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4 Gründe, die übersehene AT&S Aktie zu kaufen — High-Tech zum Schnäppchenpreis

Foto: AT&S AG

Vor Kurzem habe ich für einen Artikel über Aktien aus Österreich recherchiert. Ursprünglich sollte der Artikel drei Aktien behandeln. Doch eine von ihnen fand ich so interessant, dass ich mich entschieden habe, ihr einen eigenen Artikel zu widmen. Und nicht nur das: Meiner Meinung nach ist AT&S (WKN:922230) ein richtiges Schnäppchen. Nachdem ich kurz auf das Geschäftsmodell von AT&S eingegangen bin, werde ich dir 4 Gründe nennen, warum ich die Aktie heute für besonders attraktiv halte.

Was AT&S macht: Leiterplatten – und die sind so wichtig wie Computerchips

Jeder kennt die Hersteller von Halbleitern wie Intel oder Qualcomm. Weniger bekannt sind aber die Produzenten von Leiterplatten, dabei sind diese Bauelemente unentbehrlich für die ständige Leistungssteigerung aller elektronischen Geräte.

Leiterplatten sind Träger für elektronische Bauteile. Da sie der mechanischen Befestigung und elektrischen Verbindung dienen, sind sie in jedem modernen elektronischen Gerät enthalten.

Die AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG ist einer der Großen dieser Branche. 1987 gegründet, ging man 1999 – kurz vor dem Platzen der Internetblase – an die Börse. Als Segment wählte man damals den Neuen Markt. Dieser wurde 2003 eingestellt, aber die Firma aus der Steiermark „überlebte“ das Desaster der Jahre 2001/2 und ist heute erfolgreicher als je zuvor.

60 % der Erlöse wurden im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 im Bereich „Mobile Devices & Smartphones“ erzielt. Die restlichen 40 % stammen aus dem Geschäft mit der Industrie, Automobilen und der Medizintechnik. Insgesamt setzte AT&S in diesen drei Monaten 194,4 Mio. EUR um, 80 % davon wurden in Asien produziert.

1. Grund für einen Kauf: profitables Wachstum

Für die Aktionäre von AT&S ist wichtig, dass sich die Firma im technologisch hochwertigen Segment des Marktes positioniert hat und wenig ertragreiche Massenware nur sehr eingeschränkt im Angebot hat. Das wirkt sich auch auf die EBIT-Marge aus, die anzeigt, wie viel an jedem umgesetzten Euro operativ verdient wird: In 2014/15 war sie mit 13,5 % erstmals zweistellig.

Die Zahlen der letzten Zahlen zeigen, wie erfolgreich AT&S agiert. Der Umsatz konnte jährlich um etwa 10 % gesteigert werden, wie diese Übersicht zeigt:

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Quelle: Geschäftsbericht 2014/15

Beim Gewinn sieht es so aus:

Bildschirmfoto 2015-10-11 um 17.50.23

Quelle: Geschäftsbericht 2014/15

In 2012/13 gab es einen Gewinneinbruch um etwa 50 %. Hintergrund waren hier zeitliche Verzögerungen bei der Markteinführung neuer Produkte im Mobile Device Segment und daraus folgend eine erhebliche Unterauslastung des Werkes in Shanghai. In den nächsten Geschäftsjahren konnte das allerdings mehr als wettgemacht werden. Mit fast 70 Mio. EUR erreichte AT&S im Geschäftsjahr 2014/15 einen Rekordgewinn.

Vergleichbar entwickelte sich auch die EBIT-Marge:

Bildschirmfoto 2015-10-11 um 17.52.14

Quelle: Geschäftsbericht 2014/15

Wir erkennen den Rückgang in 2012/13, aber wir sehen auch die ansonsten kontinuierliche Steigerung. Die Konzentration auf hochwertige Produkte zahlt sich also tatsächlich aus.

2. Grund für einen Kauf: weiteres Wachstum in Sicht

AT&S sieht für die Zukunft große Möglichkeiten. Der Markt für Smartphones und Tablets wächst weiter, den Bereich „Wearables“ schätzt AT&S als sehr vielversprechend ein, und da geht es nicht nur um die Apple Watch, sondern um Anwendungen in Medizin und Industrie.

Das autonome Fahren eröffnet Chancen, ein wichtiger Bereich ist das „Online Patient Monitoring“, also die direkte Überwachung von Patienten mit Übertragung der Daten, und dann ist da noch das vielbesprochene „Internet der Dinge“: Der Computer verschwindet zunehmend als Gerät und wird durch „intelligente Gegenstände“ ersetzt. Statt – wie derzeit – selbst Gegenstand der menschlichen Aufmerksamkeit zu sein, soll das „Internet der Dinge“ den Menschen bei seinen Tätigkeiten unmerklich unterstützen. Die immer kleineren eingebetteten Computer haben die Aufgabe, Menschen zu helfen, ohne sie abzulenken oder überhaupt aufzufallen.

Das alles sind Bereiche, in denen AT&S sich sehr gut positioniert sieht.

3. Grund für einen Kauf: Beteiligung des Aufsichtsrats

Zwei der 12 Aufsichtsratsmitglieder sind mit jeweils ca. 17 % am Unternehmen beteiligt, und zwar schon seit über 20 Jahren. Für mich ist das ein gutes Signal, denn es bedeutet, dass die Aufsichtsräte die gleichen Interessen verfolgen wie die Aktionäre, nämlich die langfristige Entwicklung des Unternehmens unabhängig von schnellen, nur kurzzeitig wirkenden Ereignissen.

4. Grund für einen Kauf: eine sehr günstige Bewertung

Das Interessanteste jedoch ist die Bewertung: Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind einmalige Belastungen für den Bau eines Werkes in China angefallen, was der Börse wohl nicht gefallen und die Aktie in den Keller geschickt hat.

Bei einem Gewinn pro Aktie von 1,78 EUR und einem Kurs von 14,35 EUR (08.10.2015) ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von nur 8. Das stramme Wachstum von AT&S hat sich im ersten Quartal des Jahres 2015/16 weiter fortgesetzt, so dass dieses KGV deutlich zu günstig erscheint.

Dazu kommt, dass der Börsenwert – der Wert aller Aktien zusammen – mit 557 Mio. EUR etwa 7 % unter dem Eigenkapital per 30.06.2015 (601 Mio. EUR) liegt. Für einen profitablen Wachstumswert ist das sehr ungewöhnlich; oft beträgt der Börsenwert ein Vielfaches des Eigenkapitals. Gründe hierfür können sein, dass das Land Österreich nicht im Fokus der professionellen Investoren liegt. Auch ist das Unternehmen für Großanleger möglicherweise zu klein.

Aber das soll für langfristig denkende Fools kein Hinderungsgrund sein. Aus meiner Sicht stellt AT&S eine der attraktivsten Kaufgelegenheiten im Techbereich dar.

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Peter Roegner besitzt Aktien der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple and Qualcomm.

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