MENU

3 versteckte Bedrohungen für Facebook-Aktionäre

QUELLE: FACEBOOK.

Für Investoren läuft es bei Facebook (WKN:A1JWVX) gerade traumhaft. Der vermasselte Börsengang und die darauf folgenden Zweifel an der Monetarisierung auf mobilen Geräten zwang den Kurs kurzfristig unter 20 USD pro Aktie. Doch seither geht es für Zuckerberg und Co nur noch steil nach oben. Der aktuelle Kurs liegt bei über 90 USD pro Aktie. Daher sind die langfristig orientierten Anleger auch aus gutem Grund so glücklich. Aber trotzdem ist es immer eine gute Idee, nach versteckten Risiken Ausschau zu halten. In diesem Sinne haben wir ein paar von unseren Spezialisten um ihre Meinung dazu gebeten:

Jamal Carnette: Der Vorstoß in den Videobereich könnte schiefgehen

Das Wachstum bei den Videos auf FB gefällt mir sehr gut und auch Zuckerberg hat erst angemerkt, dass aus 1 Milliarde Aufrufen im Juni letzten Jahres inzwischen 4 Milliarden geworden sind. So kann FB Youtube von Alphabet direkt von der Wertschöpfungskette ausschließen. Und trotzdem besteht das Risiko, dass Facebook seine Glaubwürdigkeit bei den Werbekunden verlieren könnte.

Denn ein Aufruf oder View auf FB zählt ab 3 Sekunden. Dieser doch recht kurze Zeitraum zusammen mit der Autoplay-Funktion lassen Zweifel an dem Nutzen eines Views aufkommen. Facebook bot auch eine neue Option für Marketingkunden, darunter eine 10-Sekunden-Option und eine 100%-View-Option, mit Zählung durch das unabhängige Analyseunternehmen Moat, anstatt durch Facebook.

Aber es gibt noch andere mögliche Probleme: Das größte ist dabei die nicht angemessene Handhabe des sogenannten „Freebooting“. Damit ist der Diebstahl von Inhalten durch Facebook-Nutzer gemeint. Das betrifft die Werbekunden nicht direkt, aber es verärgert populäre Hersteller von solchen Inhalten, auf die Facebook angewiesen ist, wenn sie direkt mit Youtube konkurrieren wollen. Am Ende, glaube ich, dass Facebook diese Probleme lösen wird. Aber trotzdem sollten die Anleger hier genau aufpassen.

Daniel B. Kline: Die Jungen könnten Facebook den Rücken kehren

Meine Mutter ist eine der ersten, die meine Beiträge auf FB kommentiert. Selbst mit 41 fühle ich mich ein bisschen unter Beobachtung, wie damals als Kind wenn meine Freunde vorbeikamen.

Die Anwesenheit von Erwachsenen macht Facebook weniger cool für Teenager. Daher sind auch schon einige der jüngeren Nutzer auf Plattformen wie SnapChat und die Facebook-Töchter Instagram und WhatsApp ausgewichen. Das ist bisher noch kein größeres Problem, aber es ist eines, das man bei FB schon erkannt hat. „Wir haben einen Rückgang bei den täglichen Nutzern [im Teenageralter während des letzten Quartals] verzeichnet, besonders bei den jüngeren Teenagern.“ sagte der damalige Finanzchef von Facebook im Januar 2014 laut einem Bericht von Time. Das ist ein relativ kleiner Wert und der oft vorhergesagte Massenexodus ist bisher nicht eingetreten, aber das könnte noch passieren.

Dadurch, dass Facebook überall ist, ist es auch uncool. Die Teenager sind noch darauf angewiesen, da keine andere Website alle Tools des Marktführers besitzt. Das mag vielleicht jetzt noch der Fall sein, aber das muss ja nicht immer so bleiben. Daher könnte ein Emporkömmling, bei dem Mom und Dad keinen Zugang haben, dazu führen, dass die jungen Nutzer Facebook den Rücken kehren.

Sie werden ihre Konten bei FB vielleicht noch behalten, um mit den älteren Verwandten in Verbindung zu bleiben und um der Großmutter zum Geburtstag zu gratulieren, aber sie werden FB nicht mehr für die tägliche Interaktion mit ihren Altersgenossen nutzen. Es ist nicht garantiert, dass das auch passieren wird – eine andere Website muss erst noch einen Weg finden, die jungen Nutzer abzuwerben – aber es könnte definitiv passieren.

Tim Brugger: Adblocker könnten Facebook schaden

Es ist nicht überraschend, dass die große Mehrheit von Facebooks Einnahmen (4 Milliarden USD im letzten Quartal) aus Werbung kommt. Trotz Anstrengungen, die Verkäufe von Videospielen zu erhöhen und der kurz bevorstehenden Veröffentlichung des Oculus Rift, eines Virtual-Reality-Headsets, ist Facebook immer noch der unangefochtene König der Social-Media-Werbung und wird es wohl auch noch bleiben. 95 % der Rekordeinnahmen im letzten Quartal kamen aus diese Quelle.

Aber was ist, wenn eine wachsende Zahl von Facebooks 1,49 Milliarden monatlich aktiven Nutzern den Werbeblocker anschaltet? Obwohl sich diese Entwicklung noch im Frühstadium befindet, tun immer mehr Internetnutzer genau das.

Digitale Werbung soll Schätzungen zufolge dieses Jahr mehr als 170 Milliarden USD Umsatz generieren, wovon ein großer Teil auf Facebook entfällt. Je mehr die Ausgaben für Werbung wachsen, desto mehr Leute laden sich auch Adblocker herunter, um sich die Werbung zu sparen. Eine Studie aus diesem Jahr fand heraus, dass 198 Millionen Internetnutzer auf der ganzen Welt Adblocker nutzen. Das ist ein Anstieg um 41 % im Vergleich zum Vorjahr 2014.

Bei den mobilen Geräten ist der Anteil deutlich geringer, aber mit der Veröffentlichung von iOS9 und dessen Kompatibilität mit Adblockern könnte sich das schnell ändern, wenn die anderen Betriebssysteme nachziehen. Zur Zeit können iOS-Nutzer nur Werbung über den Browser Safari blocken, daher ist die App von Facebook sicher… zumindest vorerst.

Enthüllt: Unser neues E-Book!

Dieses neue E-Book enthält 12 Top-Aktien, die du sofort kaufen kannst! Du bekommst Ideen für Aktien, die man auch in den schlimmsten EU-Krisenzeiten halten kann, Aktien, mit denen du von den Innovationen in der Industrie profitieren kannst, plus unsere unschlagbaren Bewertungsmethoden. Und das Beste ist, es ist 100 % kostenlos, wenn du „klick" hier und heute unseren kostenlosen Newsletter abonnierst.

Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A- und C-Aktien) und Facebook.
Dieser Artikel wurde von Jamal Carnette, Tim Brugger und Daniel Kline auf Englisch verfasst und wurde am 14.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool