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So lenken Zentralbanken Geldpolitik-Initiativen

Foto: Pixabay, moritz320

Geldpolitik umfasst allgemein die Werkzeuge, die eine Zentralbank nutzen kann, um die Geldmenge zu kontrollieren, Beschäftigung anzuregen und die Inflation zu steuern. In den USA ist es die Aufgabe der US-Notenbank – auch als Fed bekannt – Entscheidungen über Geldpolitik zu treffen.

Die Fed hat sozusagen ein „doppeltes Mandat“ und soll Beschäftigung maximieren und dabei die Preise stabil halten. Diese Ziele erreicht sie, indem sie Zinsen kontrolliert und die Geldmenge in der Wirtschaft erhöht oder senkt.

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Die Balance zwischen Beschäftigung und Inflation zu finden, ist schwierig. Allgemein stehen inflationäre Phasen im Zusammenhang mit höheren Beschäftigungszahlen, während deflationäre Phasen oft durch geringere Beschäftigungszahlen gekennzeichnet sind. Die US-Notenbank muss also die perfekte Balance finden, um Beschäftigung zu maximieren, ohne dabei eine zu hohe Inflation auszulösen und manchmal auch die Inflation verringern, ohne dabei Arbeitslosigkeit auszulösen.

Jüngste Geldpolitik und Ziele in den USA

Die Federal Reserve hat sich vor Kurzem das Ziel gesetzt, eine Inflationsrate von ungefähr 2 % pro Jahr zu erreichen. Das bedeutet, sie versucht Inflation so zu handhaben, dass Preise – gemessen durch den PCE-Deflator für Konsumausgaben (quasi ein Korb voller Güter oder Dienstleistungen, die ein durchschnittlicher Amerikaner im Jahr kauft) – um nicht mehr als 2 % steigen.

Indem das Inflationsziel so gesetzt wird, hofft die Federal Reserve auf eine Arbeitslosenquote von 5,2 – 6 %, was als „Vollbeschäftigung“ angesehen wird. Man betrachtet das als Vollbeschäftigung, weil man davon ausgeht, dass es immer etwas sogenannte „vorübergehende Arbeitslosigkeit“ gibt, wenn Menschen zwischen zwei Jobs stehen oder wegen statistischer Fehler bei der Kalkulation der Arbeitslosenquote.

Wir können in der folgenden Graphik sehen, wie die Fed auf erhöhte Arbeitslosigkeit und Rezessionen reagiert hat. Sie zeigt die kurzfristigen Zinsen und vergleicht diese mit der Arbeitslosenquote.

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Beachte, wie die Fed die Raten erhöht, wenn die Wirtschaft „Vollbeschäftigung“ erreicht, um Inflation abzuwenden und wie es die Raten senkt, wenn die Arbeitslosigkeit steigt. Die grauen Balken repräsentieren Rezessionszeiten – drei Mal hat die Fed die Raten gekürzt, um eine Verschlechterung der Rezession zu verhindern.

Wie Änderungen in der Geldpolitik vonstatten gehen

Allgemein kontrolliert die Federal Reserve die Zinsraten in den USA, indem sie die Geldmenge erhöht oder senkt. Sie kann dabei viele Hebel in Bewegung setzen wie beispielsweise:

  • den Leitzins festlegen – Diese Zinsrate beschreibt, was Banken sich für Tagesgeld der Fed berechnen. Die Fed setzt ein „Ziel“ für den Leitzins und erhöht oder senkt die Geldmenge, um eine Balance zwischen Angebot und Nachfrage zu erreichen, durch die der Leitzins sein Ziel trifft.
  • Offenmarktgeschäfte – dieser Begriff umfasst alle Aktionen seitens der Fed, die der Erhöhung oder Senkung der Geldmenge dienen. Allgemein macht die Fed das, indem sie amerikanische Staatsanleihen von sogenannten Primärhändlern kauft oder verkauft. Der Kauf von amerikanischen Staatsanleihen erhöht die Geldmenge und senkt die Zinsen. Der Verkauf von amerikanischen Staatsanleihen senkt die Geldmenge und erhöht die Zinsen. So hat die Fed beispielsweise im Jahr 2011 ein Programm verordnet, welches unter dem Namen „Operation Twist“ bekannt ist, durch das sie kurzfristige US-Schulden verkaufte, um langfristige US-Schulden zu kaufen. Das Ziel war es, die langfristigen Zinsen zu drücken und so Individuen dazu zu ermutigen, große Käufe zu tätigen (wie beispielsweise ein Hauskauf) und Unternehmen dazu, große Investitionen zu tätigen (wie beispielsweise Kredite aufzunehmen, um neue Fabriken zu bauen). Auf ähnliche Weise zielten „quantitative easing“-Programme, in denen die Fed langfristige US-Anleihen und regierungsgedeckte Hypotheken kaufte, darauf ab, die langfristigen Zinsen zu senken.
  • Zinsen auf Überschussreserven – im Jahr 2006 bekam die Fed die Autorität, Zinsen auf überschüssige Reserven, die von Banken bei der Federal Reserve gehalten werden, zu zahlen. 2008 machte die Fed davon gebrauch und bot Banken 0,25 % pro Jahr dafür, dass sie ihre Reserven bei der US-Notenbank halten. Indem sie Banken Zinsen zahlt, hat sie mehr Kontrolle über die Zinsraten – besonders den Leitzins. Wenn die Fed 0,25 % zahlt, wie sie es zurzeit tut, haben Banken keinen Grund dazu, sich gegenseitig Geld zu niedrigeren Raten zu leihen und damit wird der Leitzins näher an seinem Ziel gehalten.

Es gibt keine harten und schnellen Regeln in der Geldpolitik und die Fed hat immer mehr Werkzeuge zur Verfügung, um die Geldmenge zu kontrollieren und damit auch die Zinsen und Beschäftigung. Die drei genannten erschöpfen nicht die Möglichkeiten, welche die US-Notenbank hat, aber sie sind vielleicht am relevantesten, um Geldpolitik heute zu kontrollieren.

Der Job der Fed, Entscheidungen über Geldpolitik zu treffen, ist sehr schwer. Kritiker sagen, Fehler kosten die Wirtschaft viel und verweisen oft auf die Entscheidung in den frühen 2000ern, die Zinsen zu niedrig zu halten und das für zu lange Zeit, was in einer gigantischen Immobilienblase endete und kollabierte.

Unglücklicherweise können solche Beobachtungen erst im Nachhinein angestellt werden, was Geldpolitik zu einem der größten und folgenschwersten Ratespiele der Welt macht.

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Dieser Artikel wurde von einem Fool-Mitarbeiter auf Englisch verfasst und am 3.11.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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