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Wird Alphabets Google im Cloud-Wettrennen abgehängt?

Foto: Wikimedia Commons, Coolcaesar

Der Aktienkurs von Alphabet (WKN:A14Y6F), Googles Konzernmutter, ist neulich in Dimensionen eines neuen Allzeithochs geklettert, nachdem das Unternehmen robuste Geschäftszahlen für das dritte Quartal präsentierte und somit die Prognosen sämtlicher Analysten übertraf. Auch seine Tech-Konkurrenten Amazon (WKN:906866) und Microsoft (WKN:870747) legten einen überraschenden Höhenflug hin.

Aber trotz Googles Stärke in der Werbebranche, die für 90 % des Umsatzes des Unternehmens verantwortlich ist, ist sein Cloud-Geschäft viel kleiner als das von Amazon oder Microsoft. Im Gegensatz zu diesen zwei Mitstreitern veröffentlicht Google keine gesonderten Umsatzzahlen für seine Cloud-Sparte. Jedoch schätzt Forrester Research, dass Google 2015 lediglich 2,1 Mrd. USD mit seinem Cloud-Geschäft erwirtschaften wird (das sind weniger als 3 % des erwarteten Gesamtjahresumsatzes 2015).

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Quelle: PIXABAY.

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Zum Vergleich: Microsoft gab bekannt, dass seine Cloud-Einnahmen letztes Quartal eine Run Rate von 8,2 Mrd. USD aufweisen konnten. Auf einer Entwicklerkonferenz Anfang Oktober berichtete Amazon, dass seine AWS (Amazon Web Services) Cloud-Computing-Plattform eine jährliche Run Rate von 7,3 Mrd USD hat. Warum liegt Google also hinter den Marktführern so weit abgeschlagen zurück?

Nicht alle Cloud-Sparten sind gleich aufgebaut

Googles Cloud-Geschäft ist über SaaS (software as a service), IaaS (infrastructure as a service) und PaaS (platform as a service) Lösungen diversifiziert.

Google Drive ist eine SaaS-Lösung, die für die Verwendung von Mainstream-Verbrauchern und Unternehmen entwickelt wurde. Googles Compute Engine ist eine IaaS-Plattform, die Unternehmen zusätzliche Rechenleistung durch virtuelle Rechenzentren bietet. Googles App Engine ist eine PaaS-Lösung: eine Cloud-basierte Umgebung, in der Entwickler Apps kreieren und IT-Administratoren aus der Ferne Computing-Infrastruktur verwalten können.

Der Großteil von Microsofts Cloud-Einnahmen kommt von SaaS-Diensten wie Office 365 und Dynamics CRM. Seine Hybrid-IaaS-und-PaaS-Plattform Azure erwirtschaftet laut Forrester einen jährlichen Umsatz von 1,6 Mrd. USD. Über 80 % von Amazons AWS-Umsatz stammen nicht von Saas, sondern von IaaS und Paas-Plattformen. Googles Cloud-Sparte ähnelt eher der von Microsoft als der von Amazon, da geschätzt 86 % seiner Cloud-Einnahmen auf SaaS-Lösungen zurückzuführen sind. Die anderen 14 % (oder 300 Mio. USD) stammen aus IaaS/PaaS-Lösungen.

Wachstumsraten sind nicht alles

Der Saas-Markt soll sich zwischen 2013 und 2018 mit einer jährlichen Durchschnittswachstumsrate von 33 % entwickeln. Zum Vergleich: im PaaS-Bereich sind es 21 % und in der IaaS-Sparte 13 %.

Obwohl es so klingt, als konzentrierten Microsoft und Google sich eher auf das schnell wachsende Segment des Cloud-Markts, so hat auch der Saas-Markt viel Potenzial. Microsoft hat in diesem Markt einen massiven Vorteil, da Windows weltweit auf etwa 9 von 10 Computern installiert ist. Aus diesem Grund greifen viele Privat- und Geschäftskunden standardmäßig zu Microsoft SaaS-Produkten wie Office 365 oder OneDrive.

Googles Android dominiert den Markt der Mobilgeräte. Google Drive wird vermutlich keinen Boden gutmachen, solange Android-Geräte nicht als ernste Produktivitätsgadgets anerkannt werden. Der Großteil der Google-Drive-User nutzt die kostenlose Version, weswegen sich daraus nur schwer Kapital schlagen lässt.

GOOGLE DRIVE/APPS FOR WORK. Quelle: GOOGLE.

Google hat neulich behauptet, dass über eine Million Geschäftskunden Google Drive for Work — eine aufgepeppte Version dieses Dienstes für Unternehmen — verwenden. Aber dieser Dienst wird von Microsofts 365, das laut aktuellstem Quartalsbericht 18,2 Mio. Benutzer aufweisen kann, in den Schatten gestellt.

Weitere große Herausforderungen

Googles Schwäche im Bereich der SaaS-Anwendungen stärkt auch nicht gerade die Position des Unternehmens auf dem IaaS/PaaS Markt, den Amazon dominiert. Als Amazon seine E-Commerce-Webseite ausweitete, ließ es seine Webseite und Dienste von anderen Unternehmen und Organisationen auf ihren Servern verwalten. Diese Verfahrensweise entwickelte sich zu dem heutigen AWS. Google fehlt es an einem „First-Mover-Advantage“.

Eine weitere Herausforderung für Google ist sein Bestreben, Daten aus seinem gesamten Ökosystem, einschließlich aus Google Drive, für gezielte Werbemaßnahmen zu sammeln. Dadurch lässt sich der Dienst nur schwer an große Konzerne oder staatliche Institutionen verkaufen. In einem Blog-Eintrag, der die Vor- und Nachteile von Google Drive abwog, versprach die Web-Entwicklungsagentur Hallnet, seine sensiblen Kundendaten von Google Drive fernzuhalten und sie stattdessen auf eigenen Servern zu speichern. Da Microsoft und Amazon keine direkten Einnahmen aus gezielten Werbemaßnahmen generieren, gibt es bezüglich ihrer Cloud-basierten Dienste viel weniger Misstrauensbedenken.

Verdrängungswettbewerb

Das intensive Cloud-Wettrennen zwischen Amazon, Microsoft, Google und anderen Unternehmen hat Konkurrenten dazu gezwungen, noch mehr Features anzubieten und gleichzeitig Preise zu senken. In diesem sogenannten „Race to Zero“ hat Amazon die Preise seiner Cloud-Dienste in gerade einmal 9 Jahren fast 50 Mal gesenkt und damit andere Rivalen zum Nachziehen gezwungen. Folglich haben nur große Akteure mit festem Standbein eine Chance auf Wachstum.

Anfang Oktober sagte Piper Jaffray, ein Analyst von Gene Munster, voraus, dass Google und andere Rivalen Boden auf dem IaaS/PaaS Markt verlieren würden, da Microsoft und Amazon emporsteigen. Dies würde Google nicht lähmen, aber es wäre eine verpasste Gelegenheit, seine Einnahmequellen, die sich hauptsächlich auf Werbung stützen, zu diversifizieren.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien) und Amazon.com. Außerdem hält The Motley Fool Aktien von Microsoft.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 2.11.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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