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Ist diese Studie der Durchbruch für Gilead Sciences in der Krebstherapie?

Gilead Sciences (WKN:885823) ist für seine Medikamente gegen HIV und Hepatitis C bekannt, aber die Zulassung von Zydelig durch die FDA aus dem Jahr 2014 bedeutet, dass das Unternehmen auch versucht, sich in der Krebsbehandlung einen Namen zu machen.

Bisher hat sich Zydelig nicht besonders gut verkauft, aber laut aktuellen Daten könnte sich das schon bald ändern, wenn Zydelig es schafft einen größeren Marktanteil für wiederkehrende chronische lymphatische Leukämie (CLL) oder Rückfallpatienten zu gewinnen.

BILDQUELLE: GILEAD SCIENCES

BILDQUELLE: GILEAD SCIENCES

Größerer Anwendungsbereich

Aktuell ist Zydelig nur für die Behandlung von Rückfällen und wiederkehrender CLL bei Patienten zugelassen, die mit Rituxan allein behandelt werden. Das ist ein ziemlich kleiner Markt, denn Rituxan wird oft zusammen mit der Chemotherapie Treanda von Teva Pharmaceuticals (WKN:883035) eingesetzt.

Daher erreichten die Umsätze von Zydelig nur 36 Millionen USD im dritten Quartal und nur 92 Millionen USD während der ersten neun Monate 2015. Das ist kein Vergleich mit AbbVie (WKN:A1J84E) und Imbruvica von Johnson & Johnson (WKN:853260), einem Medikament, das zur selben Zeit von der FDA zugelassen wurde, das aber bei mehr Patienten benutzt werden kann als Zydelig. In Q3 betrugen die Umsätze von Imbruvica 304 Millionen USD.

Kürzlich meldete Gilead Sciences, dass eine Kombination von Zydelig mit Rituxan und Treanda progressionsfreies Überleben deutlich verbessert hatte.

Besonders die dreifache Therapie verzögerte das Fortschreiten der Krankheit für durchschnittlich 23,1 Monate im Vergleich zu 11,1 Monaten bei Rituxan und Treanda allein.

Gilead Sciences berichtet auch, dass der Einsatz der drei Medikamente den Krankheitsfortschritt um 50 % mehr reduziert als Rituxan und Treanda bei Patienten mit den schwer zu behandelnden 17p oder TP53 Genmutationen.
Die Überlebenschance, der heilige Gral der Krebsmedikamente, verbesserte sich auch, wenn Zydelig mit Rituxan und Treanda kombiniert wurde. Bei Patienten, die mit allen drei Medikamenten behandelt worden waren, stellte sich eine Reduktion des Sterberisikos um 45 % ein, verglichen mit einer Behandlung ohne Zydelig. Die Gesamtansprechrate auf die Therapie lag bei 68 % für die Behandlung mit allen dreien inklusive Zydelig und 45 % für die Behandlung ohne Zydelig.

Daher plant Gilead Sciences, Anfang nächsten Jahres bei der FDA einen Antrag zu stellen, um die Anwendung von Zydelig in Kombination mit Rituxan und Treanda auszuweiten.

Unsicherheit auf dem Markt

Trotzdem ist nicht klar, wie groß der Anwendungsbereich der drei Medikamente werden könnte.
Da Rituxan zum Bestseller geworden ist und Treanda Umsätze von 200 Millionen USD pro Quartal generiert, könnte Zydelig gut positioniert sein, um einen deutlichen Sprung bei den Verkaufszahlen zu machen. Aber das hängt wiederum stark davon ab, wie sich der Markt für Imbruvica entwickelt.

Imbruvica ist bereits zur Anwendung bei Patienten zugelassen, die schon mindestens einmal zuvor behandelt wurden. Vor einigen Monaten veröffentlichte AbbVie die Ergebnisse einer Studie zur Anwendung von Imbruvica in Kombination mit Rituxan und Treanda.

In dieser Studie reduzierte die Kombination von Imbruvica, Rituxan und Treanda das Risiko eines weiteren Krankheitsverlaufes oder Todes um 80 %. Die Gesamtansprechrate auf Imbruvica lag bei 82,7 % im Vergleich zu 67,8 % für eine Therapie mit Rituxan und Treanda allein.

Abgesehen davon, dass Imbruvica vergleichbare oder bessere Effizienz in dieser Kombination haben könnte, ist Imbruvica vielleicht auch sicherer und hat Vorteile bei der Dosierung. Das liegt daran, dass bei Zydelig eine Warnung vor möglichen Leberschäden auf der Packung steht, die Imbruvica nicht hat. Imbruvica wird einmal täglich eingenommen, während Zydelig zweimal am Tag eingenommen wird.

Wie geht’s jetzt weiter?

Die Studien von Zydelig und Imbruvica legen nahe, dass die Chemotherapie eine immer kleinere Rolle bei der Behandlung von CLL spielen wird.

Derzeit laufen Studien von Zydelig an bisher unbehandelten Patienten. AbbVie kündigte an, dass Imbruvica bei solchen Patienten deutlich besser als eine Chemotherapie wirkt. In dieser Studie sank das Risiko des Krankheitsverlaufs oder Sterberisiko bei Imbruvica um 84 % im Vergleich zur Chemotherapie. 98 % der mit Imbruvica behandelten Patienten überlebten länger als 2 Jahre im Vergleich zu 85 % bei den Chemotherapiepatienten.

Diese Ergebnisse zeigen an, dass Imbruvica schon bald die Chemotherapie als Erstlinienbehandlung ersetzen wird. Sollte es soweit kommen, dann könnte das den Zweitlinienmarkt für Therapien mit Zydelig öffnen. Das würde natürlich die Umsätze von Zydelig antreiben. Daher sollten die Investoren ein Auge auf die beiden Medikamente haben.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Gilead Sciences. Motley Fool empfiehlt Johnson & Johnson und Teva Pharmaceutical Industries.

Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und wurde am 10.12.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.