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Sollte Bombardier bei der CSeries mit Embraer oder Boeing zusammenarbeiten?

Foto: Bombardier.

Bombardier (WKN:866671) lässt nichts unversucht.

Laut aktuellen Berichten plant das Unternehmen mit Embraer SA (WKN: A1C2PZ) und Boeing (WKN:850471) über eine potenzielle Partnerschaft zu sprechen. Dieser Schritt kommt nachdem ähnliche Gespräche mit Airbus bereits gescheitert waren.

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Würde eine Partnerschaft mit einer der beiden Firmen Sinn ergeben?

Embraer

Eine Partnerschaft mit Embraer wäre eine grausame Ironie für Bombardier. Das brasilianische Unternehmen erwägte eine ähnliche Flugzeugreihe zu entwickeln, entschieden dann aber, dass man nicht mit Boeing und Airbus konkurrieren wollte. Ein Manager von Embraer drückte es folgendermaßen aus: „Wir konnten keinen Schritt auf ein größeres Flugzeug zu machen, weil der Businessplan dafür einfach nicht da war.“

Stattdessen konzentrierte sich Embraer auf den Markt der Regionaljets und wurde damit zu einem Konkurrenten von Bombardier. Das war bisher ein heiß umkämpfter Markt und die Beziehungen zwischen der brasilianischen und der kanadischen Regierung haben auch darunter gelitten. Aber Embraer dominiert momentan diesen Markt und hat Bombardier effektiv besiegt.

Also, warum sollte Embraer an einer Partnerschaft interessiert sein? Der Hauptgrund ist, dass sie keine so großen Flugzeuge wie die CSeries verkaufen. Es gäbe keine Interferenzen mit den aktuellen Projekten von Embraer.

Boeing

Boeing hat bereits ein Flugzeug, das direkt mit der CSeries in Konkurrenz steht – den 737MAX. Aber eine Partnerschaft würde immer noch viel Sinn ergeben.

Der Hauptgrund ist die Konkurrenz. Wie wir alle wissen, hat die CSeries teilweise daher Probleme, Aufträge zu generieren, weil Airbus und Boeing ihre konkurrierenden Modelle stark vergünstigt anbieten. Und wenn Bombardier sich mit Embraer zusammentun würde, dann wäre diese Dynamik immer noch gegeben.

Aber wenn Bombardier mit Boeing zusammenarbeiten würde, dann würde dieser Markt wieder nur von zwei Firmen bestimmt werden, was auch zu mehr Preisdisziplin führen sollte. Boeing hat auch eine viel stärkere Beziehung zu den großen Fluggesellschaften auf der ganzen Welt, was eine große Hilfe beim Verkauf der CSeries wäre.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund:
Boeing weiß, wie schwer es ist, ein neues Flugzeug zu entwickeln. Die Entwicklung des 787 Dreamliner kostete mehr als 30 Milliarden USD und das bei ursprünglich veranschlagten 6 Milliarden USD. Eine Partnerschaft könnte Boeing diese jahrelangen Kopfschmerzen ersparen.

Was hängen bleibt

Eine Partnerschaft mit einem anderen Unternehmen wird nicht leicht für Bombardier. Die CSeries bräuchte in diesem Fall eine eigene Führung und die Vertragsbedingungen wären auch ziemlich komplex. Bombardier würde darauf bestehen, dass die Arbeitsplätze in der Fertigung in Quebec bleiben.

Ein kompletter Verkauf des Programmes wäre besser, aber die Regierung von Quebec hätte ein großes Problem damit, genau wie die Gründerfamilie von Bombardier, denn dazu müssten sie ihren Traum komplett aufgeben.

Wenn du Aktien von Bombardier hast, solltest du nicht zu viel erwarten. Und wenn du keine Aktien von Bombardier hast, dann solltest du vielleicht noch warten, bevor du kaufst.

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Dieser Artikel wurde von Benjamin Sinclair auf Englisch verfasst und wurde am 14.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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