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Was uns das Model X über Teslas Stärken und Schwächen sagt

Foto: The Motley Fool

Tesla Motors (WKN:A1CX3T) hat letzte Woche das brandneue Model X enthüllt und es ist sehr beeindruckend.
„Das Model X setzt neue Maßstäbe in der Autoindustrie.” sagte CEO Elon Musk bevor der neue SUV enthüllt wurde. Musk (wie jeder andere Techniker oder Auto-CEO) tendiert zu leichter Überheblichkeit, wenn es darum geht, ein neues Produkt vorzustellen, aber es ist auch was Wahres dran.

Das Model X baut auf den Stärken auf, die das Model S zum Liebling der Kritiker gemacht haben und das Ganze kommt in einem Gesamtpaket, das ideal für (vermögende) Familien mit Kindern zu sein scheint. Das neue Modell verfügt über eine sehr gute Reichweite, eine umfangreiche Sicherheitsausstattung und eine lange Liste interessanter Innovationen, angefangen mit den Flügeltüren. (Wirklich sehr spektakulär)

AUF TESLAS WEBSITE STEHT "WOW": DIE FLÜGELTÜREN DES MODEL X SIND WIRKLICH SEHR EINDRUCKSVOLL. QUELLE: TESLA MOTORS.

AUF TESLAS WEBSITE STEHT „WOW“: DIE FLÜGELTÜREN DES MODEL X SIND WIRKLICH SEHR EINDRUCKSVOLL. QUELLE: TESLA MOTORS.

Das Model X sagt uns sehr viel darüber, was Tesla zu einem so ansprechenden Hersteller macht. Aber es sagt uns auch einige Dinge über Tesla, die man als Schwachpunkte auffassen könnte und die erst noch ausgeräumt werden müssen, wenn Tesla Autos für den Massenmarkt bauen möchte.

Teslas Stärke: Sie denken nicht wie ein großer Autobauer

Hast du schon einmal etwas Ähnliches wie Flügeltüren bei General Motors (WKN: A1C9CM) gesehen?
Keine Chance. GMs konservative Designer würden diese Idee schon am Zeichentisch verwerfen. (Der Designer würde wohl auch beiseite genommen und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden.)
Aber Musk hatte die Freiheit, seinen Designern zu sagen, sie sollten die Türen perfekt machen, genauso wie die anderen verbauten Technologien, ohne sich Sorgen über Zeit und Kosten machen zu müssen.

Das soll jetzt nicht gegen GM gehen. (GM ist momentan ziemlich innovativ für einen großen Autobauer.) Dasselbe gilt für jeden anderen großen Autobauer. Sie schaffen es einfach nicht, so einen technologischen Sprung auf einmal zu machen: Sie sind nicht darauf ausgerichtet.

Hier hat Tesla einen riesigen Vorteil. Sie sind nicht den Regeln (sowohl den realen als auch den ideologischen) eines großen Autokonzerns unterworfen.

Musk weiß das. Und ich glaube, dass es für ihn bei Tesla genau darum geht: So kann Tesla zum Wegbereiter werden und die größeren und behäbigeren Hersteller können diesem Beispiel dann folgen. (Einige von ihnen beginnen gerade, sich langsam in diese Richtung zu bewegen.)
Aber es gibt auch eine Kehrseite.

Teslas Schwäche: Sie denken nicht wie ein großer Autobauer

Das Model X ist voller beeindruckender Technologien. Aber, wenn man das mit Fahrzeugen auf dem Massenmarkt vergleicht, ist es auch zwei Jahre zu spät und teurer als viele erwarteten.

Zum ersten Mal wurde das Model X Anfang 2012 angekündigt. Damals wollte man die Produktion Ende 2013 starten. Daraus ist dann Ende 2015 geworden und obwohl Tesla schon ein paar Exemplare ausgeliefert hat, wird erwartet, dass die volle Produktionskapazität erst in ein paar Monaten erreicht wird.
Wer heute ein Model X bestellt, muss laut Tesla etwa ein Jahr Wartezeit in Kauf nehmen.

Die Produktion läuft so langsam an, weil die so eindrucksvollen Türen anscheinend schwer zu installieren sind. Sie sollen auch der Grund gewesen sein, warum es diese Verzögerungen gab. Aber Musk bestand auf diesen Türen, zum Teil, weil sie wirklich cool sind.

EIN ANDERER BLICKWINKEL AUF DAS NEUE MODEL X VON TESLA BILDQUELLE: TESLA MOTORS.

EIN ANDERER BLICKWINKEL AUF DAS NEUE MODEL X VON TESLA BILDQUELLE: TESLA MOTORS.

Sie sind wirklich cool. Aber es gibt gute Gründe, warum GM oder die Konkurrenz die Idee gleich bei der Entstehung eines wichtigen Modells für den Massenmarkt verworfen hätten.

Die Ingenieure von GM wissen aus langer Erfahrung, dass die Türen viel Forschung und Entwicklung in Anspruch nehmen (und damit auch Geld). Dann dauert es noch länger (und wird noch teurer), um sie günstig in großer Stückzahl zu produzieren. Und dann muss das Endprodukt auch die hohen Standards bei Qualität und Lebensdauer erfüllen.

Bei GM und anderen Autoherstellern muss ein neues Fahrzeug mit einem bestimmten Zeitplan und einem bestimmten Budget designt, gebaut und produziert werden. Zeitplan und Budget werden sorgsam bestimmt: Das Fahrzeug muss seine Investitionskosten (mit Profit) wieder einspielen, solange es in Produktion ist.

Eine Verzögerung von zwei Jahren, um ein Ausstattungsmerkmal zu entwickeln, das viel zu teuer in der Produktion wäre (zumindest bei Volumina von GM bei einem neuen SUV) wäre absolut unmöglich.

Aber Musk kann seinem Team sagen, dass die Verzögerung und die Kosten kein Problem sind – und er hat es auch getan. Mit dem einen Vorbehalt, dass wir nicht wissen, wie sie im praktischen Einsatz auf Dauer funktionieren werden. Aber sonst scheinen die Türen großartig zu sein.

Das Model X ist auch zwei Jahre zu spät dran. Und wie es aussieht, wird Tesla das Model X zuerst nur in der voll ausgestatteten Version verkaufen, wahrscheinlich um einen Teil der Kosten wieder herein zu bekommen. Der Preis beginnt bei 132.000 USD.

Das ist ziemlich viel für ein Familienauto.

Das Model 3 muss anders sein und das hängt von Musk ab

Vieles hängt bei Tesla von dem Versprechen des nächsten Modells ab, des Model 3. Es soll eine Limousine werden, die aber kleiner als das Model S ausfallen wird und günstiger sein soll: Bei etwa 35.000 USD nach mehreren Rabatten und Steueranreizen, wie Musk mitgeteilt hat. Tesla hat versprochen, das Concept Car Anfang nächsten Jahres vorzustellen und mit der Produktion Ende 2017 zu beginnen.

Aber die Kosten und das Timing des Model X werfen eine Frage auf: Wird Tesla das Model 3 pünktlich und innerhalb des Budgets fertigstellen? Oder, um es anders auszudrücken, wird Musk der Versuchung widerstehen können, coole, bahnbrechenden Funktionen einzubauen, wenn sich dadurch die Produktion verzögert und die Kosten steigen?

Musk ist natürlich außerordentlich intelligent und sich dieser Dinge besser bewusst, als der durchschnittliche CEO. Ich glaube, er versteht, dass er seinen Ansatz “so cool wie möglich” mit dem Model 3 beiseite lassen muss, was natürlich dann auch ein etwas eingeschränkteres Produkt sein wird.

Aber wenn das Model 3 nicht vor 2019 auf den Markt kommt und der Startpreis bei 60.000 USD liegt, würde das irgendjemand überraschen?

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla Motors. The Motley Fool empfiehlt General Motors.
Dieser Artikel wurde von John Rosevear  auf Englisch verfasst und wurde am 05.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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