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Aktienrückkäufe bei Alphabet: Warum jetzt?

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Letzte Woche meldete Alphabet (WKN:A14Y6H) hohe Gewinne und toppte die Schätzungen der Analysten sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Was die Einnahmen betrifft, waren es 18,68 Milliarden USD im Vergleich zu den erwarteten 18,53 Milliarden USD. Was den Gewinn betrifft, wurde ein Gewinn pro Aktie von 7,35 USD verkündet. Die Erwartungen lagen bei 7,21 USD.

Doch es gab noch mehr gute Neuigkeiten. Die Wachstumsraten bei den Klicks waren mit 23 % besser als erwartet, was den höchsten Anstieg seit über einem Jahr markiert. (Die Analysten hatten nur 18,6 % erwartet.) Daher schossen die C-Aktien zweistellig in die Höhe und hoben den Wert des Unternehmens kurzzeitig auf über 500 Milliarden USD.

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Und es gab noch mehr Grund zur Freude. Alphabet kündigte auch ein Aktienrückkaufprogramm an. Nachdem sie jahrelang dafür getadelt worden waren, zu geizig mit ihrem riesigen Geldberg umzugehen, beschloss der Vorstand einen Rückkaufsplan von bis zu 5.099.019.515,59 USD. Diese Zahl ist nicht zufällig gewählt. Es ist eine Spielerei mit dem neuen Namen, denn es ist die Quadratwurzel von 26, der Anzahl der Buchstaben des Alphabets.

Die Frage ist, da Alphabet ja sein eigenes Allzeithoch immer weiter nach oben schiebt, warum jetzt?

SIEHT SO AUS, ALS WÄRE ICH NICHT DER EINZIGE, DER VERGISST, DASS DER NEUEN NAME ALPHABET IST. QUELLE: ALPHABET'S QUARTALSBERICHT/ 10Q

SIEHT SO AUS, ALS WÄRE ICH NICHT DER EINZIGE, DER VERGISST, DASS DER NEUE NAME ALPHABET IST. QUELLE: ALPHABET’S QUARTALSBERICHT/ 10Q

Aktienrückkäufe: Warum Unternehmen das tun

Wenn ein Unternehmen Geld an seine Aktionäre zurückgeben möchte, dann gibt es dafür zwei Möglichkeiten. Das Unternehmen kann eine Dividende zahlen (vierteljährlich, jährlich oder sogar in Form von Einmalzahlungen), um Einkommensinvestoren anzuziehen. Der Nachteil dabei ist, dass diese Verteilungen zweifach besteuert werden – beim Unternehmen und beim Aktionär, wobei der Aktionär zumindest einen niedrigeren Steuersatz zahlt.

Die zweite Möglichkeit sind Aktienrückkäufe. Alle Anleger, darunter auch Einkommensinvestoren investieren lieber in ein Unternehmen mit wachsendem Gewinn pro Aktie. Durch Rückkäufe erhöht ein Unternehmen diesen, da weniger Aktien im Umlauf sind. Zusätzlich werden Rückkäufe nicht doppelt besteuert. Daher erhalten die Anleger mehr Gewinne, an denen sie den Staat nicht beteiligen müssen.

Rückkäufe haben perverse Anreize

Zusätzlich – und vielleicht ist auch das ein perverser Anreiz – helfen Rückkäufe der Vorstandsetage auf zwei Arten: Viele Bonuszahlungen werden in Form von Aktien bezahlt oder werden basierend auf steigenden Kursen berechnet. Aktien aus dem Verkehr zu ziehen, hilft ihnen dabei, Bonusse im Wert von mehreren Millionen von Dollar zu erhalten, denn ein Anstieg beim Gewinn pro Aktie führt meist auch zu höheren Kursen.

Rückkäufe wirken auch der Verwässerung der Kurse bei aktienbasierter Vergütung entgegen, damit die normalen Anleger nicht die Auswirkungen einer größeren Aktienmenge im Umlauf spüren. Viele Anleger verfolgen nicht die Bilanzen und die Zahl der ausstehenden Aktien im selben Maße wie den Gewinn pro Aktie. Rückkäufe können aber auch Mittel abzweigen, die eigentlich in gute Mitarbeiter, Forschung und Entwicklung fließen sollten.

Ein extremes Beispiel dafür ist IBM (WKM:851399). Das Unternehmen hat seit 2000 mehr als 100 Milliarden USD für Aktienrückkäufe ausgegeben. Dazu nahm man Schulden auf, um den Gewinn pro Aktie und den Kurs steigen zu lassen. Aktuell liegt die Marktkapitalisierung bei nur 141 Milliarden USD im Vergleich zu den ehemals 200 Milliarden USD, denn seit 2008 hat IBM es nicht geschafft, seine Einnahmen nennenswert zu steigern.

Das Problem mit den Rückkäufen

Um fair zu sein, ein gut durchgeführtes Rückkaufsprogramm kann die beste Verwendung für Kapital sein, wenn die Zinsen niedrig sind. Das Problem ist nur, dass die meisten Unternehmen historisch gesehen, sehr schlecht darin sind. Der Ausdruck „dumb money” wird üblicherweise benutzt, um Investitionen von nicht besonders wohlhabenden Einzelanlegern zu benennen, er könnte aber auch für Rückkäufe benutzt werden.

Die folgende Grafik von FactSet gibt einen Einblick, wie schlecht Rückkäufe bisher durchgeführt wurden:

QUELLE: FACTSET

Wenn wir uns diese Daten ansehen, dann fällt auf, wie die Rückkäufe zurückgehen und wie die Anzahl der Unternehmen, die Rückkäufe durchführen, mit dem S&P 500 steigt und fällt. Das ist genau, wie eine rationale, wertstiftende Rückkaufspolitik nicht funktionieren sollte. 2009 hätten diese Unternehmen im großen Stil Aktien zurückkaufen sollen und ihren Vorteil aus den kurzsichtigen Verkäufen schlagen sollen. Aber in Wahrheit haben das nur die Wenigsten getan.

Könnte es bei Google, ähm, Alphabet anders laufen?

Das bringt uns zu Alphabet. Nach zwei starken Quartalsergebnissen hat das Unternehmen seine Marktkapitalisierung von 360 Milliarden USD im Juli auf knapp 500 Milliarden USD gesteigert. Das allein sind schon gute Nachrichten für die Anleger. Doch die autorisierte Summe für die Rückkäufe reicht gerade um 1 % der ausstehenden Aktien zurückzukaufen, während dieselbe Summe vor ein paar Monaten für über 1,5 % und während dem Tiefpunkt 2009 für über 5 % gereicht hätte.

Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Nur weil ein Rückkauf beschlossen wurde, bedeutet das nicht, dass der Rückkauf auch vollständig umgesetzt werden muss. Alphabet könnte die Mittel auch solange zurückhalten, bis wieder Panik einsetzt und die Kurse abstürzen, um von den irrationalen Entscheidungen der Wall Street zu profitieren. Zusätzlich kaufen Unternehmen auch Aktien zurück, wenn sie zuversichtlich auf die Zukunft blicken und wenn sie glauben, dass die Aktie unterbewertet ist. Sollte Google die Aktien zurückkaufen, können wir nur hoffen, dass sie damit richtig liegen. Doch wenn die Vergangenheit sich wiederholen sollte, dann wird es leider anders kommen.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C).

Dieser Artikel wurde von Jamal Carnette  auf Englisch verfasst und wurde am 27.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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