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Die Probleme der Ölfirmen in 2016

Foto: Pixabay, Moni49

Es war kein gutes Jahr für alle, die in die großen Ölfirmen investiert haben. Die Aktien der beiden größten integrierten Ölunternehmen, ExxonMobil (WKN:852549) und Chevron (WKN:852552), sind dieses Jahr um 15 % bis 20 % gefallen.

DIE KURSE VON EXXONMOBIL UND CHEVRON, DATEN VON YCHARTS.

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Wenn man bedenkt, wie tief die Ölpreise in den letzten anderthalb Jahren gefallen sind, dann hätte es für die Investoren auch noch deutlich schlimmer kommen können. Der Preis für die Sorte Brent ist dieses Jahr um 34 % gesunken, selbst nachdem er in der zweiten Jahreshälfte 2014 schon um 50 % gefallen war.

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Wenn der Ölpreis 2016 nicht mehr als erwartet wieder ansteigt, dann werden ExxonMobil und Chevron ihre Einnahmen weiter schwinden sehen. Das könnte auch die Dividenden der beiden in Gefahr bringen, was wiederum zu starken Verlusten für die Aktionäre führen könnte.

Gewinneinbruch 2015

Sowohl ExxonMobil als auch Chevron haben dieses Jahr starke Gewinneinbußen hinnehmen müssen. Bei ExxonMobil sanken die Gewinne in den ersten neun Monaten um 48 %, von 26 Milliarden USD auf 13,4 Milliarden USD. Bei Chevron lief es sogar noch schlechter. Hier schrumpften die Gewinne um 67 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, von 15,8 Milliarden USD auf 5,2 Milliarden USD.

All diese Probleme kommen aus dem Upstream-Segment, wo das Rohöl und Erdgas gefördert wird. In der Zwischenzeit hat die Kombination aus fallenden Rohölpreisen und steigender Produktnachfrage aber zu höheren Gewinnen aus dem Raffineriegeschäft und der Chemiesparte geführt.

EXXONMOBIL PROFITIERT VON DEN STARKEN GEWINNEN AUS DER CHEMIESPARTE UND DEM RAFFINERIEGESCHÄFT. BILDQUELLE: THE MOTLEY FOOL.

Bei ExxonMobil fielen die Upstream-Gewinne um fast 16 Milliarden USD in den ersten drei Quartalen des Jahres. Die Gewinne wurden von einem Anstieg um 3 Milliarden USD aus dem Downstream-Segment und den Profiten aus der Chemiesparte aufgefangen.

Bei Chevron lösten sich die Upstream-Gewinne in den ersten drei Quartalen komplett in Luft auf. Sie fielen von einem Gewinn von 14,2 Milliarden USD im Vorjahr auf einen Verlust von 600 Millionen USD. Zum Glück verdoppelten sich die Gewinne aus dem Downstream-Geschäft von 2,8 Milliarden USD auf mehr als 6,6 Milliarden USD.

Die Gewinne könnten noch weiter abstürzen

Im Moment ist der Ausblick auf 2016 ziemlich düster. So schlecht wie 2015 auch war, der Durchschnittspreis der Sorte Brent – der vielleicht beste Indikator der weltweiten Ölpreise – lag bei knapp über 52 USD pro Barrel. In der Zwischenzeit deutet die Terminkurve an, dass die Preise 2016 bei etwa 40 USD pro Barrel liegen werden.

Aber auf dem Markt für Erdgas sieht die Sache sogar noch schlimmer aus. Eine Kombination aus steigender Produktion aus Fracking-Projekten und schwachem Heizbedarf aufgrund ungewöhnlich warmem Wetter hat die Preise auf ein Niveau gedrückt, das man seit 1999 nicht mehr gesehen hat. Die Preise für Erdgas sind dieses Jahr um 46 % gefallen – sogar noch tiefer als Rohöl – wobei der stärkste Abfall seit August vorgefallen ist.

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Es ist unwahrscheinlich, dass ExxonMobil und Chevron im nächsten Jahr von steigenden Profiten aus dem Raffineriegeschäft gerettet werden. Zuerst einmal wird es deutlich schwerer, mit den starken Anstiegen von 2015 mitzuhalten. Zweitens hat der schwache Heizbedarf die Preise für Heizöl und andere Destillate auch nach unten getrieben. Diese Situation könnte die Vorteile der starken Nachfrage nach Benzin wieder zunichte machen.

Die Crack Spreads – damit ist die Differenz zwischen dem Rohölpreis und dem Produktpreis gemeint – werden in einigen Teilen der Welt (aber nicht in allen) im Jahresvergleich immer kleiner.

Die Analysten an der Wall Street scheinen diese Realität noch nicht vollständig in ihre Gewinnprognosen mit eingerechnet zu haben. Aktuell erwarten die Analysten bei ExxonMobil ein moderates Minus von 5 % beim Gewinn pro Aktie, bei Chevron ein Wachstum von 4 %. Wenn sich die Öl- und Gaspreise nicht erholen, dann werden sich diese Schätzungen als zu hoch herausstellen.

Das Ende der Dividende?

Selbst als die Gewinne in den Keller gefallen sind, haben ExxonMobil und Chevron dieses Jahr ihre Dividenden erhöht. Sie sind beides „Dividendenaristokraten”, also Unternehmen, die ihre Dividenden mindestens 25 Jahre lang jedes Jahr erhöht haben.

Diese Stabilität der Dividenden hat geholfen, einen größeren Kurseinbruch zu verhindern. Die beiden verfügen jetzt schon über eine der höchsten Dividendenrenditen unter den Aristokraten. Dieser Umstand hilft ihnen, Einkommensinvestoren anzulocken, die nach hohen Dividenden suchen.

CHEVRON IST EINES DER UNTERNEHMEN MIT DER HÖCHSTEN DIVIDENDE UNTER DEN DIVIDENDENARISTOKRATEN. BILDQUELLE: THE MOTLEY FOOL.

Ohne einen Anstieg bei den Energiepreisen scheinen diese Dividenden nicht nachhaltig zu sein. ExxonMobil hat in den ersten neun Monaten einen freien Cashflow von 7,4 Milliarden USD generiert, aber 9,2 Milliarden USD an Dividenden gezahlt. Während desselben Zeitraums hatte Chevron trotz Veräußerungen von mehr als 5 Milliarden USD einen negativen Cashflow. Dann zahlte das Unternehmen 6 Milliarden USD an Dividenden und musste dafür 8 Milliarden USD an Schulden aufnehmen.

ExxonMobil und Chevron ergreifen beide ziemlich aggressive Schritte, um die operativen Kosten zu reduzieren und um die Investitionsausgaben ab dem nächsten Jahr zu kürzen. Trotzdem wird das wohl nicht reichen, um die Ausfälle durch die niedrigen Öl- und Gaspreise aufzufangen, ganz zu schweigen von den sinkenden Einnahmen aus dem Raffineriegeschäft.

Kurz gesagt, wenn die Preise weiterhin so niedrig bleiben – oder sogar noch sinken – dann könnten die Dividenden der beiden einfach nicht mehr tragbar sein. Chevron steckt hier tiefer in Schwierigkeiten, denn das Unternehmen hat auch dieses Jahr schon Geld verbrannt. Die Situation könnte es erfordern, die Dividende nächstes Jahr zu kürzen, was die Aktie nur noch weiter auf Talfahrt schicken würde.

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Motley Fool besitzt Aktien von ExxonMobil. Motley Fool empfiehlt Chevron.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und wurde am 20.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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