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Volkswagen AG: Zeit für eine Testfahrt!

Bild: The Motley Fool

Aufgrund der sehr enttäuschenden US Arbeitsmarktdaten für den September fielen die Kurse auch am Freitag, wobei der Dow Jones Industrial Average (WKN:969420) 0,25 % und der S&P 500 (WKN:A0AET0) 0,28 % einbüßte.

DAS BLUESPORT CONCEPT CAR VON VW.

DAS BLUESPORT CONCEPT CAR VON VW.

Nach Börsenschluss am 22. September, legte ich nahe, dass, basierend auf früheren Industrieskandalen, die Aktie von VW (WKN:766400) wohl noch tiefer fallen würde. Das war zwei Handelstage nach Bekanntwerden des Abgasskandals, der Kurs war schon im Sturzflug und verlor fast ein Drittel seines Werts.
Obwohl die Erholung danach verhalten einsetzte, hat die Talfahrt vergangene Woche noch einmal Fahrt aufgenommen, so dass die VW-Aktie ein neues Tief erreicht hat und sich gerade einmal bei über 100 EUR hält.

Was ich aber in der Kolumne vom letzten Dienstag schon angesprochen habe, ist, dass die Aktienkurse in solchen Situationen oft kein Halten mehr kennen und daher interessante Gelegenheiten für wertsuchende Anleger bieten können.

Ein kürzlich veröffentlichter Blogpost von Professor Aswath Damodaran von der Universität von New York legt nahe, dass das hier bereits der Fall ist.

Professor Damodaran bewertete das Unternehmen basierend auf folgenden Annahmen:

  • Die EPA wird die höchstmögliche Strafe von 18 Milliarden USD verhängen. Die Strafzahlungen in anderen Ländern summieren sich auf weitere 10 Milliarden EUR.
  • Rückruf-, Gerichts- und Anwaltskosten von 4 Milliarden EUR
  • Einen Verlust bei den Betriebseinnahmen von 20 % in den nächsten 5 Jahren
  • Strafzahlungen und Gerichts- und Anwaltskosten sind nur zu 50 % steuerlich abzugsfähig

Unter diesen Gesichtspunkten bewertet er das Unternehmen mit 52 Milliarden EUR oder 8 % unter der Marktkapitalisierung.

Darüber hinaus bezeichnet er das “Basisszenario” als “eine extrem konservative Schätzung der Kosten”. Er gibt auch Bewertungen für vier andere Szenarien, eines davon ist schlechter, vier davon sind optimistischer, wobei er das zweitbeste Szenario für den “wahrscheinlichsten Fall” hält.

Eigenkapital (in Milliarden Euro) % unter- oder überbewertet
(Basiswert: 48 Milliarden Euro)
Worst Case 30,1 59,50%
Basisszenario 52,2 (8,1%)
Besseres Szenario 58,5 (18%)
Wahrscheinlichster Fall 69,1 (30,5%)
Best Case 73,6 (34,8%)

Wenn man diese Zahlen akzeptiert, dann scheint die VW-Aktie attraktiv bewertet bei diesem Chancen-/Risikoprofil.
Hier sollte angemerkt werden, dass die 18-Milliarden-Dollar-Strafe, die immer wieder durch die Medien geistert, laut Max Warburton, Analyst bei Sanford C. Bernstein, deutlich zu hoch ist.

Diese Schätzung erhält man, wenn man die Maximalstrafe von 37.500 USD pro Fahrzeug mit 482.000 Fahrzeugen multipliziert. Laut der Nachforschungen von Warburton ist die maximale Grundstrafe für ein Auto mit 140 PS 21.775 USD. Zusätzlich liegt die Strafe ab 100.001 Autos bei nur 3,2 % der Strafe für das erste. (Obwohl natürlich andere Faktoren, wie das große Ausmaß der Straftat, die Strafe erhöhen können.)

Basierend auf seiner Analyse hat Professor Damodaran eine Order für VW-Aktien gegeben(,die natürlich auch ausgeführt wurde). Ich denke Value-Investoren mit einer entsprechenden Toleranzschwelle für Volatilität sollten sich einen Kauf auch überlegen

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Dieser Artikel wurde von Alex Dumortier auf Englisch verfasst und wurde am 2.10.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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