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Verliert Apple diesen Wachstumstreiber?

Foto: Deviantart, edwardthewizrd

Nach Angaben der Forschungsunternehmen Gartner und IDC gehen die Verkäufe von Apples (WKN:865985) Macintosh-Computer zurück. Im dritten Quartal schätzt man bei Gartner, dass die Verkäufe im Jahresvergleich nur um 1,5 % auf 5,6 Millionen Einheiten gestiegen sind. IDC dagegen glaubt, dass sie um 3,4 % auf 5,3 Millionen gefallen sind. Beide Zahlen markieren das langsamste Wachstum der letzten 2 Jahre. Beide Unternehmen schreiben diese Rückgänge dem starken Dollar zu, der die Macs im Ausland teurer macht.

DIE MAC-MODELLE VON APPLE. QUELLE: APPLE.

DIE MAC-MODELLE VON APPLE. QUELLE: APPLE.

Andererseits erging es den Macs deutlich besser als dem Rest des PC-Marktes. Gartner und IDC behaupten jeweils, dass die weltweiten PC-Verkäufe im dritten Quartal um 8 % und 11 % gefallen sind. Von den fünf größten Verkäufern waren laut Gartner Apple und Dell die einzigen, die ein positives Wachstum zu verzeichnen hatten. Bei IDC verzeichnete keines der Unternehmen in den Top 5 ein positives Wachstum, wobei Apple und Dell die geringsten Rückgänge zu verschmerzen hatten. Sowohl Gartner als auch IDC führten Apple als den viertgrößten PC-Hersteller weltweit mit einem Marktanteil von 7 % bis 8 %.

Trotzdem bereiten die rückläufigen Umsätze des Mac den Anlegern Kopfschmerzen, da es sich um den größten Umsatztreiber nach dem iPhone handelt. Im Folgenden behandeln wir, wie wichtig der Mac für Apple ist und ob Apple diesen Abwärtstrend aufhalten kann.

Warum der Mac wichtig ist

Im letzten Quartal entfielen 63 % der Einnahmen von Apple auf das iPhone, im Vorjahresquartal waren es noch 53 % gewesen. Das iPad war einmal die zweite Säule des Unternehmens, aber die Umsätze gehen jetzt seit sechs aufeinanderfolgenden Quartalen zurück und machten im dritten Quartal nur noch 9 % der Einnahmen aus.

Während die Verkäufe des iPad fielen, verbesserten sich die des Mac. Im letzten Quartal stiegen sie um 9 % und machten 12 % des Gesamtumsatzes aus. Bei einer Telefonkonferenz gab Finanzchef Luca Maestri an, dass der Großteil des Wachstums von tragbaren Geräten kam und dass man bei Apple sehr erfreut über die große Kundenakzeptanz des neuen MacBook wäre.

Die prognostizierten Rückgänge der Mac-Verkäufe im dritten Quartal deuten an, dass der PC-Markt überfüllt mit starken Wettbewerbern ist, und dass 2-in-1-Geräte wie das Surface von Microsoft (WKN:870747) die Kunden von Tablets und Laptops weglocken. Im letzten Quartal stiegen die Einnahmen des Surface um 117 % und trotzten dem langsamen Wachstum bei Tablets und Laptops.

DIE SURFACE-MODELLE VON MICROSOFT. QUELLE: MICROSOFT.

DIE SURFACE-MODELLE VON MICROSOFT. QUELLE: MICROSOFT.

Was gedenkt man bei Apple zu tun?

Im Moment hofft man bei Apple wahrscheinlich, dass die neuen Mac-Modelle die Verkäufe ankurbeln werden. Erst vor Kurzem vergrößerte man das Angebot mit neuen iMacs mit Retina-Displays. Der 21,5“-Mac bekommt ein 4K-Retina-Display, während das 27-Zoll-Modell ein 5K-Retina-Display bekommen wird. Aber seit Apple zugegeben hat, dass das meiste Wachstum in der Sparte Macintosh im letzten Quartal von tragbaren Geräten kam, bleibt unklar, ob diese neuen iMacs einen großen Unterschied machen werden.

Eine andere Herangehensweise wäre, dem iPad in den Unternehmensmarkt zu folgen. Apple bewarb Macs in der Vergangenheit als Geräte für Unternehmen, aber der hohe Preis machte es schwer, sie an sparsame Unternehmen zu verkaufen. Und da Apple sich weigert, iOS und OS X zusammenzufassen, sehen sie neben dem erweiterbaren Windows 10 nicht gerade gut aus. Viele Kunden halten den Mac für sicherer als Windowsgeräte, doch auch dieser gute Ruf wurde kürzlich von Malware-Angriffen beschmutzt. Eine aktuelle Umfrage von Avecto, einem Softwareunternehmen für Endgerätesicherheit, gibt an, dass 40 % der IT-Chefs inzwischen weniger Vertrauen in die Sicherheit eines Mac haben.

Trotz dieser Probleme berichtete Avecto, dass nur 21 % der befragten Unternehmen keine Macs besaßen und 36 % der befragten IT-Chefs sagten, dass die Zahl der Macs in ihren Unternehmen im letzten Jahr gestiegen wäre. Falls die Umsätze des Mac sich im aktuellen Quartal weiter deutlich verschlechtern sollten, werden wir wohl mehr davon hören.

Mach dir noch keine Sorgen um Apple

Sollten die Schätzungen von Gartner und IDC zutreffen, wird Apple dem Rückgang auf dem PC-Markt und den Wechselkursen nicht unbeschadet entkommen können. Trotzdem ergeht es Apple besser als den meisten seiner Konkurrenten. Das bedeutet, dass sie auch am schnellsten zurückkommen könnten, wenn sich der Markt wieder bessert. Gartner und IDC erwarten beide, dass der Markt sich stabilisieren und wahrscheinlich nächstes Jahr wieder erholen wird.

Im Moment sollten sich die Investoren keine Sorgen machen. Sie sollten aber einsehen, dass der Mac immer noch Apples zweite Säule im Falle von schwächelnden iPhone-Verkäufen ist. Und das könnte schon nächstes Jahr passieren, laut Pacific Crest Securities. Wenn das Umsatzwachstum des Macintosh bis dahin positiv ist, dann könnte es aber etwas weniger schlimm werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple. The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft. Motley Fool empfiehlt Gartner.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 14.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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