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Können Rio Tinto und BHP Billiton die Erholung fortsetzen?

Foto: Pixabay, horjaraul

Nach fünf qualvollen Jahren bekommen die Anleger der Minenunternehmen BHP Billiton (WKN:863578) und Rio Tinto (WKN:852147) endliche eine Atempause. Die Kurse sind im letzten Monat jeweils um 10 % und um 13 % gestiegen und haben damit nach den Jahren des Rückgangs endlich die Trendwende geschafft. Aber kommt da noch mehr?

Im Moment wird wohl noch keiner Freudensprünge machen. BHP liegt immer noch 26 % unter dem Niveau von vor einem Jahr, Rio Tinto 18 %. In den letzten fünf Jahren war die Performance sogar noch schlechter. Der Rohstoffsektor ist zwar für seine Zyklen bekannt, aber die Investoren, die mit hohem Risiko gegen den Trend gekauft haben, sind für ihre Ungeduld bestraft worden. Trotzdem werden die aktuellen Lebenszeichen die Optimisten wieder dazu ermutigen, ihr Glück zu versuchen.

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BHP bitte

Der letzte Quartalsbericht von BHP zeigte einen Rückgang bei der Öl- und Kupferproduktion in den drei Monaten bis zum 30. September. Die Ölsparte hatte Probleme mit Arbeitskampfmaßnahmen an der Bass-Straße vor Australien. Darüber hinaus gab es einen natürlichen Rückgang der Fördermenge im ganzen Portfolio, obwohl die Produktion langsam wieder steigt. Die Kupferproduktion fiel seit Juni um 13 % aufgrund der Verschlechterung der Rohstoffqualität in Escondido. Eisenerz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7 % auf 61 Millionen Tonnen.

CEO Andrew Mackenzie sagte, das Unternehmen wäre auf einem gutem Weg, die Jahresziele zu erreichen und man würde auch weiterhin investieren, um Shareholder Value zu schaffen. Dazu zählt auch der Kauf von Ölfeldern in Westaustralien und dem westlichen Golf von Mexiko. Die Investoren werden sich über die positiven Nachrichten freuen, nachdem die Industrie seit Längerem von unermüdlichen Kostensenkungen und gestrichenen Investitionen geplagt wird.

Doch lieber Rio

Rio Tinto litt in Q3 auch unter einem Rückgang der Kupferproduktion um brutale 24 % auf 115 Kilotonnen. Eine Erhöhung der Eisenerzverkäufe und der Produktion um jeweils 17 % und 12 % konnten das natürlich nicht ausgleichen. Die geringere Kupferproduktion könnte helfen, bei den aktuellen Preisrückgängen den Boden zu finden. Aber der Rückgang ist trotzdem eines der Probleme, die Rio gerade nicht gebrauchen kann.

Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,62 sieht Rio Tinto attraktiver aus als BHP Billiton mit einem überraschend hohen KGV von 14,47. Das ist umso überraschender, da Rio Tinto sich in den letzten Jahren besser geschlagen hat als BHP. Ich würde trotzdem Rio kaufen und das obwohl Rio mit 5,43 % relativ wenig Dividende zahlt verglichen mit den üppigen 7,62 % von BHP. Aber die Ausfälle in der Kupferproduktion machen mir schon Sorgen.

China im Kopf

Ich glaube, es ist einfach noch zu früh, schon wieder einzusteigen. China schwächelt immer noch und die Preise für Metalle und Mineralien fallen auch noch. Der chinesische Premierminister Li Keqiang hat kürzlich gesagt, er würde das BNP-Wachstum von 7 % „nicht bis zum Tode verteidigen”. Das war ein Eingeständnis dessen, was alle ohnehin schon wissen: Die Tage des Wachstums sind vorbei.

Und sie werden auch nicht wiederkommen. Wohin man blickt, sieht man Quantitative Easing: In Japan, China, auch in Europa. Die Bank von England hat auch Angst, den Leitzins zu erhöhen. Die Federal Reserve möchte gerne, aber niemand kann nachhaltiges globales Wachstum einfach so herbeiführen.

Bei den heutigen Bewertungen und Dividenden sind BHP und Rio Tinto verlockend für langfristig orientierte Anleger. Man sollte aber nicht erwarten, dass es bald wieder aufwärts geht.

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The Motley Fool UK besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Harvey Jones auf Englisch verfasst und wurde am 26.10.2015 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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