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Commerzbank will wieder Dividenden zahlen, VW-Skandal weitet sich auf Benziner aus, Solarworld bricht ein: Was du am Mittwoch wissen musst

Foto: Pixabay, geralt

Gute Quartalszahlen deutscher Unternehmen und die Hoffnung auf billiges Zentralbankgeld verstärken den Optimismus der Marktteilnehmer. Deshalb sah es zunächst so aus, als könne der DAX bereits in der ersten Wochenhälfte die Marke von 11.000 Punkten überwinden – bis neue Hiobsbotschaften von Volkswagen die Stimmung wieder drückten.

Mittlerweile hat sich der Skandal um getürkte Abgaswerte auf Benzinmotoren ausgedehnt. Wenn das so weitergeht, sollte die Wolfsburger Skandalbude nur noch Listen von PKW-Modellen veröffentlichen, bei denen nicht getrickst wurde. Die wären nämlich übersichtlicher. Fazit: Die VW-Aktie gehört definitiv nicht zu den Papieren, die man unbedingt im Depot haben sollte.

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Was war an der Börse los?

Nach einem Anstieg um mehr als 12 % im Vormonat setzte der DAX (WKN:846900) am ersten Handelstag im November seinen Aufwärtskurs fort und legte weitere 0,9 % auf 10.951 Punkte zu.

Der beste DAX-Wert war am Montag die Aktie der Commerzbank (WKN:CBK100), die um 6,6 % stieg. Das Geldhaus hatte vor Handelsbeginn Quartalszahlen vorgelegt und die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. Für das Jahr 2015 soll erstmals seit acht Jahren wieder eine Dividende gezahlt werden. Auch die Ankündigung vom Wochenende, dass Commerzbank-Chef Martin Blessing seinen Vertrag im Jahr 2016 auslaufen lassen werde, sorgte bei einigen Marktteilnehmern für positive Stimmung.

Weniger Grund zur Freude hatten Aktionäre der ehemals im TecDAX (WKN:720327) gelisteten Solarworld (WKN:A1YCMM), deren Anteilscheine zeitweise um 50 % im Minus lagen. Grund für die Verkaufspanik war ein Bericht der Kulmbacher Anlegerpostille „Der Aktionär“, laut dem das Unternehmen nach einem verlorenen Rechtsstreit in den USA bis zu 800 Millionen Dollar zahlen muss. Solarworld dementierte umgehend und erwiderte, es gebe kein Urteil und man sehe „keine höhere Risikoeinschätzung“. Das half der Aktie, einen Teil der Verluste wieder aufzuholen. Bei Handelsschluss betrug der Kursabschlag allerdings immer noch rund 25 %.

Am Dienstag sorgten neue Vorwürfe gegen Volkswagen (WKN:766403) für miese Stimmung an der Frankfurter Börse. Die US-Umweltbehörde EPA warf dem Automobilkonzern vor, auch bei Dieselmotoren mit 3 Litern Hubraum eine Schummel-Software installiert und damit falsche Abgaswerte vorgetäuscht zu haben. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. VW-Vorzüge gaben 1,5 % ab.

Der DAX notierte bis zum Nachmittag im Minus, wurde dann aber von einer freundlich eröffnenden Wall Street gestützt und schloss deshalb genau auf Vortagsniveau. An die Spitze des deutschen Leitindex setzte sich die Aktie K+S (WKN:KSAG88), die von einer Kaufempfehlung profitierte und einen Kursgewinn von 4,4 % verbuchte.

In den Börsenkeller schickten die Marktteilnehmer den Chiphersteller Infineon (WKN:623100), dessen Anteilscheine 3,6 % an Wert verloren. Auf dem Parkett kursierte das Gerücht, der Münchener Konzern stehe vor der Übernahme eines US-Konkurrenten.

Kein Gerücht, sondern eine Bekanntmachung von VW lieferte den Börsianern am Mittwoch Gesprächsstoff: Die Wolfsburger gaben per Ad-hoc-Meldung zu, dass es auch bei der neuesten Generation von Dieselmotoren Manipulationen gegeben habe. Komplett wurde der PR-Gau durch die Mitteilung, dass sich der Manipulationsverdacht nunmehr auch auf Benzinmotoren ausweitet: Bei nach derzeitigem (!) Erkenntnisstand rund 800.000 Fahrzeugen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda sollen falsche Ausstoßwerte für Kohlendioxid ausgewiesen worden sein.

Kein Wunder also, dass VW-Vorzüge am Mittwoch in die Grütze gingen und bis 14:40 Uhr rund 8,5 % verloren. Der DAX hielt sich dagegen wacker und büßte nur 0,2 % ein.

Wie geht es weiter?

Am Donnerstag (05.11.) legen drei DAX-Konzerne Quartalszahlen vor: Die Deutsche Telekom (WKN:555750), HeidelbergCement (WKN:604700) und die MunichRe (WKN:843002) lassen Analysten in ihre Bücher blicken. Aus dem MDAX (WKN:846741) melden sich Fielmann (WKN:577220), Fraport (WKN:577330), Lanxess (WKN:547040) und Rheinmetall (WKN:703000) mit Informationen zur Geschäftsentwicklung.

In den USA berichten u. a. News Corp, Disney und Symantec. Auch volkswirtschaftliche Daten werden in den Vereinigten Staaten veröffentlicht: Informationen zur Produktivität im dritten Quartal und die Zahl wöchentlicher Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Am Freitag (06.11.) gibt der Versicherungsriese Allianz (WKN:840400) Quartalszahlen bekannt. In den USA wird der Arbeitsmarktbericht für Oktober veröffentlicht.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool eine angenehme Restwoche.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Walt Disney.

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