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Warum ich Amadeus Fire eher kaufen würde als Adecco oder Randstad

Randstad (WKN:87930) aus den Niederlanden und das Schweizer Unternehmen Adecco (WKN:922031) sind die zwei größten Personaldienstleister in Europa. Amadeus Fire (WKN:509310) spielt als Mitglied im SDAX in einer anderen Liga und dennoch halte ich das Unternehmen aus drei Gründen für die bessere Investition.

Grund 1: Vorteile durch Konzentration auf eine Nische

Laut Statista steigen immer mehr Unternehmen in die Zeitarbeitsbranche ein; heute sind bereits 50 % mehr Wettbewerber aktiv als vor 10 Jahren. Auf Wikipedia ist nachzulesen, dass der Staat durch Regulierungen für weiteren Kostendruck sorgt. Meiner Meinung nach hat Amadeus Fire den entscheidenden Vorteil, dass es sich ausschließlich auf die Vermittlung von kaufmännischen Fach- und Führungskräften spezialisiert hat und dadurch einen Wettbewerbsvorteil in diesem Bereich besitzt. Denn bei einem Wirtschaftsabschwung werden eher Produktionsmitarbeiter entlassen, um auf einen Auftragsrückgang zu reagieren, als hochqualifizierte Angestellte im kaufmännischen Bereich.

Das konnte man in den Krisenjahren 2008/2009 beobachten. Amadeus war in der Lage, Umsatz und Gewinn konstant zu halten, während Mitbewerber wie Adecco und Randstad laut Geschäftsberichten Gewinneinbrüche von über 95 % hatten!

Auch ist die Marge des operativen Gewinns – EBIT-Marge, aus dem Englischen Earnings Before Interest and Tax – mit 16,5 % viermal so hoch wie bei Adecco (4,5 %) und Randstad (3,5 %). Durch den höheren operativen Gewinn kann Amadeus Fire mit weniger Fremdkapital wachsen und mehr Dividenden an seine Aktionäre ausschütten, als die Konkurrenz.

Grund 2: Amadeus steht auf besonders gesunden Beinen

Amadeus hat zum Zeitpunkt des 3. Quartalsbericht 2015 am 30. September liquide Mittel in Höhe von 35,7 Mio. EUR gegenüber einem Gesamtschuldenstand von 26,3 Mio. EUR in der Bilanz. Das bedeutet, dass das Unternehmen all seine Schulden heute theoretisch mit seinem Bargeldbestand tilgen könnte und damit praktisch schuldenfrei ist.

Auch die Eigenkapitalquote ist für einen Personaldienstleister untypisch hoch und sticht positiv heraus. Amadeus hat einen Wert von 64 % vorzuweisen, während sie bei Adecco und Randstadt bei 40 % bzw. 42 % liegt. Und die Eigenkapitalrendite von 39 % ist branchenweit einzigartig und unterstreicht die starke Nischenstellung.

Grund 3: starkes Management

Als letztes möchte ich noch auf das Management eingehen. Günther Spahn gründete 1986 das Unternehmen und brachte es 1999 an die Börse, seitdem ist Peter Haas sein Wegbegleiter und seit 2009 der CEO von Amadeus. 2008 hat sich Herr Spahn in den Ruhestand zurückgezogen und übt weder einen Einfluss auf Amadeus aus, noch halten er und Peter Hass größere Aktienpakete.

Das würde ich zwar gerne sehen, aber was für das Management spricht, ist, dass es konsequent in seinem „Kompetenzkreis“ bleibt. Zum Beispiel bei ihren Akquisitionen. Diese werden nur getätigt, wenn sie zum Kerngeschäft passen und keine kostspieligen Unternehmungen in anderen Bereichen unternommen wurden. Ein Beleg dafür ist die Beteiligung und Integration der Steuerfachschule Dr. Endriss sowie der Akademie für internationale Rechnungslegung im Jahr 2001 bzw. 2005.

Kaufen oder noch warten?

Als Foolisher Investor sollte man nach Unternehmen Ausschau halten, die einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Mitbewerbern haben, finanzielle Stärke besitzen, von kompetenten und ehrlichen Managern geleitet werden und zu einem attraktiven Preis zu haben sind. Für mich erfüllt Amadeus Fire alle Voraussetzungen, um ein großartiges Investment zu sein.

Im 3. Quartalsbericht wurde darauf hingewiesen, dass der Umsatz zwar steigen wird, aber dass das operative Ergebnis auf Vorjahresniveau bleibt. Seitdem ist der Kurs in der Spitze um 26 % gefallen und bietet dadurch eine interessante Einstiegsmöglichkeit. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis des erwarteten Gewinns 2015 von 20 ist jedoch deutlich höher als der Durchschnitt der letzten fünf Jahre von 15,1. Dagegen sind Adecco mit einem 2015er KGV von 15 und Randstad mit 17,6 günstiger zu haben.

Jedoch bin ich der Meinung, dass Amadeus einen gewissen Aufschlag rechtfertigt und sich langfristig als bessere Investition erweisen sollte. Wer auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand besteht, sollte auf den nächsten wirtschaftlichen Abschwung warten und sich Amadeus auf die Watchlist setzen.

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Andrei Sarasan besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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