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Aktien im Rückblick: VW-Skandal kostet Bayer 1 Milliarde Euro, Rocket Internet hebt ab

Foto: Pixabay, geralt

In der Vorstandsetage von Bayer (WKN:BAY001) ist man not amused.

Der für Freitag vorgesehene Börsengang der Konzerntochter Covestro musste verschoben werden. Das Leverkusener Unternehmen mit rund 16.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 11,8 Milliarden Euro stellt Vorprodukte für Autopolster, Kunststoffe und Lacke her. Grund für die Terminverlegung ist der VW-Abgasskandal, der die Aktienkurse von Automobilzulieferern gedrückt hat. Die Folge für den Bayer-Ableger: Es fanden sich nicht genügend Bieter, die im Rahmen der festgelegten Preisspanne Aktien zeichnen wollten.

Am kommenden Dienstag nimmt Covestro einen zweiten Anlauf – allerdings zu schlechteren Preisen. Statt ursprünglich 2,5 Milliarden wird nun ein Emissionserlös von 1,5 Milliarden Euro angepeilt. Auf dem Frankfurter Parkett munkelt man, dass auch der für Montag geplante Börsengang des Continental-Großaktionärs Schaeffler verschoben werden könnte.

Übrigens gab es in dieser Woche auch einen erfolgreichen Börsengang: Das Kleinanzeigen-Portal Scout24 (WKN:A12DM8) konnte am Donnerstag immerhin 1,15 Milliarden Euro einstreichen.

Was war an der Börse los?

Wer nach der Kurserholung am Ende der Vorwoche auf eine Beruhigung an den Märkten gehofft hatte, wurde bereits am Montag enttäuscht. Der DAX (WKN:846900) verlor 2,1 % und beendete den Handelstag beim Stand von 9.484 Punkten. Die größten Verluste im Leitindex verbuchten erneut die Vorzugsaktien von Volkswagen (WKN:766403), die 7,5 % abgaben. Das zog auch die Kurse von BMW (WKN:519000) und Daimler (WKN:710000) nach unten: Die Anteilscheine der beiden VW-Konkurrenten verbilligten sich um rund 3 %.

Trotz des sonnigen Herbstwetters fiel das deutsche Kursbarometer auch am Dienstag: Der DAX markierte am Vormittag mit 9.325 Zählern ein neues Jahrestief, konnte sich aber im Verlauf der Handelssitzung wieder erholen. Zum Handelsschluss verblieb beim Stand von 9.450 Zählern ein Minus von 0,4 %. VW-Papiere verloren weitere 4,1 %.

Besser erging es Aktionären von Continental (WKN:543900), deren Anteilscheine 2,5 % zulegten. Eine US-Investmentbank hatte den Automobilzulieferer zuvor in einer Studie als möglichen Gewinner des VW-Abgasskandals bezeichnet. Die Begründung für den vorsichtigen Optimismus: Conti könne daran verdienen, dass die Autobauer demnächst bessere Abgasreinigungsanlagen in ihre Fahrzeuge einbauen müssten.

Papiere des Versorgers RWE (WKN:703712) verteuerten sich um rund 6 %. Marktteilnehmer begründeten dies mit einer Forderung des nordrhein-westfälischen Oppositionsführers Armin Laschet: Der CDU-Politiker hatte in einem Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ gefordert, über Staatshilfen für den angeschlagenen Konzern nachzudenken. Die Aktie der Deutschen Post (WKN:555200) kletterte nach einem Bericht der „BILD“-Zeitung über eine mögliche Erhöhung des Briefportos auf 70 Cent um rund 3 % nach oben.

Am Mittwoch reagierte der deutsche Markt auf Kursanstiege an den Börsen in Japan und China. Der DAX stieg um 2,2 % auf 9.660 Punkte. An die Spitze der DAX-Tabelle setzte sich die Lufthansa (WKN:823212) mit einem Kursplus von über 6 %. Die Aktien der Versorger E.ON (WKN:ENAG99) und RWE, die in den vergangenen Wochen arg gelitten hatten, verteuerten sich um rund 4 % bzw. 5 %.

Die Anteilscheine von Rocket Internet (WKN:A12UKK) schossen trotz eines Verlustes im ersten Geschäftshalbjahr um 19 % nach oben. Marktteilnehmer begründeten den Kurssprung mit erhöhten Bewertungen der von der Start-up-Schmiede gehaltenen Beteiligungen.

Am Donnerstag sah es zunächst so aus, als könne der deutsche Blue-Chip-Index seine Erholung fortsetzen. Der DAX arbeitete sich fast bis zur 9.800er-Marke vor, knickte jedoch nach Meldungen über Stimmungseintrübungen bei EU- und US-Industrieunternehmen wieder ein und schloss beim Stand von 9.509 Zählern mit einem Minus von 1,6 %.

Der Aktienkurs von K+S (WKN:KSAG88) verbesserte sich um 3,4 %. Grund für das Kursplus: Die „FAZ“ hatte berichtet, dass der kanadische Konkurrent Potash unbeirrt weiter daran arbeite, den Düngemittelhersteller zu übernehmen. Ans untere Ende der DAX-Tabelle schickten die Marktteilnehmer die Deutsche Telekom (WKN:555750), deren Papiere sich um 5,2 % verbilligten. Zuvor war das Gerücht umgegangen, dass die US-Tochter T-Mobile bis zu 10 Milliarden Dollar bei Auktionen des US-Regulierers FCC bieten wolle.

Am Freitag deutete sich ein versöhnlicher Wochenausklang an: Der DAX konnte bis zum Mittag leicht zulegen. Besonders stark gefragt waren RWE und E.ON, die sich um mehr als 7 % verbessern konnten.

Wie geht es weiter?

Am Montag (05.10.) werden die September-Werte der Einkaufsmanagerindizes für das Dienstleistungsgewerbe in Deutschland, der EU und den USA bekannt gegeben. Schlechte Börsendaten aus China sind nicht zu erwarten: Die Börsen im Reich der Mitte sind wegen eines Feiertags geschlossen.

Am Dienstag (06.10.) liefern uns die deutschen Statistiker Daten zur Industrieproduktion im August. In den USA wird die Handelsbilanz für den achten Monat veröffentlicht. Der Brauseproduzent PepsiCo äußert sich zum Geschäftsverlauf im dritten Quartal.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool ein angenehmes Wochenende!

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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