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Warum Chinas Solarindustrie harte Zeiten bevorstehen

Foto: Pixabay, geralt

China besitzt einen dominanten Teil des weltweiten Markts für Solarmodule. Vermuten würde man das aber nicht, wenn man sich die Aktien der größten Solarfirmen des Landes ansieht. Im letzten Jahr sind die Kurse von nahezu allen chinesischen Solarzellenherstellern abgestürzt. Wie du unten sehen kannst haben Trina Solar (WKN:A0LF3P ), Canadian Solar (WKN:A0LCUY ) und JinkoSolar (WKN:A0Q87R) alle Probleme, während es bei Yingli Green Energy (WKN:A0MR90) sogar steil bergab ging.

DATEN VON YCHARTS.

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Aber warum passiert das in einem boomenden Solarmarkt? Die Antwort liegt dort, wo in der Branche die Werte geschaffen werden.

Wie macht man Geld im Solarsektor?

In den letzten 10 Jahren hat sich die Wertschöpfung immer wieder verlagert. Ausrüstungslieferanten wie GT Advanced Technologies haben einmal sehr viel damit verdient, PV-Equipment an Modulhersteller zu verkaufen. Polysilizium war einmal ein sehr teuer. Und Modulhersteller wie Suntech Power kamen vor einigen Jahren mit der Produktion gar nicht hinterher und haben so einen wahren Gewinnboom genossen.

Das einzige, was die drei gemeinsam haben, ist, dass sie heute alle bankrott sind. Erfolg heute bedeutet nicht zwangsweise auch Erfolg im Markt von morgen.

In der heutigen Solarindustrie hat sich die Wertschöpfung zu den Anlagenbauern und zu Unternehmen verlagert, die Millionen von Privatkunden auf der ganzen Welt versorgen können. Das mag vielleicht nicht für immer so sein, aber im Moment ist es so. Daher sind Unternehmen wie SolarCity und SunEdison Milliarden von Dollar wert, und das nur weil sie Panele von Trina Solar, Canadian Solar, JinkoSolar, Yingli Green Energy und anderen installieren. Diese chinesischen Unternehmen versuchen, in die nachgeschaltete Industrie zu wechseln, um wie ein Versorgungsunternehmen wie SunEdison zu arbeiten, aber selbst diese Strategie birgt einige Risiken.

Die Gebührenordnungen in den USA, Kanada und Europa machen es ihnen schwer, Anlagen mit chinesischen Panelen außerhalb von China zu bauen. In China kommen die von der Regierung versprochenen Subventionen auch langsamer als von den Firmen erwartet und die Anbindung an das Stromnetz ist auch nicht so simpel wie man denken möchte.

Ein anderes großes Problem für die chinesischen Firmen ist, dass sie ein standardisiertes Produkt verkaufen. Sie stellen eigentlich alle dasselbe Produkt mit ähnlichem Gerät her, also warum sollten die Kunden, von Entwicklern bis hin zu Versorgern, mehr dafür zahlen?

Differenzierung ist der Schlüssel

Egal, ob es um die Effizienz, Wechselrichterkapazitäten, Energiemanagement, Energiespeicher oder die Finanzierung geht, die Solarfirmen suchen nach Vorteilen, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Aber wie schon zuvor erwähnt, die chinesichen Hersteller konzentrieren sich darauf, Kapazitäten aufzubauen. Das bedeutet, dass sie sich technisch nicht voneinander unterscheiden.

Was langfristig Sorgen bereitet, ist, dass sie sich nicht sonderlich anstrengen, um das zu ändern. Die vier chinesischen Hersteller geben kaum mehr als First Solar jährlich für Forschung und Entwicklung aus. Und First Solar macht Gewinn, obwohl man in die Zukunft investiert.

TSL FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUSGABEN (TTM) DATEN VON YCHARTS.

TSL FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUSGABEN (TTM) DATEN VON YCHARTS.

Das ist ein Problem, das in der Industrie die Runde zu machen scheint, aber niemals gelöst wird. Suntech Power, LDK Solar und Yingli Green Energy waren zunächst führend in der Solarindustrie bis die Schulden außer Kontrolle gerieten und die Investoren bemerkten, dass man nicht genug für Forschung und Entwicklung ausgab, um einen Premiumpreis für die Module zu verlangen. Ohne diese Differenzierung findet der Wettbewerb nur über den Preis statt und das ist ein Kampf, auf den ich mich nicht einlassen würde.

Unterm Strich

Die Solarindustrie wächst in den USA und in vielen anderen Ländern, aber das bedeutet nicht, dass jedes Solarunternehmen auch Geld verdienen wird. Die unterirdische Performance von Solaraktien bei gleichzeitig steigenden Verlusten für viele Unternehmen in diesem Jahr zeigt, dass die Sache wohl noch nicht durchgestanden ist.

Das Hauptproblem in China ist, dass sich ihre Solaranlagen nicht von denen anderer unterscheiden. Daher muss jedes Unternehmen um ihren Marktanteil und das eigene Überleben wie im Rohstoffmarkt kämpfen. Die amerikanischen Hersteller dagegen, die sich technisch vom Markt abheben, verdienen Geld. Langfristig liegt hier der Wert und darum stehen der chinesischen Solarindustrie harte Zeiten bevor.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt SolarCity.
Dieser Artikel wurde von Travis Hoium  auf Englisch verfasst und wurde am 30.09.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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