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Was für VW das Teuerste am Skandal werden könnte

Foto: Pixabay, Unsplash

Überall auf der Welt zeigen sich die Regierungen erzürnt über den Betrug bei den Emissionstests und Volkswagen (WKN:766400) weiß immer noch nicht, wie sie die 11 Millionen betroffenen Fahrzeuge in Ordnung bringen sollen.
VW ist einer der größten Autohersteller der Welt und hält den größten Marktanteil des weltgrößten Marktes für Neuwagen: China. VW hat nie große Mengen von Autos mit Dieselmotoren in China verkauft. Daher dachte man auch, die chinesische Regierung hätte zu dem Skandal nicht viel zu sagen. Dachte man zumindest.

Von all den möglichen Kosten des Skandals, könnten Probleme in China VW am meisten wehtun.

Die chinesische Regierung ist „sehr besorgt“

Die chinesische Agentur für Qualitätskontrolle sagte am Montag, sie wäre „sehr besorgt“ wegen der Betrugssoftware in den Dieselfahrzeugen von VW. Sie sagten, es würden entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, aber abgesehen von der Forderung, dass VW so schnell wie möglich handle, gab es keine weiteren Einzelheiten. In einer separaten Erklärung sagte das chinesische Umweltministerium am Montag, man würde den Fall untersuchen.
Das ist etwas überraschend, da der Skandal sich in China in Grenzen hält. Weniger als 2.000 Dieselfahrzeuge mit der Betrugssoftware wurden in China verkauft. Das ist verschwindend gering verglichen mit den 482.000 in den USA und den Millionen in Europa. Abgesehen davon waren alle davon importiert: Keines davon wurde auf chinesischem Boden hergestellt.

Aber der Skandal hat auch in China viel Aufmerksamkeit von den Medien bekommen und die Regierung verspürt das Bedürfnis zu handeln. Das sind schlechte Neuigkeiten für VW.

Das könnte für VW sehr schmerzhaft werden

China ist extrem wichtig für VW, da etwa ein Drittel des weltweiten Umsatzes aus dem Reich der Mitte kommt. Bis August verkaufte man dort 2,26 Millionen Fahrzeuge. Audi ist dort seit mehreren Jahren Marktführer bei den Luxusautos. Im letzten Jahr verdiente Audi damit über 5 Milliarden EUR.

Die Wirtschaftsschwäche hat den Neuwagenverkäufen in China in diesem Jahr einen Dämpfer verpasst. Bis August wurde ein Rückgang bei den Neuwagenverkäufen um 2,6 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Die Umsätze der VW Gruppe sanken um etwa 5,6 %, da die Konkurrenten im Niedrig- und im Hochpreissegment immer mehr Druck auf VW ausüben.

Aber das macht den Beobachtern von VW jetzt keine großen Sorgen: Solche Dinge passieren wie Ebbe und Flut. Es könnte aber noch viel schlimmer werden. Falls die chinesische Regierung sich dazu entscheiden sollte, VW unter Druck zu setzen oder zu zensieren, dann könnte VW Probleme bekommen, seine zukünftigen Modelle genehmigt zu bekommen. Darüber hinaus werden andere VW-Modelle auch noch genauer unter die Lupe genommen werden.
In klaren Worten: Mehr teure Rückrufe, denen sich VW nur bedingt widersetzen kann.

Fazit: Das sind absolut keine guten Neuigkeiten für VW

Lange Rede, kurzer Sinn: Die jüngsten Entwicklungen deuten an, dass die chinesische Regierung sich jetzt auch in den Abgasskandal einschalten wird, und das obwohl nur sehr wenige Fahrzeuge in China betroffen sind. Wenn die Regierung sich dazu entschließen sollte, Druck auf VW auszuüben, dann wird das die Kosten für VW im größten Automarkt der Welt erhöhen.

Dauerhafter Druck von der chinesischen Regierung könnte auch das Image von VW bei den chinesischen Kunden beschädigen und damit den großen Rivalen wie General Motors zu mehr Marktanteilen auf Kosten von VW verhelfen. Im Lauf der Zeit könnte das sogar noch teurer für VW werden als die Kosten und Strafen in anderen Ländern. Hier ist besondere Vorsicht geboten.

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Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 12.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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