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Fusions-Monitor KW51: Nordex kauft zu, Infineon und das Halbleiter-Fieber, Konfrontation zwischen Siemens und GE

Foto: Wilfried Wittkowsky, Wikimedia Commons

Fusionen sind für mich das Salz in der täglichen Unternehmensnachrichten-Suppe. Der Kurs einer Aktie kann sich mittels intelligenter Übernahmen in wenigen Jahren vervielfachen. Wenn beim Zusammengehen hingegen Sand ins Getriebe kommt, kann auch viel Wert vernichtet werden.

In einer Reihe von Branchen entstehen derzeit neue Marktführer. Einige markante Beispiele mit Auswirkungen auf uns Investoren in der deutschsprachigen Region stelle ich dir nachfolgend kurz und knapp vor.

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Auf Hochtouren dreht das Fusions-Karussell in diesem Jahr bei den Chip-Herstellern

Die Nachfrager fordern immer häufiger Lösungen statt Bausteine und immer höher integrierte Schaltkreise. Folglich müssen Halbleiterhersteller ihr Kompetenzspektrum ständig ausweiten – Übernahmen sind hierfür ein geeignetes Mittel.

In diesem Jahr scheint sich die Anzahl der Branchenunternehmen geradezu zu halbieren. Jeder ist auf der Suche nach großen Übernahmezielen oder einem Fusionspartner. Unzählige große Deals sind bereits über die Bühne gegangen und es geht weiterhin hoch her.

Gerade abgeschlossen wurde das Zusammengehen von NXP Semiconductors (WKN:A1C5WJ) und Freescale (WKN:A0B57Z). Dieser neue Riese überflügelt nun Infineon (WKN:623100) im prestigeträchtigen Geschäft mit Automobilzulieferern. Die Deutschen sind daher etwas unter Zugzwang, in diesem Bereich noch einmal aufzustocken, nachdem die erfolgreiche Integration von International Rectifier bereits guten Wert für die Aktionäre geschaffen hat.

Allerdings hat die Höhe der zuletzt bezahlten Übernahmepreise auch immer wieder Anlass zu Kritik gegeben, sodass es eine Herausforderung darstellt, heute noch einen sinnvollen Deal einzufädeln.

Beeindruckende Konzentrationsprozesse gibt es auch bei der Technik im großen Maßstab

Der führende amerikanische Industriekonzern General Electric (WKN:851144) befindet sich gerade in einer Umbruchphase. Die zuvor systemkritische Finanztochter GE Capital wurde durch Teilverkäufe zurechtgestutzt und die Haushaltsgerätesparte sollte an Electrolux (WKN:853138) verkauft werden. Letzteres wurde jedoch jetzt abgeblasen, zu groß waren die Vorbehalte der US-Aufsicht. Trotz Bedenken wurde die Übernahme des Energiegeschäfts von Alstom (WKN:A0F7BK) hingegen durchgewunken.

Für Siemens (WKN:723610), die sich selbst vor einem Jahr mit den Kompressoren von Dresser-Rand (WKN:A0F40U) und den Energie-Gasturbinen von Rolls-Royce (WKN:A1H81L) verstärkt hat, bedeutet dies zum einen, dass man einen Konkurrenten weniger im Turbinenmarkt hat; zum anderen aber auch, dass man im Bahngeschäft einer gestärkten und fokussierten Alstom gegenübersteht.

Auch die weitere europäische Konkurrenz befindet sich teilweise in bedeutenden Transformationsprozessen. Dass es in diesem Sektor trotzdem nicht so drunter und drüber geht wie bei den Halbleiterkollegen, liegt vor allem an der traditionellen Zurückhaltung der japanischen Rivalen. Immerhin wagte sich mit Hitachi (WKN:853219) einer davon endlich einmal auf den europäischen Bahntechnikmarkt. Im November wurde die Übernahme des italienischen Zugherstellers AnsaldoBreda vollzogen.

Auch im Windturbinen-Markt steht Siemens gestärkten Herausforderern gegenüber

Während GE mit der Hinzunahme der Alstom-Turbinen den führenden Herstellern von Windmühlen noch näher auf die Pelle rückt, entsteht durch die Übernahme der Windpower-Tochter der spanischen Acciona (WKN:865629) durch Nordex (WKN:A0D655) ein weiterer global aufgestellter Wettbewerber. Gleichzeitig hat GE durch den Erwerb der britischen Blade Dynamics noch einmal nachgelegt und setzt viele Hoffnungen in deren fortschrittliche modulare Rotorblatt-Designs.

Höchstwahrscheinlich sehen wir in den nächsten Monaten auch hier weitere spannende Deals. Schließlich müssen sich alle europäischen Hersteller gegen die aufstrebenden Angreifer aus Asien wappnen.

Immer gut für eine Mega-Fusion: die Pharma- und Chemie-Branche

Nachdem Merck KGaA (WKN:659990) kürzlich die Übernahme des großen amerikanischen Laborausrüsters Sigma Aldrich (WKN:863120) unter Dach und Fach bekommen hat, wird aus den USA noch ein ganz anderes Kaliber gemeldet: Merck’s Partner im Bereich Krebsmedikamente, Pfizer (WKN:852009), übernimmt die irische Allergan (WKN:A14U12) und verlegt gleichzeitig den Hauptsitz in das Steuerparadies. Dadurch entsteht der weltgrößte Arzneimittelkonzern.

Gerade am 9. Dezember wurde zudem angekündigt, dass die amerikanischen BASF (WKN:BASF11)-Konkurrenten DuPont (WKN:852046) und Dow Chemical (WKN:850917) zusammen zur neuen Nummer 1 ihrer Branche werden wollen. Allerdings ist vorgesehen, in der Folge den neuen Giganten in drei Spezialisten aufzuteilen: Agrarchemie, Material Science und Spezialitäten.

Die führenden Chemie- und Arzneimittelkonzerne in Deutschland und der Schweiz werden von derlei Entwicklungen bestimmt nicht unbeeindruckt sein. Ich bin sicher, dass auch dort durchgespielt wird, wie man beispielsweise Agrarchemiesparten neu zusammenwürfeln kann. Für die Kurse der betroffenen Unternehmen kann das nur positiv sein.

Fazit

Es wird allseits umstrukturiert, veräußert, erworben und fusioniert, als ob es kein Morgen gäbe. Dem Eindruck nach wollen viele Unternehmen noch handeln bevor die Zinswende Fahrt aufnimmt – die einen verkaufen, um ihre Bilanz in Ordnung zu bringen und die anderen nutzen die Chance, mit Billigstkrediten eine Übernahme stemmen zu können.

Der überraschendste Deal war für mich DowDuPont, wobei die strategischen Überlegungen einen absolut überzeugenden Eindruck machen. Wir können gespannt sein, ob und wie lange sich dieser Trend fortsetzt. Nächste Woche gibt es mit Sicherheit wieder viel zu berichten.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt NXP Semiconductors. The Motley Fool besitzt Aktien von General Electric Company.

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