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Dell und EMC: Unterschätze nicht die Rechenpower von Dell

Foto: Pixabay, blickpixel

Am Mittwochnachmittag letzter Woche gingen die Märkte noch ein bisschen tiefer als sonst: der Dow Jones Industrial Average ist 0,66 % gefallen, der S&P 500 um 0,38 % (Stand 18:15 Uhr).

Die letzte Woche war eine große Woche für große Konzern-Deals. Am 13.10. haben AB InBev verkündet, dass sie SABMiller kaufen werden, und das zu einem Preis, das den Konkurrenten bei 115 Milliarden USD bewertet (inkl. Verbindlichkeiten). Das ist der größte Deal, der im Bereich Food and Beverages jemals getätigt wurde. Mit diesem Deal entsteht eine „Megabrauerei“, deren globaler Marktanteil bei über 28 % liegen dürfte. Zum Vergleich: Der nächstgrößte Konkurrent, Heineken NV, hat etwa 9 % Marktanteil inne.

Dell-Gründer und CEO Michael Dell. Quelle: CHARLIE BREWER, REPUBLISHED UNDER CC BY-SA 2.0.

Diesem Deal gelang es sogar, den anderen Megadeal des Tages zu überschatten: Dells Zukauf von EMC Corporation (WKN:872526). Dell hat ein komplexes Cash-und-Aktien-Angebot abgegeben, das einen Aktienpreis von 33,15 USD pro EMC-Aktie bedeutet – insgesamt also 67 Milliarden USD, der größte und wertvollste Merger aller Zeiten. Die Finanzen werden dabei von Michael Dell, den Geschäftspartner und der Investmentfirma Silver Lake Partners gestemmt.

Aber: Cash und Aktien? Dell ist seit 2013 im Privatbesitz. Wessen Aktien werden da bitte angeboten?

Und hier wird es komplex. Dell zahlt den Aktionären von EMC 24,05 USD pro Aktie und 0,111 Anteile an einem Tracking Stock, der mit EMCs Anteilen an VMWare (WKN:A0MYC8) zu tun hat. EMC besitzt derzeit 81 % von VMWare, und dieser Anteil sorgt für fast die Hälfte von EMCs Marktwert.

Anders gesagt: Anteilhalter von EMC bekommen Cash und behalten einen Anteil an EMCs wertvollstem Asset. Mit dem Tracking Stock hat man allerdings kein Stimmrecht – Dell wird VMWare führen, auch wenn der Anteil nur bei 28 % liegt.

Elliott Management, die Hedgefund-Aktivisten, die mit 2,2 % an EMC beteiligt sind, haben dem Deal ihren Segen gegeben. Sie wollen die Anteile, die sie bekommen, auch behalten. („Elliott Management ist erfreut darüber, mittels Tracking Stock an VMWares weiterem Aufstieg teilhaben zu können. Der Tracking Stock wird von den wertvollen Beziehungen mit Dell sowie größerer Liquidität profitieren.“)

Aus geschäftlicher Perspektive ist dieser Deal sicherlich machbar. Dell vergrößert sein Angebot an Geschäftskunden und kann größer skalieren (mit gemeinschaftlichen Umsätzen von über 80 Milliarden USD wäre man bei Dell-EMC fast in derselben Liga wie IBM).

Und mit Elliott gibt ein wertorientierter Anleger seinen Segen. Sind also alle glücklich.

Oder auch nicht.

Denn der Markt selber scheint für den Deal nicht viel übrig zu haben. Den Rahmenvereinbarungen zufolge: vergleicht man den derzeitigen Aktienpreis von EMC mit dem von VMWare, dann bekommt man die Einschätzung des Marktes, wie wahrscheinlich es ist, dass der Deal durchgeht. Diese Zahl ist Bloomberg zufolge weniger als 40 %.

Ich wage mal eine riskante Prognose: Ähnlich wie der Markt auch den Deal von AB InBev mit SABMiller unterschätzt hat, unterschätzt er hier die Getriebenheit von Dell. Immerhin gibt es nicht viele, die von sich behaupten können, dass sie aus einem Kampf mit Carl Icahn siegreich davon gegangen sind – Icahn wollte einst im Jahr 2013 nicht, dass Dell ein Privatunternehmen wird.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel von Alex Dumortier erschien am 14.10.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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