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Royal Dutch Shell, HSBC Holdings, Standard Chartered: Schnäppchen oder Value-Fallen?

Fallende Gewinne

Royal Dutch Shells (WKN:A0D94M) Dividendenrendite in Höhe von 8,5 % macht seine Aktien sehr verlockend. Unglücklicherweise sind schrumpfende Gewinne ein Grund zur Sorge – in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 sind die zugrunde liegenden Gewinne um 54 % gefallen.

Das Unternehmen generiert nicht genug Cashflow, um seinen Investitionsaufwand und seine Dividendenauszahlungen zu begleichen. Mehr als die Hälfte seiner Dividenden werden wahrscheinlich durch Vermögenswertverkäufe und Schulden im Jahr 2015 bezahlt. In der Zwischenzeit macht das Unternehmen die teure und risikoreiche Akquisition der BG Group, was seine Schulden erhöhen wird – zu einer Zeit, in der Anleihemärkte immer nervöser bezüglich des Energiesektors werden.

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Auf der anderen Seite scheint die Dividende des Unternehmens in den nächsten zwei bis drei Jahren sicher zu sein, denn das Management hat klargemacht, dass Dividenden eine Top-Priorität sind. Shell plant, seine Cashflows durch eine Kombination aus Vermögensveräußerungen und Kürzungen bei Kapitalausgaben zu erreichen – auch wenn der Ölpreis jüngste Verluste überbietet. Das sollte mittelfristig möglich sein, aber langfristig ist das unsicherer.

Langsameres Wachstum

HSBC (WKN:923893) erscheint preiswert und seine Aktien werden mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,0 gehandelt und haben eine Dividendenrendite von 6,5 %. Trotzdem sind Investoren besorgt über langsameres Wachstum in Schwellenmärkten – besonders in Asien. HSBC hat 40 % seiner Kredite in Asien und generiert dort mehr als zwei Drittel seiner operativen Profite. Mit langsamerem Wachstum und Investitionen, die aus der Region fließen, werden langsameres Kreditwachstum und eine schlechter werdende Kreditqualität wahrscheinlich weiteren Druck auf die Bilanz der Bank ausüben.

Zusätzlich zu diesen Konjunkturproblemen sieht sich HSBC auch strukturellen Problemen ausgesetzt. Die Bank ist zu diversifiziert und komplex, was dafür sorgt, dass das notwendige Volumen auf einigen Märkten fehlt und sie oft höhere Compliance- und regulative Kosten als seine Rivalen zahlen muss. Gesetzgeber verlangen auch, dass die Bank weit mehr Kapital hält als andere, da sie einen Kapitalzuschlag in Höhe von 2,5 % auf seine geforderte Common Equity Tier 1 (CET1) Kapitalquote zahlen muss.

Deswegen hat HSBC ein weit niedrigeres Profitabilitätsziel als viele seinesgleichen und das Management erwartet eine Eigenkapitalrentabilität, die mittelfristig über 10 % liegt – das liegt jedoch kaum über ihren Kapitalkosten. Es ist also schwer zu sagen, ob die Bank eine Falle ist oder nicht, aber es ist klar, warum HSBC niedrigere Bewertungsmultiplikatoren verdient.

Langfristiges Potenzial

Standard Chartered (WKN:859123) ist in noch schlechterer Form. Fallende Rohstoffpreise und schwächelnde Schwellenländer haben dafür gesorgt, dass Kreditverluste in diesem Jahr stark gestiegen sind – besonders weil die Bank eine hohe Kreditkonzentration in spezifischen Ländern mit hohem Risiko und zyklischen Sektoren hat. Gefährdete Kredite haben sich in der ersten Hälfte des Jahres 2015 fast auf 1,6 Milliarden USD verdoppelt. Das hat dafür gesorgt, dass zugrunde liegende Gewinne sich auf 0,49 USD je Aktie fast halbiert haben. Und das Schlimmste könnte noch bevorstehen.

Es gibt hier auf jeden Fall langfristiges Potenzial. Standard Chartered hat eine erprobte Strategie des Privatkundengeschäfts in Schwellenmärkten und es könnte seine Präsenz dort in dem nicht ausgeschöpften Vermögensverwaltungsmarkt erhöhen.

Es braucht aber noch Restrukturierungen. Investoren sollten daher keine schnellen Belohnungen erwarten. Das Management sagt bis 2018 eine Eigenkapitalrentabilität von nur 8 % voraus. Das erscheint niedriger als der erwartete Eigenkapitalkostensatz und wir müssen immer noch drei Jahre warten, bevor die Bank selbst das erreicht.

Die Risikofreudigen könnten diese Anteile zu einem hohen Rabatt kaufen. Nach seiner Bezugsrechtsemission wird Standard Chartered einen reinen Vermögenswert von 16,08 USD je Aktie haben, was bedeutet, dass diese nur zum 0,46-fachen seines Buchwertes gehandelt werden.

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The Motley Fool hat HSBC Holdings und Royal Dutch empfohlen.

Dieser Artikel wurde von Jack Tang auf Englisch verfasst und am 17.12.2015 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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