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Drei großartige Aktien für risikofreudige Investoren: Tesla Motors, Infinera und Netflix

Quelle: Netflix

Viele Finanz-Ratgeber bringen dem Leser bei, sich mit dem sichersten Portfolio zu benügen, das er sich zusammenstellen kann. Dabei werden immer wieder aufs Neue Konzepte wie „Rebalancing“ und „Streuung“ vorgestellt, insgesamt geht es darum, dein Geld so sicher wie möglich anzulegen. Aber Investieren ist nicht unbedingt die Methode, dein Vermögen mit der Inflationsrate anwachsen zu lassen – es kann einen eben auch reich machen bzw. dafür sorgen, dass du dich früher als geplant zur Ruhe setzen kannst. Investoren, denen es nicht genügt, mit dem S&P 500 zu wachsen, können risikoreichere Anlagen eine interessante Methode sein, außerordentliche Profite einzufahren. Allerdings sind diese wie bereits gesagt riskant und müssen nicht unbedingt zu Gewinnen führen. Oft allerdings braucht man nur einen richtig guten Gewinner in der Sammlung, der die Verluste der anderen Anlagen kompensiert, vor allem im derzeitig volatilen Markt.

Mit diesen Vorüberlegungen im Hinterkopf haben wir drei Fool-Autoren gebeten, Empfehlungen für risikoreiche Anlagen abzugeben.

Jeremy Bowman (Netflix): Von allen risikoreichen Aktien, die es auf dem Markt gibt, hat in den vergangenen Jahren wohl kein anderes bekanntes Unternehmen besser performt als Netflix (WKN:552484). Nach dem Debakel mit Qwikster ist die Aktie 2011 in den Keller gerauscht – seitdem aber um mehr als 1.000 % zugelegt. Neue Investoren werden es schwer haben, ebenfalls solche Gewinne von einem Unternehmen mit einem Marktwert von 45 Milliarden USD einzufahren, allerdings ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass sich der Wert der Aktie in den kommenden Jahren verdoppelt oder gar verdreifacht.

Quelle: Netflix

Die Chancen, die sich dem Streaming-Marktführer bieten, sind enorm. TV und die Entertainment-Branche sind Trillionen wert, die Revolution des Internet TV, die von Netflix vorangetrieben wird, macht bereits Giganten wie Disney, Time Warner und Comcast das Leben ordentlich schwer.

Das Unternehmen befindet sich gerade mitten in einer unfassbar schnellen internationalen Expansion. Anfang des Monats startete man in Japan, Italien, Spanien und Portugal werden dieses Jahr noch folgen. Ende 2016 will man in über 200 Ländern verfügbar sein, und das internationale Wachstum war stark, im Vergleich zum Vorjahr konnte man 70 % an Neuabonnenten zulegen. Es ist noch nicht klar, wie das Unternehmen auf den chinesischen Markt drängen will, aber sollte das mit Erfolg gelingen, dürfte dem Wachstum der Aktie nichts mehr im Weg stehen.

Außerdem wächst der Bereich mit dem eigenhergestellten Content. Obwohl man bei den Emmys leer ausging, sollte sich das in kommenden Jahren ändern. Darüber hinaus kann man auch in den USA weiter Nutzer gewinnen, die Anzahl der Nutzer in den USA ist als Ziel mit 40 % beziffert – ein Ziel, dem sich Netflix immer weiter und schneller als erwartet annähert.

Netflix wird eine volatile und riskante Anlage bleiben, da sich der Markt schnell ändert und der Markt für noch flexiblere Konkurrenz wächst. Aber dieses Unternehmen war in der Lage, seit nun schon 20 Jahren das Home-Entertainment zu revolutionieren, seitdem man die erste DVD verschickte – es ist nicht ganz abwegig, dass dies auch in Zukunft gelingen könnte.

Tim Brugger (Infinera): Als der Anbieter für Optische Netzwerke Infinera (WKN:A0MSSK) am 22.7. die Ergebnisse für das Q2 2015 vorlegte, zeigten sich Anleger angemessen beeindruckt. Und das aus gutem Grund. Denn in den folgenden Tagen stieg die Aktie 10 %. Das sind die guten Neuigkeiten. Noch besser für risikofreudige Investoren: seitdem ist Infinera mit dem insgesamt ungut performenden Markt gefallen und hat mit Stand 29.9. 20 USD pro Aktie verloren.

Obschon man im letzten Quartal viel in die Forschung gesteckt hat, konnte Infinera die Einnahmen pro Aktie in Höhe von 0,04 USD im Jahr 2014 auf 0,13 USD im vergangenen Jahr verdreifachen. Das gelang, indem man 25 % im Umsatz zulegte: 207,3 Millionen USD gegenüber 165,4 Millionen USD im Vorjahr. Keine Überraschung, dass auch die Einnahmen aus dem Betrieb stiegen – um fast das Doppelte auf 16,53 Millionen USD.

Viele Unternehmen haben einen Großteil ihrer Geschäftsaktivitäten in die Cloud verlagert. Damit ist man bei Infinera gut positioniert, weiter zu wachsen. Pessimisten können darauf hinweisen, dass Infinera beim 64-fachen der Einnahmen gehandelt wird, was die Aktie massiv teuer macht. Aber bevor du sie von deiner Liste streichst, denk daran, dass sie nur beim 21-fachen der erwarteten Einnahmen gehandelt wird, was erklärt, warum der durchschnittliche Zielpreis der Analysten bei 27,13 USD liegt.

Die meisten haben Infinera gar nicht erst auf dem Zettel, weil die Marktkapitalisierung von 2,65 Milliarden USD nun einfach nicht besonders beeindruckend ist. Aber lass dich davon nicht abschrecken. Infinera nimmt gerade Dampf auf, wie das hervorragende Q2 beweist. Die Konzentration auf Cloud-basierte Netzwerklösungen sollte den Erfolg weiter befeuern.

Tamara Walsh (Tesla Motors): Seitdem man 2010 den Sprung an den Aktienmarkt wagte, war Tesla Motors (WKN:A1CX3T) eine der riskantesten Anlagemöglichkeiten. Fool-Investoren wissen aber, dass mit erhöhtem Risiko idealerweise auch eine höhere Auszahlung zu erwarten ist. Und das hat sich bei Tesla bewahrheitet. Was einst die am meisten leerverkaufte Aktie im Nasdaq war, hat seit 2010 mehr als 1.000 % zugelegt.

Quelle: Tesla

Das Unternehmen hat in den vergangenen fünf Jahren einige Meilensteine geschafft. So wurde dem Model S schon zweimal in Folge der Titel Motor Trend Car of the Year verliehen, bekam darüber hinaus die höchste Sicherheitsnote von Consumer Reports (ebenfalls zweimal hintereinander). An der Wall Street belohnte man dies, indem man die Aktie von 27 USD im Jahr 2011 auf das heutige Level anhob – auf etwa 250 USD pro Aktie.

Bei einem erwarteten Preis-Einnahme-Verhältnis von 106 sieht die Aktie heute ziemlich teuer aus. Allerdings können Anleger mit langem Investitionshorizont (mindestens 5 Jahre) für ihre Geduld schön belohnt werden. Ende des Jahres werden nämlich die ersten Auslieferungen für das Model X erwartet. Wenn das Modell es schafft, auch nur einen Hauch der Faszination auszulösen, die das Model S auszulösen wusste, dann wird es für die kommenden Quartale sicherlich ein Einnahmegarant werden.

Ein weiterer Beschleuniger für die Aktie: Die 5 Milliarden USD teure Gigafactory, die Tesla Motors mit seinen Partnern in Nevada baut. Die riesige Batteriefabrik macht Tesla zum größten Hersteller von Lithium-Ion der Welt. Das wiederum führt dazu, dass das Unternehmen bis 2020 genügend Batteriezellen herstellt, die über 500.000 Autos Saft geben können. Das wäre ein wichtiger Meilenstein, wenn Tesla ein Massenhersteller werden will. Obwohl es also viele Risiken gibt, verfügt das Unternehmen doch auch über genügend Potenzial – und zwar auf Jahre hinaus.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Infinera, Netflix, Tesla und Disney. Dieser Artikel von Tim Brugger, Tamara Rutter und Jeremy Bowman erschien am 29.9.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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