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Warum Boeing so optimistisch in Indien ist

Foto: The Motley Fool

Boeing (WKN:850471), der größte Flugzeugbauer der USA, hob vor Kurzem seine Aussichten für Indien an. Gegenwärtig sieht es so aus, als ob Indien in den kommenden 20 Jahren 1.740 Jets bestellen könnte. Das sind 8,75 % mehr als bei der letzten Vorhersage. Die gesteigerten Erwartungen liegen an den enormen Wachstumsaussichten, dem verbesserten BIP und der Expansion großer Fluglinien. Lass uns versuchen herauszufinden, wie viel das Land für Boeing wert sein kann.

Indian Airlines geht es besser, die Fluggastzahlen stiegen

Historisch hat Kerosin fast 50 % der Kosten der indischen Fluggesellschaften ausgemacht und sie damit in den roten Zahlen gehalten. Aber der schwache Ölpreis hat die Situation geändert. Im Finanzjahr, welches am 31. März endete, verringerte Indian Airlines seine Verluste um 30 % laut dem Marktforschungsinstitut CAPA.

Die Fluggesellschaften SpiceJet und JetAirways, beides wichtige Kunden von Boeing, veröffentlichten sogar einen Gewinn in den letzten zwei Quartalen, nachdem sie vorher Verlust gemacht hatten. Mit mehr Geld in der Tasche sind die Anbieter in der Lage, Flugzeuge zu kaufen, um den wachsenden Verkehr zu bewältigen.

Das Wachstum der Inlandsflüge lag zwischen Januar und Juni auf einem Fünfjahreshoch bei 19,4 %. Dies übertrifft sogar China (12,3 %) in der gleichen Periode. Damit gehört Indien zu den sieben größten Inlandsflugmärkten der Welt. Indian Airlines flog in diesen sechs Monaten 45 Millionen Passagiere. Das sind 21 % mehr als die 37,6 Millionen in der gleichen Periode ein Jahr zuvor.

Dinesh Keskar, der für die kommerziellen Flugzeugverkäufe in der Asien-Pazifik Region verantwortlich ist, denkt, dass 2015/16 75 Millionen Passagiere fliegen werden.

Eine starke Wirtschaft lässt gutes Hoffen

Eine wiedererstarkende indische Wirtschaft wird als Grund hinter dem Wachstum gesehen. Das BIP wuchs im Quartal von April bis Juni um 7 %. Boeing erwartet in seiner weltweiten Marktvorhersage, dass Indien ein überdurchschnittliches BIP-Wachstum haben wird. In den kommenden zehn Jahren soll das BIP von Indien um 7,8 % jährlich wachsen und damit das weltweite Wachstum von 3,3 % übersteigen.

Foto: Boeing.

Foto: Boeing.

Boeings Position

Boeing ist seit über 70 Jahren in Indien vertreten. Von den 411 in Indien fliegenden Flugzeugen hat Boeing einen Anteil von 39  %. Von diesen 160 Boeings sind 69  % Narrowbody 737 und die restlichen sind Widebodys, die aus 777, 747 und 787 bestehen.

Obwohl Boeing bei den Narrowbody-Flugzeugen hinter dem Rivalen Airbus (WKN:938914) liegt, der 191 Flugzeuge mit nur einem Gang in der Luft hat, liegt es bei den Widebody-Flugzeugen vorn. Hier hat Airbus nur 12 A330 in Betrieb. Indien hat mit Air India und Jet Airways zwei Vollservice-Anbieter. Beide Unternehmen neigen eher zu den Widebodys von Boeing.

Die Widebody-Flotte von Air India umfasst 43 Flugzeuge. Davon sind 41 aus dem Hause Boeing. Air India ist die erste und bisher einzige indische Fluggesellschaft, die einen 787 gekauft hat. Im Moment besitzt sie 21 Stück davon. Bei Jet Airways sind 85 der 115 Jets von Boeing.

Jet Airways profitiert gut von dem steigenden internationalen Verkehr von und nach Indien. Dieser wuchs zwischen 2014 und 2015 um 9 %. Die Fluggesellschaft schnappte sich 75 % des gestiegenen internationalen Flugverkehrs in dieser Zeit und hat die unbezwingbaren Emirate Airlines hinter sich gelassen. CAPA sagt, dass der indische Vollserviceanbieter seinen Fokus ganz klar auf internationale Strecken legt und damit seiner Partnerschaft mit Etihad folgt. Dies könnte noch mehr Aufträge für Boeing bedeuten.

Günstige Entwicklungen

Es gibt noch zwei weitere Gründe, die die Verkäufe von Boeings Widebodys ankurbeln könnten: Der erste Grund ist, dass neue Fluggesellschaften, wie Vistara, und Billigflieger, wie AirAsia India, den Markt betreten und die Nachfrage nach neuen Flugzeugen ansteigen lassen. Diese zwei Fluggesellschaften haben zwar mit Airbus angefangen, aber sobald sie internationale Strecken bedienen, kommen sie kaum um die 787 und 777 herum.

Der zweite Grund ist, dass die indische Regierung die Regeln für internationale Flüge erleichtern könnte. Im Moment muss eine Fluggesellschaft fünf Jahre lang Inlandsflüge bestritten haben und 20 Flugzeuge besitzen, um ins Ausland fliegen zu dürfen. Wenn die Regeln geändert werden, werden noch mehr Fluggesellschaften Widebodys kaufen, bei denen Boeing anscheinend einen Vorteil hat.

Eine 112 Milliarden USD-Gelegenheit

Wenn wir den gegenwärtigen Marktanteil von Boeing mit der 20-Jahresvorhersage von 1740 Jets kombinieren und eine konservative Schätzung vornehmen, dann ist diese Gelegenheit 112 Milliarden USD wert. Zwar dominiert Airbus den Narrowbody-Markt in Indien deutlich, aber das lukrative Widebody-Segment ist Boeings Arena. Der amerikanische Flugzeugbauer wird alles tun, um dies zu halten und seine 777 und 787 an den Mann zu bringen.

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The Motley Fool besitzt keine der oben erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von ICRA Online auf Englisch verfasst und am 29.09.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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