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Das Kurs-Buchwert-Verhältnis: Wieso ich heute eher BMW statt Daimler kaufen würde

In diesem Artikel dreht sich alles um das KBV. Da du etwas über Aktienbewertung erfahren möchtest, ist selbstverständlich vom Kurs-Buchwert-Verhältnis und nicht von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung die Rede. In meinem Einführungsartikel zur Aktienbewertung kannst du die Grundlagen des KBV und drei weiterer Bewertungsmethoden noch einmal nachlesen. Hier erfährst du, wie du das KBV anwendest und worauf du achten solltest.

Da graue Theorie aber nicht das Selbstverständnis von Fool.de ist, zeige ich dir das anhand eines Beispiels. Konkret: Wieso BMW (WKN:519000) anhand des KBV für mich derzeit das deutlich attraktivere Investment ist als Daimler (WKN:710000).

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Das aktuelle Kurs-Buchwert-Verhältnis

Die Aktienkurse der deutschen Automobilkonzerne haben in den letzten Monaten extrem unter dem Abgasskandal von VW gelitten. So schnell wie es runter ging, ging es dann aber auch wieder nach oben. Beide Aktien notieren derzeit sogar deutlich höher als vor dem Abgasskandal.

Betrachtet man ausschließlich das KBV auf Basis des Jahresabschlusses 2014, so ist BMW mit einem Wert von 1,7 derzeit die deutlich bessere Wahl. Daimler hat derzeit ein KBV von 2,0.

Lass uns aber keine voreiligen Schlüsse ziehen, sondern einen Schritt weitergehen.

Solltest du wirklich bereit sein, für Daimler ein höheres KBV zu bezahlen als für BMW?

Meiner Meinung nach auf keinen Fall. Ein höheres KBV ist nur dann gerechtfertigt, wenn ein Unternehmen sein Eigenkapital schneller steigern kann als das Vergleichsunternehmen. Denn an der Börse wird die Zukunft gehandelt, und ein Unternehmen, das in der Zukunft ein potenziell höheres Eigenkapital hat, ist daher auch heute schon mehr wert.

Wie schnell ein Unternehmen sein Eigenkapital steigert, erfährst du wenn du dir die Eigenkapitalrendite (Jahresüberschuss/Eigenkapital) anschaust. Die Eigenkapitalrendite von Daimler und BMW betrug im Geschäftsjahr 2014 jeweils 16 %.

In der Theorie müssten beide Aktien demnach zum gleichen KBV gehandelt werden. Glücklicherweise entstehen die Kurse an den Aktienbörsen aber nicht streng nach theoretischen Modellen. Glücklicherweise deshalb, weil Investoren wie wir so die Chance haben, vermeintlich unterbewertete Aktien zu entdecken und Schnäppchen zu ergattern.

Die BMW-Aktie könnte zum heutigen Zeitpunkt ein super Investment sein

Einen Anhaltspunkt, welches KBV für ein Unternehmen fair ist, ergibt sich aus dem Vergleich der Verzinsungsansprüche der Eigenkapitalgeber und der tatsächlichen Eigenkapitalrendite. Verzinsungsansprüche der Eigenkapitalgeber? Auf gut Deutsch ist das die erwartete Rendite der Aktionäre.

Entspricht die Eigenkapitalrendite exakt diesen Verzinsungsansprüchen, so ist ein KBV von 1 gerechtfertigt. Denn dann bringt das Unternehmen genau das herein, was die Kapitalgeber vom Unternehmen erwarten. Eine überdurchschnittliche Steigerung des Eigenkapitals ist nicht in Sicht und ein Aufschlag auf den Buchwert ist somit nicht gerechtfertigt.

Übertrifft das Unternehmen hingegen die Verzinsungserwartung, so werden die künftigen Steigerungen des Eigenkapitals bei der Bewertung der Aktien berücksichtigt und Investoren sind bereit, mehr als den Buchwert, und somit ein KBV von über 1, für das Unternehmen zu bezahlen.

Ein Daumenwert, den ich persönlich für das maximal gerechtfertigte KBV anwende ist folgender: Ein Unternehmen, welches zweimal die geforderte Eigenkapitalverzinsung erwirtschaftet, ist bei einem KBV von 2 fair bewertet. Nach dieser, zugegebenermaßen recht einfachen Logik und einer von den Eigenkapitalgebern geforderten Renditeerwartung von 8 %, hätte BMW derzeit noch deutliches Kurspotenzial – nämlich fast 20 %.

Wie komme ich auf die Renditeerwartung von 8 %?

Ein Anhaltspunkt für die Verzinsungsansprüche der Eigenkapitalgeber lässt sich im Geschäftsbericht der beiden Automobilkonzerne finden. Sowohl Daimler als auch BMW haben sich laut Geschäftsbericht das Ziel gesetzt, eine Verzinsung auf das eingesetzte Kapital von jeweils ungefähr 8 % nach Steuern zu erzielen.

Dieser Verzinsungsanspruch bezieht sich allerdings auf das Gesamtkapital, also sowohl auf das Fremd- als auch auf das Eigenkapital der Unternehmen. Die genannten 8 % ergeben sich also aus einer Mischung der Renditeanforderungen der Eigenkapitalgeber und der Fremdkapitalgeber (das sind zum Beispiel die Banken, die den Unternehmen Fremdkapital in Form von Krediten beisteuern). Wie hoch der darin enthaltene Verzinsungsanspruch der Aktionäre ist, verraten uns die Automobilkonzerne allerdings nicht.

Aber mal ganz ehrlich: Mit einer Verzinsung von 8 % wäre ich als Eigenkapitalgeber mehr als zufrieden. Und meiner Meinung nach könnten sich auch die anderen Marktteilnehmer durchaus mit 8 % zufrieden geben. Erstens ist das Risiko bei den beiden deutschen Autobauern meiner Einschätzung nach eher gering, zweitens gibt es im aktuellen Niedrigzinsumfeld nur sehr wenige Alternativen, die bei vergleichbarem Risiko eine ähnlich hohe Rendite aufweisen können.

Was mich persönlich derzeit trotzdem von einer Investition in BMW abhält

Trotz der derzeitigen Unterbewertung hält mich persönlich allerdings die sehr starke Konjunkturabhängigkeit der Automobilbranche davon ab, in einen Automobilkonzern wie BMW zu investieren. Auch wenn ich hier möglicherweise gute Investitionsmöglichkeiten verpasse, fühle ich mich mit der Stabilität von Konsumgüterherstellern deutlich wohler.

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Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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