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Warum die Leoni-Aktie einen Drittel ihres Wertes verlor

Foto: LEONI AG

Das war passiert

Am 13. Oktober brach der Aktienkurs der in Nürnberg beheimateten Leoni AG (WKN: 540888) in der Spitze um 38 % ein und hat sich auch eine Woche danach noch nicht davon erholt.

Darum geht’s

Leoni veröffentlichte am Tag des Kurssturzes eine Ad-hoc-Meldung, in der das Unternehmen mitteilte, dass die Prognosen sowohl für das laufende Geschäftsjahr als auch für 2016 revidiert werden müssen. Als Hauptgrund wurden überraschend starke Belastungen im Bordnetz-Segment angegeben. Die Anleger waren selbstverständlich nicht minder überrascht über derartige Neuigkeiten.

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Die genannten Belastungen rührten dabei nicht etwa von einer Nachfrageschwäche her, sondern im Gegenteil: Unerwartet angehobene Stückzahlen in Verbindung mit einem beschleunigten Produktionshochlauf haben offenbar zu Problemen im Projektmanagement geführt. So mussten hier erhebliche Einbußen in der Rentabilität hingenommen werden, während gleichzeitig den Angaben zufolge margenstarke Projekte vorzeitig beendet wurden.

Auch die erhoffte positive Entwicklung im Zusammenhang mit diversen Expansions-Initiativen stellte sich so noch nicht ein. Zumindest habe es aber keine Überraschungen im Segment Wire & Cable Solutions gegeben.

Beim Umsatz bleibt der Vorstand zwar bei seiner bisherigen Prognose für das aktuelle Jahr, senkt sie aber für 2016 von 4,8 auf 4,6 Mrd. EUR. Das eigentliche Problem stellt jedoch die Profitabilität dar: Weder die 200 Mio EUR operativen Gewinns für das Geschäftsjahr 2015, noch die angestrebte EBIT-Marge von 7 % für 2016 würden erreicht werden können. Auch das wirtschaftliche Umfeld in den sogenannten Wachstumsmärkten China und Russland ist wie bereits zuvor bekannt nicht mehr so rosig. In den USA schwächelt das Geschäft mit den dortigen Nutzfahrzeugherstellern.

Insgesamt also eine ganze Reihe von negativen Faktoren, die auf einmal auf das Unternehmen einwirken. Da noch im Mai von Umsatzhöchstwerten und erfolgreichem, globalem Wachstum die Rede war, zeigten sich die Aktionäre entsprechend geschockt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass der Vorstandsvorsitz am 7. Mai von Dr. Klaus Probst auf Dieter Bellé übergegangen ist. Möglicherweise sorgte das Stühlerücken im Management für derartige Unruhe im Betrieb, dass das Projektmanagement Sand ins Getriebe bekommen hat.

So geht’s weiter

Für den 10. November plant Leoni, ein Maßnahmenpaket zu präsentieren, das die angestrebte Profitabilität des Bordnetz-Segments gewährleisten soll. Üblicherweise werden in solchen Fällen kostspielige externe Berater angeheuert, welche mit ihrer Expertise die internen Managementkapazitäten verstärken. Im besten Fall gelingt es, das angeschlagene Schiff nicht nur wieder auf Kurs zu bringen, sondern langfristig sogar zu stärken. Kurzfristig stellen solche Maßnahmen jedoch erst einmal zusätzliche Belastungen dar.

Dabei kann Leonie auf einigen positiven Entwicklungen aufbauen. In den letzten Monaten wurden innovative Lösungen vorgestellt, wie beispielsweise ultradünne Fahrzeugleitungen zur Reduzierung von Gewicht und Bauraum, formstabile Kabelsätze für schnelleren Einbau im Pkw oder Elektrofahrzeug-Ladekabel. In Märkten wie Mexiko und China konnte die Präsenz ausgebaut werden und neue Kunden kamen hinzu. Außerdem will man von 2016 bis 2018 in Roth bei Nürnberg die „Fabrik der Zukunft“ hochziehen, das angeblich modernste Kabelwerk seiner Art in Europa.

Von daher wird es nun darauf ankommen, die Weichen richtig zu stellen, damit die jäh unterbrochene Erfolgsgeschichte im Jahr 2017 wieder fortgesetzt werden kann. Mir ist unklar, wie gravierend die Situation tatsächlich ist. Allerdings gehe ich davon aus, dass der neue Boss Bellé die Gelegenheit auch nutzen wird, um sich als Macher zu profilieren. In dem Fall werden die vergangenen Probleme und aktuellen Herausforderungen zunächst einmal groß ausgebreitet, um dann in zwei Jahren möglicherweise umso besser dazustehen.

Man darf jedenfalls gespannt sein, was das Management im November präsentiert.

 

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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