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Was Unternehmen mit ihrem Geld machen: Investitionsausgaben

Wenn jemand entscheidet, in sich selbst zu investieren, dann ist damit oft eine Ausbildung gemeint, um die Karriereperspektiven zu verbessern. Solch eine Investition kann dann zu einem besser bezahlen Job führen, aber kurzfristig ist das eine große finanzielle Belastung durch die Gebühren.

Unternehmen, die in sich selbst investieren wollen, geht es da ähnlich. Mit einem Auge auf das zukünftige Wachstum und die höheren Einnahmen investieren Unternehmen in alles Mögliche von Computersystemen und Renovierungen bis hin zu neuem Gerät und neuen Anlagen. Das Geld, das für solche physischen Anlagegüter ausgegeben wird, bezeichnet man als Investitionskosten oder manchmal auch mit dem englischen Capex (capital expenditure).

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Langfristig kann Capex zu höheren Einnahmen führen, kurzfristig können diese Ausgaben aber auch den Gewinn verringern. Die Art, wie ein Unternehmen seine Investitionsausgaben behandelt, kann ein wichtiger Faktor sein, wenn man ein Investitionsentscheidung trifft.

Welche Arten von Unternehmen haben hohe Investitionskosten?

Investitionskosten gehören zu den Ausgaben eines Unternehmens einfach dazu. Ein Unternehmen wird zumindest Dinge ersetzen müssen, die im Laufe der Zeit kaputt gehen oder ein Upgrade brauchen – sei es eine Kasse, ein Computer oder ein LKW.

Aber einige Branchen müssen deutlich mehr für die Entwicklung ausgeben als andere. Der Energiesektor ist ein Beispiel für eine kapitalintensive Branche. Erschließungsprojekte und das Bohren von neuen Ölquellen sind alles andere als billig.

Andere Industriezweige mit hohem Kapitalbedarf sind die Autoindustrie, die viel in die Herstellung investieren muss, der Telekommunikationssektor, der für den Ausbau des Netzes und neue Anlagen aufkommen muss und natürlich Versorgungsbetriebe, die große Beträge für neue Maschinen und Anlagen ausgeben.
Wann geben sie das ganze Geld dafür aus?

Wenn ein Unternehmen in etwas investiert, dann ist das allgemein ein Zeichen, dass das Management optimistisch in Bezug auf die Wirtschaft und die eigenen Wachstumsperspektiven ist. Das Unternehmen sorgt sich weniger darum, Geld für schlechte Zeiten beiseite zu legen. Das Gegenteil gilt in Zeiten einer Rezession.

Während der Wirtschaftskrise 2008-2009 kürzten 60 % aller Unternehmen ihre CapEx-Ausgaben. Aber als sich die Wirtschaft wieder erholte, stiegen auch die Investitionskosten wieder. Unter den Unternehmen im S&P 500 stiegen die Investitionskosten jedes Jahr von 2009 bis 2014.

Im laufenden Jahr wird ein Rückgang erwartet, was aber größtenteils an dem Abschwung im Energiesektor liegt, der stark unter den niedrigen Ölpreisen leidet.

Welchen Einfluss hat das auf die Gewinne und die Kurse?

Der Einfluss einer Investition auf den Gewinn eines Unternehmens wird auf die Lebensdauer des Anlagegutes aufgeteilt – diese Praxis wird in der Buchhaltung Abschreibung genannt.

Ein Unternehmen, das 50.000 USD in eine Maschine investiert, die 10 Jahre halten soll, könnte also 5.000 USD pro Jahr 10 Jahre lang von den Einnahmen abziehen.

Manchmal gleicht der entstandene Vorteil eine Investition auch sofort wieder aus. Wenn zum Beispiel der Kauf einer Maschine ein Unternehmen unmittelbar in die Lage versetzt, mehr produzieren (und verkaufen) zu können, dann könnten die gestiegenen Einnahmen die Abschreibung schnell wieder ausgleichen.

In anderen Fällen haben die Investitionskosten bedeutende Auswirkungen auf die kurzfristigen Gewinne. Langfristigen Zielen zum Trotz könnten sich die Investoren um den Rückgang bei den Gewinnen Sorgen machen. Einige davon könnten sich auch dazu entschließen, ihre Aktien zu verkaufen, was wiederum den Kurs nach unten drücken könnte.

Andere Anleger sähen es vielleicht lieber, wenn das Geld benutzt würde, um etwas für die Aktionäre zu tun, nämlich Aktienrückkäufe oder eine Dividendenerhöhung.

Aktuelle Studien eines Finanzdienstleisters haben gezeigt, dass Aktien von Unternehmen, die im letzten Jahr mehr für CapEx ausgegeben haben, weniger Kursgewinne zu verzeichnen hatten als Unternehmen, die mehr für Rückkäufe und Dividenden ausgegeben hatten.

Befürworter von Investitionen argumentieren, dass dies kurzsichtiges Handeln sei. Erfolgreiche Investitionen können sowohl die Einnahmen eines Unternehmens erhöhen, aber auch die Wirtschaft ankurbeln.

Worauf sollte man noch achten?

Nicht alle Investitionen enden gut. Um zur Analogie mit der Ausbildung zurückzukommen: Ein Absolvent könnte herausfinden, dass seine oder ihre Ausbildung nicht gut genug ist, um einen Job zu bekommen, der gut genug zahlt, um den Studentenkredit zurückzuzahlen.

Genauso könnte ein Unternehmen Geld für eine neue Software ausgeben, nur um dann festzustellen, dass diese die Effizienz nicht so stark verbessert wie zunächst gedacht. Oder ein Unternehmen könnte den Betrieb erweitern, kurz bevor es in diesem Industriezweig abwärts geht.

Und nur weil ein Unternehmen in der Vergangenheit gut investiert hat, heißt das noch nicht, dass das auch in Zukunft so sein wird.

Anfang des 20. Jahrhunderts entschied Henry Ford, 250.000 USD für Maschinen auszugeben, um die Produktionskapazitäten der legendären Model-T-Fabrik zu erweitern. Diese Entscheidung war der Schlüssel zum Erfolg des Unternehmens.

Viele Jahre später stellte sich eine Investition im Wert von 250 Millionen USD in die Edsel-Modelle dann als katastrophaler Fehlschlag heraus. Laut dem Buch Business Adventures: 12 Classic Tales from the World of Wall Street verlor Ford mit jedem verkauften Edsel 3.500 USD.

Das Unternehmen „hätte viel Geld sparen können, hätte man 1955 entschieden, den Edsel nicht zu produzieren und stattdessen einfach 110.810 Exemplare des vergleichbar teuren Mercury einfach verschenkt” schrieb der Autor John Brooks.

Die Investoren haben guten Grund zur Sorge, wenn Unternehmen sich große Summen leihen, um Investitionen zu finanzieren. Sollte eine Rezession oder ein anderes Problem einsetzen, könnte das Geld fehlen, um die Schulden zu bedienen und im schlimmsten Fall könnte sogar der Bankrott folgen.

(Wenn du mehr über darüber wissen möchtest, wirf mal einen Blick auf die SEC-Datenbank EDGAR. Transkripte der Telefonkonferenzen enthalten manchmal auch Informationen über die Nutzung von Investitionskosten.)

Einige Energieunternehmen hatten große Geldprobleme nachdem der Ölpreis Anfang der 1980er gefallen war. Alle gescheiterten Unternehmen hatten aber eines gemeinsam: „Das Management hatte Investitionen getätigt, die viel zu groß für ein Unternehmen dieser Größe waren und hatten diese mit Schulden finanziert.” kommentierte The Harvard Business Review.

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Dieser Artikel wurde von Alice Gomstyn auf Englisch verfasst und wurde am 11.11.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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