfen Anlegern nicht nur, sich gegen Aktien- oder Börseneinbrüche abzusichern, sondern signalisieren Aktionären auch, dass ihre Unternehmen auf einem soliden finanziellen Fundament stehen. Dividenden können außerdem in den Kauf weiterer Aktien eines Unternehmens reinvistiert werden.

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Das in Groß Britannien ansässige GlaxoSmithKline (WKN:940561) ist mit einer Dividendenrendite von fast 6 % eines der beliebtesten börsennotierten Pharmaunternehmen. GlaxoSmithKline hat von dem Erfolg seiner Entwicklungspipeline im Bereich der Atemwegerkrankungen profitiert. Besonders Medikamente zur Behandlung von chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD), das Asthma-Medikament Advair (auch als Seretide bekannt) und Impfstoffprodukte kamen Glaxos Cashflow und seiner hohen Rendite zugute. Sollten Investoren für 2016 mit einer noch saftigeren Dividende rechnen? Mein Rat: Verlasst euch nicht drauf.

Bildquelle: GLAXOSMITHKLINE

Foto: GlaxoSmithKline

Drei Gründe, die gegen eine Dividendenerhöhung sprechen

Bei der Pressekonferenz zur Präsentation der Geschäftszahlen für das dritte Quartal blieb das Unternehmen bei seiner Prognose einer beständigen Dividende bis 2017. Jedoch gehöre ich zu denjenigen, die diese Einschätzung anzweifeln, da ich potenzielle Hürden sehe, die den Plan einer durchgehenden Rendite von 6 % zunichte machen könnten.

Zunächst ist Advairs Patentschutz bereits 2010 abgelaufen. Für Pharmaunternehmen ist dieser Zeitraum eine ganze Ewigkeit. Erst gegen Ende 2013 präsentierte die US-Arzneimittelzulassungsbehörde ein eindeutiges Vorgehensmuster, das Pharmahersteller befolgen müssen, um eine generische Version von Advair in die Regale von Apotheken zu bringen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Generikum auf den Markt kommt; und GlaxoSmithKline ist sich dessen bewusst. GlaxoSmithKlines Management prognostiziert, dass der Advair- und Seretide-Umsatz weltweit um weitere 50 % abrutschen könnte. Der Preisdruck auf Advair und Seretide könnte Glaxos Cashflow erheblich schmälern.

Foto: GlaxoSmithKline

Ein weiteres Problem für GlaxoSmithKline sind seine Atemwegmedikamente der nächsten Generation, die mit Theravance (WKN:A0B68W) gemeinsam entwickelt wurden und seit ihrer Markteinführung nur enttäuscht haben. Beispielsweise hat Breo Ellipta mehrere Quartale damit gekämpft, seine Präsenz im Sortiment von Gesundheitsdienstleistern auszuweiten; aber nun scheint das Medikament, die meisten seiner anfänglichen Hürden überwunden zu haben. Jetzt ist es Anoro Ellipta, das Glaxo, Theravance und Investoren enttäuscht. Ärzte und Patienten vertrauen bereits jahrelang auf Advair und Spiriva und deswegen hat GlaxoSmithKline Schwierigkeiten, so das Unternehmen auf der Pressekonferenz zum Abschluss des dritten Quartals, Ärzten neue Möglichkeiten zur Behandlung von COPD näher zu bringen. Ich bin absolut überzeugt, dass Glaxo und Theravance auch dieses Pferd schaukeln werden, indem sie vermehrt in die Aufklärung von Ärzten und in Marketing investieren werden. Jedoch ist dies nicht etwas, das über Nacht gelingt.

Die SUMMIT-Studie für Breo Ellipta war eine weitere herbe Enttäuschung für GlaxoSmithKline und Theravance. Die im September vorgestellte SUMMIT-Studie untersuchte, ob mit Breo behandelte COPD-Patienten im Vergleich zu Placebo-Patienten ein signifikant niedrigeres Sterberisiko haben. Obwohl die Resultate einen moderaten Vorteil von 12,2 % weniger Todesfällen bei Breo-Patienten gegenüber Placebo-Patienten ergaben, hat die SUMMIT-Studie ihren primären Endpunkt letztendlich verfehlt. Wenngleich sich Glaxo bei erfolgreicher SUMMIT-Studie nicht auf einen Umsatzschub verlassen hätte, ist der Studienmisserfolg nichtsdestotrotz ein weiterer Rückschlag für Glaxos Produktpipeline der nächsten Generation im Bereich der Atemwegerkrankungen.

Für GlaxoSmithKline ist jedoch nicht jegliche Hoffnung verloren

Sicherlich hat GlaxoSmithKline 2016 einige Hürden zu überwinden und deswegen glaube ich, dass es in naher Zukunft keine Dividendenerhöhungen geben wird. Aber für Aktionäre gibt es dennoch Grund für Optimismus.

GlaxoSmithKlines transformativer Asset-Swap mit Novartis (WKN: 904278) ist ein Grund, weshalb, wenn Advairs Umsatz einbricht, am Ende des Tunnels doch Licht zu sehen sein könnte. Gemäß den Vertragsbedingungen hat Glaxo seine Onkologie-Sparte an Novartis und Novartis sein Impfstoff-Portfolio (ohne Grippe-Produkte) an Glaxo verkauft. Die zwei Pharma-Riesen haben sich für ihre Geschäfte mit Verbrauchergesundheitsprodukten zu einem Joint Venture zusammenschlossen. Der Deal mit Novartis hat Glaxo Milliarden in die Kassen gespült und sein Impfstoff-Portfolio bedeutend ausgeweitet. Dieses Geld könnte Glaxos aktuelle Dividenden-Ausschüttungen unterstützen (aber nicht anheben) und Glaxos neuausgerichteter Fokus auf nur eine Handvoll therapeutische Indikationen sollte langfristig zu einer verbesserten Effizienz und niedrigeren Kosten führen.

Foto: GlaxoSmithKline

HIV-Medikamente sorgten bei Glaxo für einen weiteren Lichtblick. ViiV Healthcare, an dem Glaxo die Mehrheit der Anteile hält, verzeichnete einen Umsatzanstieg seiner HIV-Medikamente Tivicay und Triumeq um über 100 % im Vergleich zum Vorjahr. HIV/AIDS ist weiterhin eine der tödlichsten und am weitesten verbreiteten Krankheiten der Welt; und genau deshalb birgt ViiV wahnsinniges Wachstumspotenzial für Glaxo.

Glaxos Management-Team ist der festen Überzeugung, dass 2016 das Jahr wird, in dem das Unternehmen seine Wachstumszahlen wieder auf Kurs bringen kann. Trotz dieser positiven Prognosen machen mich Advairs sinkende Umsatzzahlen und die Probleme mit den Atemwegmedikamenten der nächsten Generation weiterhin Sorgen. Deshalb empfehle ich, sich nicht von Glaxos übermächtigen Rendite verlocken zu lassen und stattdessen etwas abzuwarten, bis Umsatz- und Profitabilitätswachstumszahlen deutlich erkennbar sind – insbesondere im Bereich der Atemwegmedikamente.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde Sean Williams auf Englisch verfasst und am 21.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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