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Silver Wheaton: Ein Quartalsbericht mit vielen beweglichen Teilen

Foto: Pixabay, unsplash

Wenn wir bedenken, in welcher schwierigen Lage sich der Markt für Silber und Gold gerade befindet, dann hat Silver Wheaton (WKN:A0DPA9) vernünftige Quartalszahlen geliefert. Aber in dem Bericht fand sich noch mehr, darunter ein Steuerstreit und die Ankündigung eines neuen Streaming-Vertrages.

Vernünftige Zahlen

Der Umsatz lag bei 153 Millionen USD in Q3. Im Vorjahr hatte Silver Wheaton noch 166 Millionen USD eingenommen. Die Analysten hatten aber etwa 169 Millionen erwartet. Die Produktion von Silberäquivalenten erreichte mit 11 Millionen Unzen einen neuen Rekordwert. Dadurch erreichte die Silberproduktion dasselbe Niveau wie die Goldproduktion, und beide können als ein Wert behandelt werden. Im letzten Jahr erreichte die Produktion 8,4 Millionen Unzen. Dieses Jahr wurden 10,2 Millionen Unzen Silberäquivalente verkauft, im Vergleich zu 8,7 Millionen im letzten Jahr.

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EDELMETALLE. QUELLE: SILVER WHEATON

EDELMETALLE. QUELLE: SILVER WHEATON

Beim Gewinn verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 0,24 USD pro Aktie. Einmalige Positionen ausgenommen lag der Gewinn pro Aktie aber bei 0,12 USD. Die Wall Street hatte 0,13 USD erwartet, im letzten Jahr waren es noch 0,20 USD gewesen. Der große Schuldige für die verpassten Zielwerte bei Umsatz und Gewinn und den Rückgang seit dem Vorjahr ist der erzielte Silberpreis, der von knapp 19 USD pro Unze im Jahresvergleich auf knapp über 15 USD gefallen ist. Fallende Rohstoffpreise sind aber schon seit längerer Zeit ein Problem. Am Ende des Tages schlägt sich Silver Wheaton in einem schwierigen Markt sogar relativ gut.

Zum Vergleich: Das Minenunternehmen Barrick Gold (WKN:870450) meldete einen Verlust von 0,23 USD pro Aktie im dritten Quartal. Obwohl Barrick profitabel war, wenn man die einmaligen Posten unberücksichtigt lässt, so gibt es doch einen bemerkenswerten Unterschied zwischen Silver Wheaton und Barrick in den letzten Jahren: Barrick hat in sechs der letzten 10 Quartale Geld verloren, während Silver Wheaton in diesem Zeitraum zum ersten Mal in die roten Zahlen rutscht.

Äpfel und Birnen?

Es ist nicht ganz fair, einen Vergleich zwischen den beiden Unternehmen zu ziehen. Barrick ist ein Minenunternehmen, Silver Wheaton ein Streaming-Unternehmen, das ja nicht wirklich selbst produziert. Aber dieser Unterschied und der Unterschied bei den Quartalsergebnissen zeigen, warum die Investoren das eine Unternehmen dem anderen vielleicht vorziehen.

Silver Wheaton liefert die Finanzierung für Minenunternehmen und bekommt dafür das Recht, ihnen das gefundene Silber (etwa 60 % des Umsatzes) und Gold (etwa 40 % des Umsatzes) zu Vorzugspreisen abzukaufen. Daher liegen die Kosten für Silver Wheaton auch so viel tiefer, während Barrick die Kosten und Risiken der Minen tragen muss. Um das einmal mit ein paar Zahlen zu illustrieren: Silver Wheaton zahlt für Gold etwa 400 USD pro Unze und 4 USD pro Unze Silber. Barrick dagegen hat mehr als doppelt so hohe Kosten pro Unze Gold.

Am Ende des Tages verdienen aber beide Unternehmen ihr Geld damit, Edelmetalle zu verkaufen. Daher ist der Vergleich vielleicht doch nicht so unfair, wie es zunächst scheint.

DAS GESCHÄFTSMODELL VON SILVER WHEATEN. QUELLE: SILVER WHEATON

Die schlechten Nachrichten und andere Neuigkeiten

Die wichtigste Neuigkeit aus Q3 hatte mit den Gewinnen aber nicht viel zu tun. Der Steuerstreit zwischen Silver Wheaton und dem Staat Kanada hat eine negative Wende genommen. Die Regierung verlangt 265 Millionen USD an Steuernachforderungen, Zinsen und Strafzahlungen. Das Unternehmen wird die Hälfte dieser Summe bereitstellen müssen, während die Anfechtung läuft, wird aber dazu ein Akkreditiv anstatt Barmittel heranziehen.

Das ist keine Sache von Leben und Tod, aber es würde die Gewinne schmälern, wenn der Streit am Ende verloren gehen sollte, da bisher kein Geld dafür auf die Seite gelegt wurde. Es handelt sich auch um eine relativ hohe Summe für ein Unternehmen mit einem Nettoeinkommen von nur 168 Millionen USD im letzten Jahr, als die Rohstoffpreise noch höher waren als heute. Zusätzlich verfügte das Unternehmen am letzten Quartalsende nur über 80 Millionen USD an Cash in der Bilanz. Daher wird Silver Wheaton wohl Aktien verkaufen, Schulden aufnehmen oder den Kreditrahmen in Anspruch nehmen müssen, um diese Rechnung zu bezahlen. Daher ist zu erwarten, dass dieses Problem noch solange über den Kursen hängen wird, bis die Sache geklärt ist.

Aber es ab auch positive Nachrichten: Silver Wheaton unterzeichnete einen Vertrag im Wert von 900 Millionen USD mit dem in die Bredouille geratenen Minenunternehmen Glencore. Im Austausch für eine Vorauszahlung erhält Silver Wheaton etwa 33 % der Silberproduktion aus der Antamina-Mine. Dies gilt bis zu einer Menge von 140 Millionen Unzen, was fast den ganzen Anteil von Glencore an diesem Minenprojekt ausmacht. Über diesem Wert erhält Silver Wheaton etwa 22 % der Silberproduktion der Mine und bezahlt nur 20 % des Spotpreises dafür. Dieses Übereinkommen soll beiden sofort helfen, ihren Umsatz und Gewinn zu verbessern. Darüber hinaus verbessert es auch den Ausblick von Silver Wheaton. So schlägt das Unternehmen seinen Vorteil aus der Schwäche anderer Minenunternehmen.

Man schlägt sich gut, aber…

Silver Wheaton schlägt sich relativ gut in einem schwierigen Markt. Das sollten den Investoren gefallen. Doch leider könnte dieses Steuerproblem dem Streaming-Unternehmen das Leben schwer machen, und das obwohl Silver Wheaton weiterhin seinen Vorteil aus dem momentan guten Investitionsumfeld zieht. Daher waren die Quartalsergebnisse gemischt. Der Kurs ist deutlich hinter vergleichbaren Unternehmen zurückgeblieben, was andeutet, dass die schlechten Neuigkeiten schon miteinberechnet sind.

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Motley Fool besitzt Aktien von Silver Wheaton.

Dieser Artikel wurde von Reuben Brewer auf Englisch verfasst und wurde am 07.11.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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