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3 Fakten aus dem ThyssenKrupp-Geschäftsbericht, die du kennen solltest

Foto: Pixabay, stevepb

Noch ein Geschäftsjahr ist jetzt Geschichte: Gestern veröffentlichte der deutsche Industriekonzern ThyssenKrupp (WKN:750000) die Zahlen für das Geschäftsjahr 2014/2015.

Und ist dieses gut gelaufen? Nun, gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr sehen die Ergebnisse deutlich besser aus. Auch die Marktteilnehmer nahmen die Zahlen ebenfalls äußerst positiv auf und der Kurs stieg bis zum Handelsschluss um fast 2 %.

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Mich persönlich stören aber drei Dinge, die auch die Gründe dafür sind, dass die Aktie derzeit nicht zu meinen Favoriten zählt.

Ein negativer Wertbeitrag

Jedes Wirtschaftsunternehmen definiert für sich bestimmte Kriterien, um den wirtschaftlichen Erfolg eines Geschäftsjahres zu messen. ThyssenKrupp hat sich dabei auf drei Größen festgelegt: Das bereinigte EBIT, also das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern, der Wertbeitrag (auf Englisch auch Value Added) und den Free Cashflow vor Desinvestitionen.

Obwohl das Unternehmen eine deutliche Steigerung des bereinigten EBIT (+ 26 %) und des Free Cashflows vor Desinvestitionen (+ 422 Mio. EUR) vermelden konnte, ist der Wertbeitrag des Unternehmens weiterhin deutlich negativ.

Beim Wertbeitrag werden vom Ergebnis vor Zinsen und Steuern die Kapitalkosten abgezogen. Die Kapitalkosten ergeben sich dabei, indem das eingesetzte Kapital mit dem Verzinsungsanspruch der Fremd- und Eigenkapitalgeber multipliziert wird.

Bleibt nach Abzug noch etwas übrig, dann hat das Unternehmen für seine Kapitalgeber einen Wertbeitrag geschaffen. Ist das Ergebnis dieser Rechnung allerdings negativ, dann hat das Unternehmen die Erwartungen der Kapitalgeber nicht erfüllt. Und genau das ist das Ergebnis von ThyssenKrupp im Geschäftsjahr 2014/2015. Das Unternehmen erwirtschaftete einen negativen Wertbeitrag von 399 Mio. EUR.

Das bedeutet ganz einfach, dass ThyssenKrupp das Kapital, welches beispielsweise Banken oder Aktionäre dem Unternehmen zur Verfügung gestellt haben, nicht in der Höhe vermehren konnte, wie es die Kapitalgeber erwartet haben. Wäre ich Aktionär von ThyssenKrupp, wäre ich ziemlich enttäuscht vom Management des Unternehmens.

Die Zukunftsaussichten in den Werkstoffbereichen

Über 50 % der Umsätze und fast 30 % des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (jeweils ohne Konsolidierungseffekte und Corporate) verdient ThyssenKrupp mit dem weltweiten Handel mit Roh- und Werkstoffen sowie Stahl.

Zu den Zukunftsaussichten dieser Bereiche kann man im Geschäftsbericht des Unternehmens folgendes Statement lesen:

„Insbesondere unsere Werkstoffgeschäfte sind beträchtlichen Außenhandelsrisiken ausgesetzt, da die wachsende chinesische Überproduktion massiv in Exporte umgelenkt wird, was zu regionalen Angebotsüberhängen und weltweiten Preisstürzen führte.“

Wenn sich diese Entwicklung weiter verstärken sollte, dann kann man in diesen Geschäftsbereichen, wenn überhaupt, kein allzu großes Wachstum erwarten.

Die aktuelle Bewertung

Die zuvor genannten Probleme sind wahrscheinlich nicht existenzbedrohend. Allerdings bin ich der Meinung, dass sich diese großen Herausforderungen und die Tatsache, dass die Anforderungen der Kapitalgeber derzeit nicht erfüllt werden, in einem entsprechend niedrigeren Aktienkurs widerspiegeln sollten.

Das ist beim aktuellen Kurs allerdings nicht zu sehen. Vergleicht man den aktuellen Gewinn pro Aktie mit dem aktuellen Kurs, erhält man ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 35. Teilt man das Eigenkapital des Unternehmens durch die aktuelle Marktkapitalisierung, erhält man ein Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von 3,5.

Für ein Unternehmen in der Situation, in der sich ThyssenKrupp derzeit befindet, würde ich persönlich ein KGV von deutlich unter 20 und ein KBV von deutlich unter 2,0 erwarten. Die Marktteilnehmer gehen anscheinend davon aus, dass sich die Situation des Unternehmens künftig deutlich verbessern wird.

Und was wenn nicht?

Sollten die Erwartungen der Marktteilnehmer im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres nicht erfüllt werden, dürften die Kurse meiner Meinung nach wieder deutlich zurückkommen. Weitere Kurssteigerungen erwarte ich persönlich auch nur dann, wenn die Erwartungen deutlich übertroffen werden.

Wenn mich nun meine Tante fragen würde, welche Aktie sie sich derzeit in ihr Depot legen sollte, dann wäre ThyssenKrupp derzeit sicherlich nicht meine erste Wahl.

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Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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