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4 Dinge, die du im Quartalsbericht von Celgene vielleicht übersehen hast

Foto: Pixabay, jarmoluk

Das Warten hat ein Ende. Letzten Donnerstag vor Handelsbeginn veröffentlichte das Pharma-Schwergewicht Celgene (WKN:881244) seine Quartalsergebnisse. Die Erwartungen waren hoch für das schnell wachsende Unternehmen, aber es lief nicht alles nach Plan. Die Aktie verlor am Donnerstag fast 6 %.

Q3 nach Zahlen

Celgene meldete Einnahmen von 2,334 Milliarden USD. Das stellt einen Anstieg um 18 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum dar. Negative Währungseffekte minderten die Umsätze um 1,5 %. Die bereinigten Nettoeinnahmen kletterten im Jahresvergleich um 26 % auf 1,01 Milliarden USD. Das ergibt einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 1,23 USD – ein deutlicher Anstieg verglichen mit den 0,97 USD aus Q3 2014.

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Obwohl Celgene in der Vergangenheit die Schätzungen der Wall Street des Öfteren nur im Rückspiegel gesehen hat, waren die Ergebnisse aus Q3 gemischt. Der Gewinn pro Aktie von 1,23 USD übertraf die Erwartungen zum siebten Mal in Folge (dieses Mal um 0,01 USD). Trotzdem hatte die Wall Street 2,4 Milliarden USD Umsatz erwartet und Celgene hatte nur wenig mehr als 2,334 Milliarden USD geliefert.

Zusätzlich bekräftigte Celgene den Jahresausblick für den Gewinn pro Aktie von 4,75 bis 4,85 USD bei einem Umsatz von 9 bis 9,5 Milliarden USD, was sich mit den Erwartungen der Wall Street deckt. Aber wie Celgene diese Ergebnisse erreichte, darum geht es. Der Umsatz des Blockbuster-Medikaments Revlimid sollte 5,8 Milliarden USD in diesem Jahr erreichen, zuvor waren es im Ausblick noch zwischen 5,6 und 5,7 Milliarden USD. Die Umsatzerwartungen für das Krebsmedikament Abraxane wurden ein bisschen nach unten korrigiert. Erwartet werden jetzt 950 Millionen bis 1 Milliarde USD, während der Ausblick zuerst noch zwischen 1 und 1,25 Milliarden USD gelegen hatte.

BILDQUELLE: U.S. FOOD AND DRUG ADMINISTRATION. 

BILDQUELLE: U.S. FOOD AND DRUG ADMINISTRATION.

Die 4 wichtigsten Punkte aus Q3

Die Wall Street und die Investoren ziehen natürlich nur die wichtigsten Zahlen heran, wenn sie schnell bestimmen wollen, wie gut sich ein Unternehmen schlägt. Dabei sind die zugrundeliegenden Details oft wichtiger, denn sie zeigen erst, wie ein Unternehmen an diesen Punkt kommen konnte. Im Folgenden möchten wir dir vier Punkte vorstellen, die du vielleicht übersehen hast, wenn du dich nur auf die wichtigsten Zahlen konzentriert hast.

1. Revlimid scheint kein Problem mit Kyprolis zu haben

Eine der größten Fragen aus dem Quartalsbericht war, wie Revlimid, auf die Einführung von Kyprolis als Zweitlinienherapie des Konkurrenten Amgen (WKN:867900) reagieren würde. Kyprolis war bislang nur als Drittlinientherapie und zur Nachbehandlung von multiplem Myelom zugelassen, erhielt aber im Sommer die weitere Zulassung von der FDA.

BILDQUELLE : AMGEN.

Als Amgen letzte Woche seine Quartalsergebnisse meldete, wurde bekannt, dass die Umsätze von Kyprolis um 46 % auf 137 Millionen USD gestiegen waren. Das sorgte natürlich für Stirnrunzeln an der Wall Street und bei den Aktionären von Celgene. Da aber auch Celgene den Jahresausblick für Revlimid erhöht und angemerkt hat, dass der Marktanteil auf der ganzen Welt auch weiterhin stark ist, liegt es nahe, dass der Markt sich anscheinend für beide vergrößert hat.

Da Revlimid noch lange seine Exklusivität behalten wird, bis Generika auf den Markt kommen, sind das fantastische Neuigkeiten.

2. Abraxane hat Probleme mit Krebsimmuntherapien

Auf der anderen Seite gibt es in den USA einige Probleme mit Abraxane, einem Medikament gegen Brust-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Hier ein Zitat direkt aus der Presseerklärung: „Die Umsätze in den USA verringerten sich um 4 % im Jahresvergleich. Dies war durch die Konkurrenzsituation auf dem Arzneimittelmarkt für Lungenkrebs und Brustkrebs bedingt.”

Der Ausdruck „Konkurrenzsituation” wurde im Quartalsbericht nicht weiter erläutert, aber ich denke, das kann nur eines bedeuten: Die Einführung von Krebsimmuntherapien.

BILDQUELLE : CELGENE

Die Krebsimmuntherapien wie Opdivo von Bristol-Myers Squibb und Keytruda von Merck wurden von der FDA zur Behandlung einer bestimmten Art von metastatischem Melanom und sekundären Anzeichen für nichtkleinzelligen Lungenkrebs zugelassen. Abraxane ist für die Erstlinientherapie von NSCLC (nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom) zugelassen.
Momentan befinden sich die Medikamente Opdivo und Keytruda als mögliche weitere Erstlinientherapien gegen Brustkrebs und NSCLC in der Testphase. Es besteht die Möglichkeit, dass die Ärzte die Fortschritte der Krebsimmuntherapien und ihre Ansprechraten bei PD-L1-Patienten genau beobachten und daher entweder Abraxane nicht verschreiben oder diese neuen Therapien in zulassungsüberschreitender Anwendung nutzen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass das reine Spekulation meinerseits ist, aber es könnte erklären, warum Abraxane in den USA so schwach abgeschnitten hat.

3. Otezla lässt die Konkurrenzprodukte hinter sich

Eine weitere Frage bezog sich darauf, wie gut es mit Otezla lief. Otezla ist ein relativ neues entzündungshemmendes Medikament von Celgene mit großem Potenzial, das 2016 auf den Markt kommen soll. Die Daten von Celgene legen nahe, dass alles glatt laufen sollte.

BILDQUELLE : CELGENE.

Wie du oben sehen kannst, mischt Otezla den Markt ordentlich auf, was die wöchentlichen Verschreibungen und den Vergleich mit anderen entzündungshemmenden Medikamenten angeht. In Q3 stiegen die Umsätze von Otezla verglichen mit Q2 um 55 % auf 139 Millionen USD. Otezla kommt bald auch in Europa auf den Markt. Daher gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, dass Otezla bis 2020 nicht mindestens 2 Milliarden USD pro Jahr einnehmen könnte.

4. Die Nachfrage, nicht der Preis haben die Ergebnisse angetrieben

Anstatt sich auf die Preissetzungsmacht zu verlassen, um weiteres Wachstum zu erzeugen, verließ sich Celgene auf einen dramatischen Anstieg beim Verkaufsvolumen. Das Unternehmen ist seinem Credo treu geblieben und hat verglichen mit dem Vorjahresquartal ein organisches Wachstum von 16,1 % erreicht und das mit einer moderaten Preiserhöhung von nur 3,6 %.

BILDQUELLE: CELGENE.

Nachfrage als Wachstumstreiber ist besser, denn sie erlaubt es Celgene, Preiserhöhungen leichter zu rechtfertigen, sollten höhere Kosten an die Kunden weitergegeben werden. Abgesehen davon könnte das Unternehmen dadurch auch eine höhere Bewertung erhalten, denn Nachfrage als Wachstumstreiber ist langfristig nachhaltiger. Die Wachstumsziele bis 2020 deuten an, man könnte die Umsätze verdoppeln und den Gewinn pro Aktie sogar mehr als verdoppeln. Bei diesen Daten scheint Celgene auf dem richtigen Weg, um diese Ziele erreichen zu können.

Ist Celgene ein Kauf?

Die 64.000-Dollar-Frage, die man an diesem Punkt stellen sollte, ist, ob Celgene nach diesen gemischten Ergebnissen jetzt ein Kauf ist.

Obwohl die Umsatzzahlen von Abraxane enttäuschend waren und definitiv genauer beobachtet werden sollten, sind der Wachstumsmotor und die Pipeline immer noch sehr stark. In der Pipeline befinden sich zahllose Expansionsmöglichkeiten für Revlimid und Otezla. Ozanimod bietet weiteres Bestseller-Potenzial, wenn es zur Behandlung von schubförmiger multipler Sklerose zugelassen wird. Was die bereits zugelassenen Produkte betrifft, ist Revlimid weiterhin der Umsatzbringer, der allen Erwartungen trotzt, während Otezlas Wachstum bisher auch eindrucksvoll war.

Ich persönlich schlage vor, den Rückgang vom letzten Donnerstag zum Anlass zu nehmen, das Geschäftsmodell noch genauer zu untersuchen und eine langfristige Beteiligung in Erwägung zu ziehen.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Celgene.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 12.11.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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