The Motley Fool

Der Vorteil am Unglück

Quelle: The Motley Fool

Ein Liter Benzin kostet heute in den USA weniger als vor 10 Jahren.

Das ist großartig und das Ergebnis davon, dass sich die Ölförderung in den USA seit 2008 fast verdoppelt hat.

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Aber vergiss nicht, warum das so ist.

Das Benzin für 2 USD von heute wäre ohne das für 4 USD vom letzten Jahrzehnt nicht möglich. Die schlechte Benzin-Situation von gestern ist der einzige Grund dafür, dass die Benzin-Situation von heute großartig ist, da Ölförderer dazu gebracht wurden, innovativer zu werden und eine bessere Lösung zu finden.

Je gezielter man danach sucht, desto häufiger kann man dieses Muster erkennen. Alles Gute von heute resultiert aus etwas Schlechtem in der Vergangenheit. Umgekehrt stimmt das auch. Die meisten unserer heutigen Probleme entstanden durch Annehmlichkeiten, die wir zwar wollten, aber die uns auch faul und selbstzufrieden gemacht haben.

Wenn du erst einmal erkennst, wie stark diese Ironie ist, wird das vielleicht deine Meinung über finanziellen Stress ändern.

Ich habe in den frühen 2000er Jahren in Orange County gelebt, wo große Egos auf kleine IQs getroffen sind, um das schlechteste finanzielle Verhalten aller Zeiten auszulösen. Jeder konnte dank eines Endlosstroms von einfachen Schulden alles haben. Die Leute genossen es, aber das Gefühl des mühelosen Erfolges dauerte natürlich nicht für immer.

Was aber selten besprochen wird – obwohl es genauso wichtig ist – ist, wie der durch die Finanzkrise entstandene Schmerz das Konsumverhalten verbessert hat.

Eine schwere Rezession macht den Menschen große Angst, wodurch sie wiederum bessere Entscheidungen treffen. Eine Arbeitslosenquote von 10 % und ein Markteinbruch von 50 % bewegten die Leute dazu, ihre Kreditkarten zu zerstören, aus Häusern auszuziehen, die sie sich nicht leisten konnten, das Zeug zu verkaufen, das sie nie benutzt haben und wieder damit zu beginnen, Geld zu sparen. Die Sparrate ist in den USA jetzt doppelt so hoch wie im letzten Jahrzehnt. Die Schuldenzahlungen für den Haushalt sind dort in einem 30-Jahres-Tief. Die Rentenvorsorge in den USA ist auf einem Rekordhoch. Die durchschnittliche Benzineffizienz hat sich verbessert. Der Komfort der frühen 2000er Jahre hat zu einem der dümmsten Finanzverhalten aller Zeiten geführt, während der Schmerz der letzten sechs Jahre mit das klügste und rationalste Verhalten seit Jahrzehnten hervorgebracht hat. Wofür sollten wir also sein?

Es ist schwer zuzugeben, dass Menschen klüger handeln, wenn sie im Stress sind und die Wirtschaft schwächelt, weil niemand eine schwächelnde Wirtschaft möchte. Es gibt jedoch so viele Anzeichen dafür, dass das die Wahrheit ist. Not ist die Mutter aller Erfindungen und es gibt Beweise dafür, dass das Unternehmertum zu Rezessionszeiten steigt. Laut der Kaufman-Stiftung wurden mehr als die Hälfte der Fortune 500 Unternehmen während einer Rezession oder eines Bärenmarktes gegründet. Der Supermarkt und der Waschsalon wurden beide während der Großen Depression als Lösung für eine schwächelnde Wirtschaft erfunden. Penicillin, das Zehntausende Leben gerettet hat, wurde nicht umfangreich genutzt, bis der Zweite Weltkrieg rasante wissenschaftliche Entwicklung brachte. „Die überschüssige Energie, die durch eine Überreaktion auf Fehlschläge freigesetzt wird, schafft Innovation!“, schreibt Nassim Taleb.

In ihrem Buch „Knappheit: Was es mit uns macht, wenn wir zu wenig haben“ schreiben Sendhil Mullainathan und Eldar Shafir:

Wenn Knappheit unser Denken ergreift, werden wir aufmerksamer und effizienter. Es gibt in unserem Leben viele Situationen, in denen es eine Herausforderung ist, auf ein Ziel konzentriert zu bleiben. Wir schieben bei der Arbeit Dinge auf, weil wir ständig abgelenkt sind. Wir kaufen im Laden überteuerte Dinge, weil wir mit den Gedanken woanders sind. Eine knappe Deadline oder ein finanzieller Engpass zwingt uns zur Konzentration auf die anstehende Aufgabe. Wenn unser Denken auf diese Weise fixiert ist, neigen wir weniger zu Flüchtigkeitsfehlern. Das ergibt Sinn: Die Knappheit nimmt uns in Beschlag, weil sie für uns wichtig ist und unsere Aufmerksamkeit verdient.

Taleb schreibt über das gleiche Thema in seinem Buch Antifragilität: „Aus Erhebungen zum Zustand der Gesellschaft geht hervor: Je reicher wir werden, desto schwerer fällt es uns, unseren Verhältnissen entsprechend zu leben. Mit Knappheit kommen wir besser zurecht als mit Überfluss“.

Der Nachteil daran, nicht genug Stress zu haben, kann großartig sein.

Als das Online-Game-Unternehmen Zynga vor einigen Jahren an die Börse ging, warnte es seine Investoren vor einem merkwürdigen Problem: „Viele unserer Angestellten sind vielleicht in der Lage, erhebliche Einnahmen durch Aktienverkäufe auf öffentlichen Märkten nach unserem Börsengang zu erhalten. Das könnte ihre Motivation mindern, weiter für uns zu arbeiten“, schrieb das Unternehmen. Die Angestellten waren so erfolgreich, dass sie ihre Motivation verloren. Innovation gibt es nicht, wenn man tiefe Taschen hat. Stattdessen findet sie in Unternehmen statt, die nicht weiter arbeiten können, wenn sie nicht schnell etwas Großes unternehmen. Apple stand kurz vor dem Bankrott und erfand den iPod. Microsoft hatte 60 Milliarden USD auf dem Konto und erschuf Zune.

Vor einer Weile habe ich mit einem Kollegen über ein Unternehmen gesprochen, das seine Schulden beglichen hat und sich damit aus den Fängen der Kreditgeber befreien konnte. Ich dachte, das wäre großartig, aber er widersprach mir: „Jedes Unternehmen sollte Schulden haben”, sagte er. „So viel, dass es sich konzentriert, sich weniger von Versuchungen ablenken lässt und zwei mal nachdenken muss, bevor es Geld für schlechte Ideen ausgibt”. Zu viel Freiheit kann zerstörerisch sein, wie Lotteriegewinner und extrem reiche Babys oft zeigen.

Es gibt überzeugende Studien hinter dieser Idee.

Kelly McGonigal ist eine Gesundheitspsychologin und sagt, ihr „wurde beigebracht, Stress als den Feind des Wohlbefindens, der Produktivität, des Glücks und der Gesundheit zu sehen“.

Sie hat ihre Meinung jedoch geändert, als sie sich Studien anschaute und beschreibt nun eine großartige Theorie, die man das Stress-Paradox nennt.

Vor einigen Jahren stellte die World-Gallup-Umfrage Menschen aus 122 Ländern die Frage, ob sie in den letzten 24 Stunden Stress gespürt hätten. Daraus entstand ein Stress-Index, der die Länder der Welt auflistete.

Psychologen haben diesen Stress-Index mit BIP-Wachstum, Lebenserwartung, Glück, Zufriedenheit und Erfüllung durch Arbeit verglichen.

Sie haben eine starke Korrelation zwischen Stress und Glück erwartet und sie war da. Aber die Richtung war das Gegenteil von dem, was sie erwartet hatten. Länder, in denen der Stress höher als der Durchschnitt war, waren glücklicher, gesünder und zufriedener mit dem Leben als weniger gestresste Länder.

Warum? Wahrscheinlich, weil Stress Menschen antreibt, Dinge zu tun, die sie lieben und die ihnen am wichtigsten sind.

„Stress kann ein Zeichen dafür sein, dass du involviert bist, Ziele verfolgst und dich Herausforderungen stellst, was deinem Leben mehr Bedeutung gibt“, sagt McGonigal. „Selbst, wenn wir Stress in diesen Momenten als unerwünscht ansehen, ist er doch ein Anzeichen dafür, wie sehr wir uns mit den Dingen auseinandersetzten, die uns Lernen, Wachstum und Glück bringen. Stress geht tatsächlich mit den Dingen einher, die wir am meisten wollen“.

So wie uns eine schwache Wirtschaftslage niedrige Ölpreise, weniger Schulden und höhere Sparraten beschert.

Das hat natürlich Grenzen. Wie Taleb sagt: „Versuch, in Schwierigkeiten zu geraten, aber nicht in ernsthafte Schwierigkeiten“. Zu viel Stress ist kontraproduktiv. Die arbeitende ärmere Bevölkerung wird häufig als faul und unmotiviert bezeichnet, als ob sie nicht genug Stress hätte. Aber wie Ezra Klein vor einigen Jahren schrieb, scheinen diese Kritiker nicht zu erkennen, „wie schwierig es ist, sich auf ein Studium zu konzentrieren, wenn man in Vollzeit arbeiten muss, wie viel man planen muss, um pünktlich zur Arbeit zu kommen, wenn man kein Auto besitzt oder welch schwierigen Entscheidungen sich eine Familie ausgesetzt sieht, in der beide Eltern arbeiten und ein Kind krank wird“. Ein wenig Stress kann dich stärken, aber zu viel kann dich zerstören.

Aber die meisten von uns können vom Stress-Paradox lernen.

Wie viele Menschen freuten sich in den USA über Benzin für 4 USD, weil sie erkannten, dass das wichtig für eine Energierevolution war, die preiswerteres Benzin erst ermöglichte? Sehr wenige. Wie viele von uns freuten sich über die Finanzkrise, weil sie erkannten, dass sie wichtig für vernünftigeres finanzielles Verhalten ist? Fast niemand.

Wir sollten uns vielleicht finanziellen Stress nicht gerade wünschen, aber wenigstens erkennen, wie wichtig er für den Fortschritt ist.

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Dieser Artikel wurde von Morgan Housel auf Englisch verfasst und am 13.11.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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