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Toyota: Wir werden auch 2050 noch Benzinmotoren verkaufen

Foto: Toyota

Während immer mehr Autobauer von der Umstellung auf Elektroautos sprechen, sagt Toyota (WKN:888452), man wolle beim Benzinmotor bleiben – aber man plane auch in naher Zukunft deutlich weniger Benzin zu verbrennen.

Letzte Woche verkündete Toyota eine Reihe von sogenannten „Umweltzielen”. Dabei handelt es sich um Ziele, die sich das Unternehmen für die nächsten 35 Jahre selbst gesteckt hat „um einen Beitrag zur weltweiten Stabilität der Umwelt zu leisten”.

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Das Wichtigste dabei: Toyota plant, die CO2-Emissionen bis 2050 nahezu gänzlich zu eliminieren. Aber trotz dieses Zieles glaubt man bei Toyota nicht, dass Benzinmotoren bald verschwinden werden – zumindest nicht vollständig.

DER BRANDNEUE TOYOTA PRIUS IST NUR EIN SCHRITT IN TOYOTAS LANGFRISTIGEM PLAN, MEHR UND MEHR HYBRIDFAHRZEUGE ZU VERKAUFEN. BILDQUELLE: TOYOTA.

DER BRANDNEUE TOYOTA PRIUS IST NUR EIN SCHRITT IN TOYOTAS LANGFRISTIGEM PLAN, MEHR UND MEHR HYBRIDFAHRZEUGE ZU VERKAUFEN. BILDQUELLE: TOYOTA.

Ein (hoffentlich) großer Schub für die Hybridverkäufe

Der Plan besagt, dass man weniger Verbrennungsmotoren herstellen und nach und nach immer mehr Fahrzeuge aus dem Portfolio zu Hybriden und Elektroautos machen will. Aber Toyota erwartet auch, Verbrennungsmotoren noch am Ende des Zeithorizonts 2050 zu verkaufen, selbst wenn es nur Plug-in-Hybridfahrzeuge sein sollten.

Bei all dem Hype um Elektroautos ist es leicht zu glauben, der Verbrennungsmotor habe ausgedient. Aber Toyota scheint da anderer Meinung zu sein, besonders im Zusammenhang mit Hybriden.

Toyota ist bereits jetzt der führende Hersteller von Hybridfahrzeugen mit Benzinmotor – und das mit Abstand. Jetzt plant man mehr und mehr Hybriden auf den Markt zu bringen. Das kurzfristige Ziel ist es bis 2020 1,5 Millionen Hybriden pro Jahr zu verkaufen (15 % der Gesamtverkäufe). 2014 verkaufte man 1.266.070 Hybriden. Das ist ein großer Vorsprung zu den Rivalen Honda und Ford.

Das Ziel entspricht einem Anstieg von etwa 18 % verglichen mit den Verkäufen 2014. Das ist aber deutlich ehrgeiziger als du vielleicht denkst, denn die niedrigen Kraftstoffpreise haben es in letzter Zeit schwieriger gemacht, Hybriden zu verkaufen. Toyota hofft, dass der brandneue Prius 2016, der auch mehr Fahrvergnügen verspricht als seine Vorgänger, den Hybriden hier ein Absatzplus bescheren wird.

Aber das ist erst der Anfang von Toyotas ehrgeizigem Plan.

Langfristig: Nicht nur batterieelektrische Autos

Toyotas Plan erwähnt auch „weitere Fortschritte bei elektrischen Antriebssystemen”. Mit batterieelektrischn Fahrzeugen war Toyota bisher nicht sehr gnädig, da man Vorbehalte gegenüber der Wiederaufladezeit und der Reichweite hatte. Aber der Plan erkennt an, dass die Technologie sich soweit verbessern könnte, dass es auch mehr Sinn ergibt.

In der Zwischenzeit werden bessere Batterien Toyota helfen, die elektrischen Reichweite seiner Plug-in-Hybriden zu verbessern. Anders ausgedrückt: Toyota wird noch eine Weile Hybridfahrzeuge verkaufen, aber sie werden versuchen, die elektrische Komponente zu verbessern, damit sie noch weniger Benzin verbrennen. Billigere Batterien werden ihren Beitrag leisten, damit diese Hybriden (und batterieelektrische Autos) wettbewerbsfähige Alternativen zu Fahrzeugen mit Benzinmotor werden.

Toyota hat große Anstrengungen unternommen, um die Wasserstoffbrennstoffzelle zu einer Alternative zu Batterien zu machen. Eine Brennstoffzelle ist ein Gerät, das chemisch die Energie aus Wasserstoffgas extrahiert und sie in Elektrizität umwandelt. Die einzigen „Abgase” bestehen aus Wasserdampf. Aber Brennstoffzellen müssen auch Wasserstoff nachtanken und es gibt im Moment nicht viele Tankstellen dafür.

DER TOYOTA MIRAI IST EIN ELEKTROAUTO MIT EINER WASSERSTOFFBRENNSTOFFZELLE. BILDQUELLE: TOYOTA

Der Toyota Mirai wurde bisher nur in sehr kleiner Auflage produziert. Aber Toyota setzt große Hoffnungen auf die Technologie. Man plant die Brennstoffzellenpatente zu veröffentlichen und eine Kampagne, um „die Verbreitung von Fahrzeugen mit Brennstoffzelle” zu erhöhen. Gleichzeitig arbeitet man mit anderen Autobauern zusammen, um das entsprechende Netz an Aufladestationen zu bauen.

Bis 2020 möchte man mindestens 1.000 Fahrzeuge mit Brennstoffzelle pro Monat in Japan verkaufen. Das wären etwa 12.000 pro Jahr und laut Toyotas Plänen „über 30.000” weltweit.

Toyota wird Hilfe brauchen

Aber es gibt noch andere Punkte in Toyotas Plan. Am Ende möchten sie sogar alle CO2-Emissionen aus dem Produktionszyklus entfernen. Das bedeutet alles von der Versorgung mit Rohstoffen, Herstellung und auch die Entsorgung der Teile.

Toyota wird viel Hilfe brauchen, um diesem Ziel auch nur nahe zu kommen. Zuerst einmal müssen die Lieferanten mitspielen. Das Unternehmen plant im Januar neue Richtlinien für seine Zulieferer herauszugeben, wobei die Reduktion der Emissionen stärker betont werden soll.

Aber auch die Kunden müssen die Elektrifizierung akzeptieren. Dann wird es noch darauf ankommen, wie günstig Toyota die größere Reichweite anbieten kann. Zumindest in den USA gibt es momentan nicht viele Käufer, die mehr für einen Hybrid bezahlen wollen.

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Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 19.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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