MENU

3 Treiber für den Kurs von Royal Dutch Shell

Foto: The Motley Fool

Die Aktionäre von großen Ölfirmen wie Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M) suchen stabile Dividendenaktien, die vielleicht nicht durch großartige Kurssprünge auffallen, aber dafür Schutz vor Abwärtstrends bieten sollten. Das war in letzter Zeit nicht der Fall bei Shell, da der Kurs um mehr als 45 % seit dem Hoch im Juli letzten Jahres eingebrochen ist.

Trotz aller Probleme, die Shell und Konsorten mit den niedrigen Ölpreisen haben, gibt es auch ein paar Dinge, an denen Shell gerade arbeitet, die helfen könnten, die Verluste wieder gut zu machen. Hier sind drei mögliche Treiber, die in den nächsten Jahren den Kurs wieder steigen lassen könnten.

BILDQUELLE: ROYAL DUTCH SHELL VIA FLICKR.COM.

BILDQUELLE: ROYAL DUTCH SHELL VIA FLICKR.COM.

Die Ausgaben im Zaum halten

Erst vor Kurzem kündigte Shell an, man habe das Bohrprogramm vor der Küste Alaskas ausgesetzt. Ich bin mir sicher, dass es viele gibt, die das in einen politischen Zusammenhang setzen werden. Unterm Strich muss man aber sagen, dass Shell dort nicht genug Öl gefunden hat, um derzeit weitere Arbeiten dort zu rechtfertigen. Würde der Ölpreis bei über 100 USD stehen, dann würden sie wahrscheinlich weiter bohren.
Aber aufgrund der tiefen Ölpreise und den nicht sehr aussichtsreichen Prognosen musste eine Entscheidung getroffen werden, um die Ausgaben gegenüber dem Cashflow aus den laufenden Projekten nicht aus dem Ruder laufen zu lassen.

Dabei muss erwähnt werden, dass Shell in den letzten Jahren mehrere größere Projekte vom Stapel hat laufen lassen. Das hat es ihnen auch ermöglicht, die Investitionen vom Höchststand im Jahr 2013 von über 40 Milliarden USD auf geschätzte 30 Milliarden USD in diesem Jahr zu reduzieren. Zusätzlich versucht man mehr als 10 % bei den operativen Kosten im Vergleich zum Vorjahr zu sparen, was noch einmal 4 Milliarden USD jährlich ausmachen könnte.

Sollte man bei den Betriebsausgaben derart viel einsparen können und die Ausgaben bei den weniger gewinnbringenden Projekten im Zaum halten, sollte das die Gewinne und den Cashflow erhöhen. Die Anleger halten gerade nach Anzeichen jeglicher Verbesserung Ausschau und würden das wohl auch entsprechend belohnen.

Die Übernahme der BG Group

Die meisten Investoren wissen inzwischen, dass große Übernahmen nur selten gutgehen. Für jede Erfolgsgeschichte gibt es eine, die jede Menge Kapital vernichtet. Das ist auch ein Grund für die lauwarme Reaktion einiger Investoren auf das Angebot, die BG Group (WKN: 931283) für 70 Milliarden USD zu übernehmen. Das Gegenargument ist, dass Shell zu viel für ein Unternehmen bezahlt habe, bei dem es nicht viele Überlappungen bei der Produktion gab. Darüber hinaus sieht es so aus, als würde man erst einmal mehrere Veräußerungen in den Bereichen tätigen, wo es nicht viele Überschneidungen im operativen Geschäft gibt.

DATENQUELLE: ROYAL DUTCH SHELL PRÄSENTATION FÜR INVESTOREN

DATENQUELLE: ROYAL DUTCH SHELL PRÄSENTATION FÜR INVESTOREN

Das Argument für die Übernahme ist, dass es bei den wichtigen Bereichen deutliche Überschneidungen gibt, vor allem bei den Tiefseebohrungen in Brasilien und beim Flüssigerdgas. Sowohl Shell als auch BG Group gehörten zu den höchsten Bietern, um mit Petrobras Tiefseebohrungen dort vorzunehmen. Die vereinten Kräfte dieser beiden Unternehmen könnte die Fördermenge von 600.000 Barrel pro Tag in dieser Region bis zum Ende des Jahrzehnts fast verdreifachen.

DATENQUELLE: ROYAL DUTCH SHELL PRÄSENTATION FÜR INVESTOREN

DATENQUELLE: ROYAL DUTCH SHELL PRÄSENTATION FÜR INVESTOREN

Zusätzlich wird der Zusammenschluss von Shell und BG Group das neue Unternehmen zum bei weitem größten Versorger von flüssigem Erdgas machen.

rds-lng-plans_large

DATENQUELLE: ROYAL DUTCH SHELL PRÄSENTATION FÜR INVESTOREN

Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Fusionen nicht immer so funktionieren wie geplant und auch hier gibt es viel, das schiefgehen kann. Seit dem letzten Jahr versucht Shell 20 Milliarden USD mit Veräußerungen einzunehmen und dieser Ausverkauf soll nach dem Zusammenschluss mit BG Group weitergehen, um das Portfolio auf das richtige Maß zu reduzieren.

Sollte es gelingen, die Vorteile des Zusammenschlusses zu nutzen und einige Einsparungen durch Effizienzsteigerung vorzunehmen, dann könnte das ein großer Vorteil für Shell werden und dem Aktienkurs in den nächsten Jahren starken Auftrieb geben.

Aktienrückkäufe für 25 Milliarden USD

Bei Shell scheint man der Ansicht zu sein, dass all diese Maßnahmen den Cashflow deutlich erhöhen werden. Daher erwartet man genug zu verdienen, um ein Aktienrückkaufsprogramm im Wert von 25 Milliarden USD von 2017 bis 2020 durchzuführen. Bei den heutigen Preisen wären das 15 – 20 % aller Aktien im Umlauf .

Was diese Maßnahme so interessant macht, ist, dass Shell gerade auf historischen Tiefstwerten gehandelt wird. Da Öl und Gas zyklisch sind, kann es schwierig werden, den Wert einer Aktie anhand von gewinnbasierten Kriterien zu bewerten. Eine stabilere Größe ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis, dann es vergleicht den aktuellen Kurs mit den zugrunde liegenden Sachwerten des Unternehmens. Mit dieser Kennzahl bewertet, ist Shell seit 10 Jahren nicht mehr so günstig gewesen.

RDS.B DATEN VON YCHARTS.

RDS.B DATEN VON YCHARTS.

Ein solches Kurs-Buchwert-Verhältnis von weniger als 1 bedeutet, dass der Marktwert für die Sachwerte nach Abzug der Schulden geringer ist, als was diese laut Bilanz wert sind.

Sagen wir, der Kurs von Shell bleibt noch eine Weile so niedrig, weil die Öl- oder Gaspreise in den nächsten Jahren nicht besonders steigen werden. Das bedeutet, dass das Unternehmen das Potenzial haben könnte, die Aktien zu Tiefstpreisen zurückzukaufen und das könnte langfristig die Gewinne der Aktionäre deutlich erhöhen.
Es könnte sehr lange dauern bis die Ergebnisse dieses massiven Aktienrückkaufs sichtbar werden, aber die Kombination aus weniger Aktien und einem moderaten Anstieg beim Ölpreis könnte den Gewinn pro Aktie deutlich anheben und damit auch den Kurs.

Die Ansichten eines Fools

Abgesehen von dem offensichtlichsten Wachstumstreiber, dem Ölpreis, gibt es noch einige andere Maßnahmen, die Shell gerade durchführt, um den Kurs zu stützen. Die Kürzungen und die Eingliederung der BG Group könnten hier eine große Hilfe dabei sein, um die Gewinne zu erhöhen. Massenweise Aktien in den nächsten zwei bis fünf Jahren zurückzukaufen wird diese Profite in noch größere Aktiengewinne verwandeln. Es wird noch eine ganze Weile dauern bis all diese Maßnahmen Früchte tragen, aber sie haben das Potenzial, die Aktie wieder massiv steigen zu lassen.

Buffett verkündete, den "Code geknackt zu haben"

Der weltbeste Investor Warren Buffett glaubt, dass deutsche Unternehmen heute außergewöhnliche Möglichkeiten für Investoren bieten, reich zu werden. Zumindest sagte er das, nachdem er ein kleines deutsches Unternehmen gekauft hat. Er verkündete, den "Code geknackt zu haben", hochwertige deutsche Aktien zu identifizieren. Möchtest du in die Fußstapfen des 84-jährigen Milliardärs treten? Falls ja, klick einfach hier, um unseren kostenlosen Sonderbericht herunterzuladen, der die vier effektivsten Wege aufzeigt, um von Buffetts Vorstoß nach Deutschland zu profitieren.

Dieser Artikel wurde von Tyler Crowe auf Englisch verfasst und wurde am 30.09.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool