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Die unterschiedlichen Quartalsergebnisse von GlaxoSmithKline deuten eine langsame Erholung an

Foto: GlaxoSmithKline

Der in Großbritannien sitzende Pharmagigant GlaxoSmithKline (WKN:940561) veröffentlichte letzten Mittwoch seine heiß erwarteten Q3-Ergebnisse. Während die Wall Street mit den Ergebnissen zufrieden zu sein scheint (GlaxoSmithKlines Aktien stieg nach den Neuigkeiten um 4 %), scheinen sie auch aufzuzeigen, dass Glaxo sich eine Weile erholen muss.

GlaxoSmithKlines Q3 nach Zahlen

Für das Quartal hat GlaxoSmithKline 9,36 Milliarden USD Umsatz berichtet (Glaxo berichtet in Britischen Pfund und diese werden hier folgendermaßen umgerechnet: 1 USD = 0,655 GBP). Schließt man Wechselkursschwankungen aus, entspricht das einem Wachstum von 11 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.

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Jedoch weichen die Profite von GlaxoSmithKline ab und sind um 5 % bei konstanten Wechselkursen auf 2,62 Milliarden USD gefallen. Kerngewinne pro Anteil fielen auch um 13 % bei konstanten Wechselkursen auf 0,23 GBP oder 0,35 USD (hauptsächlich wegen eines einmaligen Steuerbonus’, der in den Kalkulationen für dieses Jahr fehlt). Obwohl Glaxos Schlagzeilenzahlen im dritten Quartal in verschiedene Richtungen gingen, entsprechen beide nicht den Schätzungen der Wall Street, welche 9,28 Milliarden USD an Verkäufen und 0,193 GBP (Einiges ausgeschlossen) oder fast 0,30 USD erwarteten.

GlaxoSmithKline wiederholte seine 2015-Prognose, die den Fall des Gewinns pro Aktie im hohen 10er Prozentbereich bei konstanten Wechselkursen voraussagte. Es sagte auch, dass das Wachstum des Gewinns pro Aktie bei konstanten Wechselkursen im Jahr 2016 im zweistelligen Bereich sein werde. Außerdem hat GlaxoSmithKline wiederholt, dass es versuchen werde, eine 0,80 GBP-Dividende für das volle Jahr beizubehalten.

Drei Bereiche ebnen Glaxos Weg

Das Wachstum von GlaxoSmithKline im dritten Quartal von 11 % basiert auf der Stärke in drei Bereichen: HIV, Consumer Healthcare und Impfstoffe.

Foto: Pixabay, felixioncool

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Im Bereich HIV steht die Kombination aus Triumeq und Tivicay weiterhin konkurrenzlos ganz vorne. Die Verkaufszahlen des dynamischen Duos sind auf 240 Millionen USD für Tivicay und 322 Millionen USD für Triumeq gewachsen und repräsentieren Wachstum in Höhe von 100 % im Vergleich zum Vorjahr. Damit wurden die Einnahmen im HIV-Bereich insgesamt um 65 % gesteigert. Die World Health Organization geht davon aus, dass im Jahr 2013 35 Millionen Menschen mit AIDS lebten und HIV-Therapien wie Tivicay und Triumeq bieten damit großes Wachstumspotenzial.

Glaxos Consumer Healthcare hat auch von dem Joint Venture mit Novartis (WKN:904278) profitiert. Zur Erinnerung: Im letzten Jahr haben die beiden Unternehmen einen dreiteiligen Asset-Swap bekanntgegeben, durch den Glaxos Onkologie-Bereich an Novartis ging, Novartis’ Impfstoffsparte (ohne Influenza) an Glaxo und durch den beide  ein Joint-Venture im Bereich Consumer Healthcare eingegangen sind. Die Zusammenarbeit und diversifizierte Produktpallette scheinen sich auszuzahlen, was das Wachstum bei konstanten Wechselkursen von 55 % im Vergleich zum Vorjahr in Glaxos Consumer-Healthcare-Bereich erklärt.

Außerdem haben Glaxos Bemühungen, seine Impfstoffpalette auszuweiten, die Verkäufe um 32 % bei konstanten Wechselkursen im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Obwohl es einige Höhepunkte gab, würde ich die Grippeimpfstoffe Fluarix und FluLaval hier als herausragend bezeichnen. Die Quartalsverkaufszahlen des Grippeimpfschutz’ wuchsen um 46 % im Vergleich zum Vorjahr auf 290 Millionen USD.

Nicht alles geht in die richtige Richtung

Auf der anderen Seite entwickeln sich nicht alle Zahlen von GlaxoSmithKline in die richtige Richtung.

Es ist wahrscheinlich keine große Überraschung für jeden, der GlaxoSmithKline verfolgt, aber die COPD- und Asthma-Behandlung Advair wiegt schwer auf den Ergebnissen des Unternehmens. Advair wurde einst für 8 Milliarden USD pro Jahr verkauft, aber Verkäufe sinken auf Grund der erwarteten generischen Konkurrenz, die in einem oder zwei Jahren auf den Markt kommen wird und Versicherer in den USA verlangen geringere Preise, da Advairs Patent ausgelaufen ist. Die Verkaufszahlen für Advair/Seretide (wie es außerhalb der USA genannt wird) sind um 19 % auf 1,21 Milliarden USD im letzten Quartal von Q3 2014 gesunken. Vielleicht erinnerst du dich daran, dass Glaxos Management-Team erwartet, dass Advairs/Seretides jährliche Verkäufe bis zum Ende des Jahrzehnts aufgrund von Konkurrenz um 3 Milliarden USD fallen werden.

Was Investoren vielleicht jedoch nicht erwartet haben, ist, dass GlaxoSmithKlines Wechsel von Onkologie in Richtung Impfstoffe das Potenzial haben könnte, die Verkaufszahlen schneller nach oben schnellen zu lassen, aber es handelt sich um ein Produkt mit geringeren Margen. Deswegen ist Glaxos operative Kerngewinnmarge um 5,4 % auf 28 % gesunken im Vergleich zum dritten Quartal 2014. Das bedeutet nur, dass GlaxoSmithKline noch härter arbeiten und mehr verkaufen muss, um seine Profite zu halten.

Außerdem haben GlaxoSmithKlines neue Atmungstherapien immer noch Schwierigkeiten. Von den COPD- und Asthma-Behandlungen Breo Ellipta, Anoro Ellipta, Arnuity Ellipta und Incruse Ellipta wird erwartet, dass sie die Hauptbestandteile des 9 Milliarden USD-Plus’ werden, von dem das Unternehmen erwartet, es durch seine 11 neusten und experimentellen Therapien bis zum Ende des Jahrzehnts generieren zu können. Soweit haben diese revolutionären und langfristigen Atmungsprodukte eher enttäuscht.

Breo Ellipta hat ein solides Quartal mit 98 Millionen USD hingelegt und es scheint, als habe es seine Versicherungs-Hürde gemeistert, welche die Sorgen der Investoren 2014 genährt hat. Was jetzt besorgniserregend ist, ist der langsame Start von Anoro Ellipta, welches nur 34 Millionen USD an Verkäufen im Quartal generiert hat. GlaxoSmithKlines Management hat zuvor gesagt, das Anoros Verkaufszahlen schwächeln könnten, da es manchmal zäh ist, Ärzten neue Behandlungsmethoden näherzubringen.

Die Genesung wird langwierig sein

Wenn GlaxoSmithKlines Quartalsergebnisse auf etwas hindeuten, dann, dass langfristiges Wachstum möglich ist, aber der Weg dorthin steinig sein könnte.

Versicherungsdeckung zu bekommen und Ärzte über die langfristige Atmungsbehandlung zu informieren, ist nichts, was über Nacht geschieht und Glaxo muss darauf hoffen, dass langfristige Investoren sich über die überragende Dividende freuen, während sie auf Wachstum warten. Investoren müssen sich auch an das neue GlaxoSmithKline gewöhnen, welches sich stark auf Impfstoffen verlässt und dessen operative Margen in den kommenden Quartalen mit Sicherheit fallen können.

Ich glaube, dass das wirklich ein Herantasten an GlaxoSmithKline für die Wall Street und Investoren ist und würde vorschlagen (selbst wenn Glaxos Management zuversichtlich bleibt), dass es das Beste ist, zu warten, bis wir sicheres Wachstum seitens seines Atmungs-Franchise sehen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 29.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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