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Kann der neue CEO von Volkswagen die Unternehmenskultur ändern?

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Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, bei der es um ein Update bezüglich des Emissionsskandal des Unternehmens ging, hat Volkswagens (WKN:766400) neuer CEO einen ausführlichen Reorganisationsplan für das Unternehmen vorgelegt, damit dieses agiler und kollaborativer wird.

Er sagte jedoch, dass diese Reorganisation nicht ohne eine neue Grundeinstellung der VW-Angestellten funktionieren wird. Das erinnert stark an eine große Veränderung, die von einem Rivalen VWs vor nicht allzu langer Zeit hingelegt wurde: Ford Motor Company (WKN:502391).

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Müller: VW braucht einen starken Wandel in der Unternehmenskultur

„Wir können die besten Leute und eine großartige Organisation haben, aber wir können nichts ohne die richtige Einstellung und Mentalität erreichen“, sagte Müller am Donnerstag.

Was bedeutet das? Es bedeutet mehr offene Diskussionen, engere Zusammenarbeit und die Bereitschaft, Fehler zu erlauben, sagte er. Es bedeutet auch, den Leuten, die in der Firmenhierarchie weiter unten stehen, mehr Autorität zu geben.

Das sind alles große Veränderungen für Volkswagen, welches für viele Jahre autokratisch und detailbesessen von seinem ehemaligen Chef Ferdinand Piëch geleitet wurde. Piëch ist Mitglied der Porsche-Familie, welche einen kontrollierenden Anteil an VW hält und ihm wird oft zugeschrieben, er habe das Unternehmen zu einem der größten Autohersteller der Welt aufgebaut. Aber gleichzeitig hat er auch eine Unternehmenskultur geschaffen, die keine Fehler und kein Versagen toleriert.

Das war vielleicht ein Faktor in dem Emissionsskandal. Es ist einfach, sich eine Gruppe Ingenieure vorzustellen, die unter dem Druck stehen, einen „sauberen“ Diesel zu einem bestimmten Preis zu entwickeln und diese Aufgabe nicht meistern können. Sie entscheiden sich vielleicht dann, tief in der Software des Motors einen Cheat einzubauen. Diese Entscheidung hat vielleicht damals ihre Jobs gerettet – aber zu einem hohen Preise für das Unternehmen.

Müller möchte VWs Kultur so verändern, dass so etwas nicht mehr passieren kann. Dieser Wandel erinnert sehr an den, der von einem anderen neu berufenen Auto-CEO 2006 angestrebt wurde: Fords Alan Mulally.

So ein Wandel ist möglich: Ford hat es geschafft

Es war unglaublich schwer, bei Ford zu arbeiten, als Mulally 2006 dazukam. Führungskräfte standen in harter Konkurrenz zueinander und das Zugeben eines Fehlers war quasi das Ende einer Karriere. Es ist nicht ganz so wie bei VW, aber es war so, dass jeder unter Druck stand, unbedingt erfolgreich zu sein.

Das hat sich berühmterweise geändert, als eine Ford-Führungskraft bei einem großen Meeting ein Problem mit dem Programm zugab und um Hilfe bat. Anstatt ihn fertig zu machen, applaudierte Mulally. (Es war übrigens kaum das Ende der Karriere von Mark Fields, der Mulally als CEO ablöste.)

Eine fehlertolerante Zusammenarbeit war ein Teil von „One Ford“ – ein umfassender Plan, der von Mulally und Fields erstellt worden war, um das Unternehmen umzukrempeln. Er wird dafür verantwortlich gemacht, Ford aus der Klemme geholfen und das Unternehmen wieder zu einem profitablen, wettbewerbsfähigen Unternehmen gemacht zu haben. (Heutzutage gilt Ford als sehr angenehmer Arbeitsplatz, was ein wichtiger Faktor ist, um Talente anzuziehen.)

Im Gegensatz zu Ford steht VW nicht vor dem Ruin. Aber eine große Krise steht an und Müller sieht darin anscheinend eine Chance, das Unternehmen zum Besseren zu ändern.

Kann Müller VWs Mulally sein?

VWs Probleme sind anderer Natur als die von Mulally, als er bei Ford anfing, aber die Herausforderungen sind ähnlich: Wie kann ein CEO die Unternehmenskultur transformieren?

Mulally hat das erreicht, indem er konsequent mit gutem Beispiel voranging und andere dafür gelobt und belohnt hat, mit an Bord zu sein. Führungskräfte, die nicht mitmachten, wurden entlassen und die, die es taten, spielen jetzt Schlüsselrollen in Fords Führungsteam. Der neue Ansatz wurde zum Standard im gesamten Unternehmen.

Die Pressekonferenz am Donnerstag war unser erster Blick auf Müller, seit er VWs CEO geworden ist. Er war beeindruckend: Im Gegensatz zu früheren Führungskräften (und zu Hans Dieter Pötsch, der die Pressekonferenz eröffnete), die imposant und brüsk waren, erweckt Müller den Anschein, informal, an Zusammenarbeit interessiert und zugänglich zu sein.

Er muss VW als gutes Beispiel führen, um den kulturellen Wandel zu erreichen, den er sich wünscht. Es bleibt abzuwarten, ob die Kräfte, die VW wirklich steuern – Gewerkschaften auf der einen Seite und die Porsche-Familie auf der anderen – ihm den Raum geben, um diese Veränderungen zu verwirklichen.

Er scheint jedoch die Art von Führungskraft zu sein, die das erreichen könnte. Sollte dem so sein, könnte VWs Zukunft rosig aussehen. Wir bleiben dran.

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Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 10.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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