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Warum die Margen von Silver Wheaton deutlich größer sind

Foto: Pixabay, Geizkragen69

Silver Wheaton Corp. (WKN:A0DPA9) ist ein Edelmetallunternehmen, das Gold und Silber verkauft, sich aber deutlich von Minenunternehmen wie Newmont Mining Corp. (WKN:853823) oder Barrick Gold Corporation (WKN:870450) unterscheidet. Um diesen Unterschied zu begreifen, sollte man sich die Margen ansehen.

Die Suche nach Gold

Das Geschäft mit Gold- und Silberminen ist sehr kapitalintensiv, man braucht große Maschinen und muss riesige Investitionen tätigen. In anderen Worten: Es kostet eine Menge Geld und das macht es schwierig, Gewinne zu machen, wenn die Preise fallen – wie momentan. Newmont zum Beispiel ist eines der größten Minenunternehmen auf diesem Planeten und zahlte im dritten Quartal etwa 885 USD pro Unze Gold. Die Kosten von Barrick Gold beliefen sich auf 771 USD pro Unze.

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GROSSE LÖCHER GRABEN SICH NICHT VON ALLEIN, EINE MINE VON NEWMONT. BILDQUELLE. NEWMONT MINING

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Die Gesamtkosten sind ein ungefährer Richtwert, wie viel Geld es kostet, eine Unze Gold aus dem Boden zu ziehen. Und das sind ziemlich gute Zahlen in der Goldminenindustrie, besonders seit Gold bei etwa 1.000 USD pro Unze gehandelt wird.

Um hier einen Vergleich zu geben: Vor nur einem Jahr betrugen die Förderkosten von Newmont knapp 1.000 USD. Der drastische Fall der Goldpreise hat die Minenunternehmen dazu gezwungen, die Kosten einzudämmen.

Die Margen

Aber es ist nicht einfach, die Kosten zu senken und auch solche Maßnahmen haben ihre Grenzen. Darüber hinaus folgen die Kosten auch zyklischen Mustern. Sie steigen, wenn die Edelmetallpreise hoch sind und fallen, wenn die Gewinne mit den Rohstoffpreisen fallen. Die Auswirkungen dieser Preisschwankungen können beträchtlich sein.

Newmont zum Beispiel hatte in besseren Zeiten Bruttomargen von etwa 60 % und operative Margen von etwa 40 %. Ähnlich lief es bei Barrick.
Aber diese Margen lösten sich in Wohlgefallen auf, als die Rohstoffpreise fielen. Die Bruttomargen von Newmont belaufen sich momentan auf etwa 40 %, die operative Marge auf etwa 20 % (2014 waren es nur 10 %). Auch die Margen von Barrick sind deutlich gesunken, genau wie bei Silver Wheaton. Aber wo liegt jetzt der Unterschied?

Streaming heißt das Zauberwort

Silver Wheaton ist ein Streamingunternehmen. Das bedeutet, dass es den Minen das Recht abkauft, in Zukunft, ihnen Silber (etwa 60 % der Einnahmen) und Gold (etwa 40 %) zu Vorzugspreisen abzukaufen. Derzeit liegen die Kosten bei etwa 4 USD pro Unze Silber und bei 400 USD pro Unze Gold.

Daher beläuft sich die Bruttomarge auf etwa 40 %, die operative Marge bewegt sich im hohen 30er Prozentbereich – das liegt etwa 50 % höher als Barrick und Newmont. Aber das sind die Zahlen in schweren Zeiten. Als die Preise für Gold und Silber höher waren, lagen die Bruttomargen und die operativen Margen von Silver Wheaton bei über 70 %!

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Die Auswirkungen auf den Gewinn sind beträchtlich. Newmont hat seit dem Edelmetallhoch 2011 in drei von vier Jahren Verlust gemacht. Barrick hat in einem dieser vier Jahre Geld verloren. Silver Wheaton dagegen nicht. Das Unternehmen hat einfach mehr Spielraum, um fallende Preise für Gold und Silber zu verkraften, denn es vermeidet die Kosten, die Minen selbst du besitzen und zu betreiben. Die großen Margen sind das Ergebnis und daher widerstehen die Gewinne auch diesem langen Absturz.

Jetzt fragst du dich vielleicht, ob Silver Wheaton die perfekte Minenaktie ist. Leider nicht. Es bleibt ein wichtiges Risiko: Zugang zu Kapitalmärkten. Das Geschäftsmodell von Silver Wheaton hängt schwer von den Kapitalmärkten ab. Wenn das Unternehmen aus irgendwelchen Gründen keinen Zugang zu frischem Kapital bekommt, dann kann es weniger oder gar nicht mehr in künftiges Wachstum investieren. Das sollte das bereits bestehende Geschäft nicht beeinträchtigen, aber es ändert den langfristigen Ausblick.

Es besteht noch ein weiteres, kleineres Risiko. Das Unternehmen schuldet dem kanadischen Staat Steuern. Silver Wheaton glaubt, alles richtig gemacht zu haben, aber wenn das Unternehmen den Steuerprozess verlieren sollte, dann könnte das unmittelbare negative Auswirkungen auf die Ergebnisse haben. Ein schwebendes Verfahren könnte für einen längeren Zeitraum zu höheren Steuern führen. Dieses Verfahren solltest du genau im Auge behalten, solltest du Aktien von Silver Wheaton kaufen wollen.

Nicht perfekt, aber…

Silver Wheaton ist keine perfekte Investition (das ist kein Unternehmen). Aber wenn du dir die Branche genauer ansiehst, dann sollte dir dieses Unternehmen einen genauen Blick wert sein. Das Geschäftsmodell unterscheidet sich von konventionellen Minenunternehmen wie Barrick und Newmont und das zeigt sich besonders bei den Margen. Da die ganze Industrie im Moment am Boden liegt, könnte jetzt ein guter Zeitpunkt sein, um sich diese Unterschiede genau anzusehen.

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Motley Fool besitzt Aktien von Silver Wheaton.

Dieser Artikel wurde von Reuben Brewer auf Englisch verfasst und wurde am 22.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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