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Das Priv von BlackBerry könnte ein Abschied werden

Quelle: Pixabay, [Hermann]

BlackBerry (WKN:A1W2YK) hat vor Kurzem sein erstes Android-Handy angekündigt: das Priv. CEO John Chen behauptet von dem Gerät, das zum Ende des Jahres rauskommen wird, es kombiniere „das Beste von BlackBerrys Sicherheit und Produktivität mit dem expansiven mobilen App-Ökosystem, welches die Android-Plattform bietet“.

BlackBerry hat noch nicht alles enthüllt, aber erste Berichte behaupten, das Gerät verfüge über einen dem Samsung S6 Edge ähnlichen abgerundeten Bildschirm, eine Slide-Tastatur und eine 18-Megapixel-Kamera. Chen mag vielleicht optimistisch sein, was die Erfolgschancen des Privs angeht, aber die Wahrscheinlichkeit ist gegen ihn.

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BlackBerrys Priv. Quelle: The Motley Fool

BlackBerrys Priv. Quelle: The Motley Fool.

Der Android-Markt ist brutal

In den letzten paar Jahren sind auf dem Android-Markt Geräte mit geringen Margen zum Standard geworden. Heute kämpfen ungefähr 1.000 Smartphone-Hersteller auf diesem Markt um ein kleines Stück vom Kuchen. Reference Designs von Chipherstellern, welche als Blaupause für andere Hersteller dienen, haben die Entwicklungszeit eines Smartphones von Monaten auf Wochen verkürzt und das Problem verschlimmert.

Deswegen ist laut IDC Samsungs globaler Marktanteil von 32 % auf 21 % zwischen dem zweiten Quartal des Jahres 2012 und 2015 gesunken. Selbst Xiaomi, welches Samsungs Geschäft in China mit preiswerteren Handys untergräbt, hat für das erste Halbjahr 2015 langsameres Wachstum berichtet, während Rivalen wie Huawei aufgeholt haben. Um sinkenden Marktanteilen und Margen zu entkommen, haben Android-Gerätehersteller damit begonnen, in neue Produktkategorien wie Smartwatches vorzudringen.

Es fällt schwer zu glauben, dass BlackBerry, welches weniger als ein halbes Prozent des heutigen Smartphone-Markts beherrscht, dort erfolgreich sein könnte, wo Samsung gescheitert ist.

Android wird nicht alle Probleme lösen

Es ist nicht das erste Mal, dass BlackBerry versucht, sein Ökosystem mit Android zu erweitern. Seit dem BB 10.2.1 können Nutzer Android-Apps auf ihre Handys „mitladen“. Dieser Vorgang war aber stockend im Vergleich zu Installationen, die mit einem Klick abgeschlossen werden konnten. Dennoch war es BlackBerry-Nutzern möglich, viele Google (WKN:A0B7FY) Play Apps zu nutzen. Im letzten Jahr hat BlackBerry einen Deal abgeschlossen, um Amazons (WKN:906866) App Store auf das BB10 zu bringen, welcher über 400.000 Android-Apps beheimatet.

Mit 130.000 eigenen BB10-Apps, 1,6 Millionen Google Play Apps zum „Mitladen“ und 400.000 Amazon-Apps ging es den BB10-Nutzern in dieser Hinsicht nie schlecht. Deswegen ist es unwahrscheinlich, dass ein komplett auf Android basierendes Gerät BlackBerrys Hardware-Verkaufszahlen wiederbeleben wird.

Wir haben diesen Abgesang von anderen untergehenden Geräteherstellern bereits gehört. Kurz vor dem Verkauf seiner Geräteabteilung an Microsoft hat Nokia das Android-betriebene Nokia X auf den Markt gebracht. Das Gerät hat auf dem überfüllten Android-Markt keinen Anklang gefunden und Microsoft hat es nach dem Kauf schnell abgeschafft.

Der langsame Wechsel auf Software

Viele Leute glauben, BlackBerry habe den Smartphone-Markt verloren, weil es nicht rechtzeitig auf iOS- und Android-Geräte reagiert habe. Zwei andere wichtige Gründe sind jedoch die Entspannung der BYOD-Politik und die verbesserte Sicherheit auf iOS- und Android-Geräten.

BlackBerry weiß, dass es seine Stellung als erste Adresse in Fragen Unternehmenssicherheit verliert. Deswegen hat es Samsung erlaubt, seine Sicherheitstechnologien in seine KNOX-Sicherheitsplattform zu integrieren. Das ist auch der Grund, warum es eine Partnerschaft mit Google eingegangen ist, um Android sicherer für Unternehmenskunden zu gestalten.

Dies ist auch der Grund, warum Chen einen Wechsel Richtung Software-Solutions anführt, besonders des BlackBerry Enterprise Service (BES), welches als zentrales Kontroll-Center für mobile Geräte auf multiplen Plattformen fungiert. Chen glaubt, dass die Unternehmensanwendung BES zusammen mit dem BBM (BlackBerry Messenger), dem eingebetteten OS QNX und dem kürzlichen Kauf von Good Technology den Software-Umsatz bis zum Ende des Jahres 2016 auf 500 Millionen USD steigern könnte.

Der langsame Tod der Hardware

Chen konzentriert sich gerne auf den zweistelligen Wachstum des Software- und Service-Bereichs, welcher jedoch immer noch lediglich 15 % von BlackBerrys Umsatz im letzten Quartal ausmacht. 41 % wurden durch Hardware generiert und 43 % von damit zusammenhängenden Zugangsgebühren.

Starke Rückgänge in diesen zwei Geschäftsbereichen sorgten dafür, dass BlackBerrys jährlicher Umsatz um 46,5 % auf 490 Millionen USD gefallen ist, womit die Konsensschätzung von 605 Millionen USD weit verfehlt wurde. BlackBerrys non-GAAP-Verlust von 0,13 USD pro Anteil hat die Schätzung auch um vier Cent verfehlt.

Ich glaube, dass BlackBerry sein sterbendes Hardware-Geschäft verkaufen oder abkoppeln möchte, jedoch verlässt sich das Software- und Servicesegment noch zu sehr auf den Umsatz, den es generiert. BlackBerry kann die Anzahl der Smartphones, die es jährlich auf den Markt bringt, reduzieren, bis das Software-Segment auf seinen eigenen zwei Beinen stehen kann. Bis es so weit ist, werden wir wahrscheinlich weitere Geräte wie das BlackBerry Classic, Leap oder Priv sehen – allesamt halbherzige Versuche, den immer weniger werdenden BlackBerry-Kunden etwas zu verkaufen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.com und Google (A-Aktien und C-Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 29.9.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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