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Die Zinswende kommt – wie du dich jetzt vorbereiten kannst

Foto: Flickr, FutUndBeidl

Seit Wochen und Monaten wird ständig spekuliert, ob die Zinswende bald kommt oder nicht. Nächste Woche könnte es so weit sein. Wie sollst du dich als langfristig orientierter Investor vorbereiten? Oder kannst du das vielleicht sogar getrost ignorieren? Hier sind die Meinungen drei unserer Autoren.

Thorben Peters

Warte ab, bis die Zinswende tatsächlich kommt und frage nach dem Grund dafür.

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Es gibt an der Börse das Sprichwort „Buy the rumor, sell the fact.“ – Kaufe das Gerücht und verkaufe die Tatsachen. Das beschreibt den Kerngedanken einer Spekulation. Investoren kaufen Tatsachen und werden bei Gerüchten unruhig. Und das solltest du auch tun.

Es ist wichtig zu wissen, warum etwas passiert. Nur so kann man sich auf langfristige Auswirkungen einstellen.

Zinsen setzen sich aus Inflationserwartung und erwartetem realen Wirtschaftswachstum zusammen. Kommt es zu einer Zinswende, kann das an einer deutlich steigenden Inflationserwartung, einer deutlichen Erholung der realen Wirtschaft, oder beidem liegen. Deutliches reales Wirtschaftswachstum lässt stabile, steigende Unternehmensgewinne vermuten. Steigende Inflationserwartungen deuten eher auf stärkere Turbulenzen hin.

Vielleicht kommt die Zinswende bald, vielleicht erst in zwei Jahren, vielleicht dauert es noch länger und vielleicht ist der Zinsanstieg dann nur minimal. Japan wartet seit den 80er Jahren auf die große Zinswende und hatte zwischenzeitlich Rallys und Crashs an der Börse. Es gibt kein Naturgesetz, wonach es eine Zinswende zu einem bestimmten Zeitpunkt geben muss.

Im Augenblick sieht es danach aus, dass die Zinswende in den USA kommen und die europäische Zentralbank weiter fleißig Euros drucken wird. Dadurch würden Unternehmen profitieren, deren Hauptabsatzmarkt die USA ist und deren Kosten im Euroraum anfallen. Aurubis (WKN:676650) hat in den vergangenen Monaten bereits eindrucksvoll gezeigt, wie sich die Stärke des US-Dollars gegenüber dem Euro auf das Ergebnis auswirken kann. So ist das Ergebnis in Euro deutlich gestiegen, obwohl der Mengenabsatz gleich blieb und die Rohstoffpreise in US-Dollar gefallen sind. Dieser Trend würde sich durch die Währungsentwicklung fortsetzen.

Wenn es zu einer von Inflation getriebenen Zinswende kommt, dann ist es sinnvoll, das Risiko am Aktienmarkt zu reduzieren und inflationsgeschützte Anleihen mit variablem Kupon von soliden Unternehmen verstärkt in das Depot zu nehmen. Ist reales Wirtschaftswachstum der Hauptgrund für die Zinswende, dann würden Aktien am deutlichsten von der Entwicklung profitieren.

Robert Schleifenbaum

Mein Rat an alle Anleger ist ausreichend liquide zu bleiben!

Ja, die Zinswende steht vielleicht bevor. Aber das heißt noch lange nicht, dass Aktien nicht auch weiterhin die beste Investmentklasse bleiben werden. Anleihen sind für mich auch nächstes Jahr keine attraktive Option. Denn wenn die Zinsen weltweit deutlich steigen, werden viele Investoren ältere Anleihen verkaufen, weil diese im Vergleich zu den neuen, höher verzinsten Papieren, weniger attraktiv sind. Die Kurse der Anleihen könnten daraufhin stark fallen.

Ich rechne auch nicht damit, dass es auf dem Aktienmarkt alles ruhig bleibt. Die durch die steigenden Zinsen ausgelöste Verunsicherung kann Aktien aus Europa und aus Deutschland erst einmal in Turbulenzen bringen. Einen Vorgeschmack dazu hat man letzte Woche Donnerstag bekommen, nachdem die EZB die Vorfreude der Anleger auf weiteres „Billig-Geld“ enttäuscht hatte.

Dabei sehe ich jedoch die Zinswende ganz und gar nicht als ein Problem für den europäischen und insbesondere nicht für den deutschen Aktienmarkt. Ziemlich sicher ist, dass im Fall der Zinswende der Dollar gegenüber dem Euro weiter steigen wird. Hier liegt der Clou: Exportorientierte Unternehmen können daraus einen Vorteil generieren, da ihnen der schwache Euro hilft, mehr zu exportieren und ihre Produkte teurer in Dollar zu verkaufen.

Ich denke dieses Jahr wird es wichtig sein, geduldig zu bleiben und im richtigen Moment „abzudrücken“. Sei also foolish und halte genug Barmittel vor, damit du die Turbulenzen nutzen kannst, um günstig Aktien von exportstarken Qualitätsunternehmen zu kaufen. Vergiss aber nicht, bei jedem Unternehmen genau hinzuschauen und es auf eine gesunde Bilanz und eine starke Wettbewerbsfähigkeit zu prüfen.

Ralf Anders

Die EZB hat mit ihrer Politik der offenen Schleusen ein enormes Inflationspotenzial aufgebaut. Dass dieses noch keine Auswirkungen zeigt, liegt vor allem an den niedrigen Rohstoffpreisen, ein Effekt der sich jedoch nach und nach auflösen sollte.

Deshalb rechne ich damit, dass die Inflation irgendwann im Laufe des nächsten Jahres kraftvoll einsetzen wird. In der Folge würden Trippelschritte bei den Zinssätzen wie in früheren Zeiten wahrscheinlich nicht ausreichen, sodass das Zinsniveau zügig auf ein normales Niveau angehoben werden muss.

Wenn wir trotz der zu erwartenden Turbulenzen im Aktienmarkt weiter investieren wollen, sollten wir unsere Werte gründlich auf ihre Robustheit abklopfen.

Beispielsweise können Unternehmen mit hohem Verschuldungsgrad bei sinkenden Zinsen hervorragende Investments sein. In der jetzigen Situation würde ich diese aber eher meiden, insbesondere wenn das Geschäftsmodell wackelig wirkt – selbst wenn die Kurse geradezu billig erscheinen wie etwa bei den großen Energie-Konzernen.

Im Vorteil sind hingegen gut aufgestellte Unternehmen, die sich in den letzten Jahren extrem günstig Geld besorgt haben und diese Verbindlichkeiten nun mit hohen Geldzuflüssen bedienen können, anstatt schon bald teurer umschulden zu müssen.

Wenn dann noch Wachstumsphantasie und eine anlegerfreundliche Dividendenpolitik hinzukommen, dürften wir auf der sicheren Seite sein. Siemens (WKN:723610), BASF (WKN:BASF11) und Daimler (WKN:710000) gehören beispielsweise in diese Kategorie.

Anders als Industriekonzerne, welche die niedrigen Zinsen feiern, haben viele Finanzdienstleister darunter gelitten und warten sehnlichst auf Besserung. Insbesondere Versicherungen können bei steigenden Zinsen wieder attraktivere Produkte anbieten.

Eine Beimischung von Werten wie der Münchener Rückversicherung (WKN:843002) mit ihrer Versicherungstochter Ergo wäre von daher sicherlich auch kein Fehler.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

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Thorben Peters besitzt keine der erwähnten Aktien. Robert Schleifenbaum besitzt Aktien von Siemens und BASF. Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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