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Apple verkauft am ersten Wochenende 13 Millionen iPhones. Was ist aber wirklich wichtig?

Quelle: Apple

Montagmorgen konnte Apple (WKN:865985) mitteilen, dass man für das erste Wochenende Rekord-Verkaufszahlen umgesetzt hätte: iPhone 6s und iPhone 6s Plus wanderten 13 Millionen Mal über den Verkaufstresen. Mein Fool-Kollege Daniel Sparks bemerkte bereits, dass diese Ankündigung keine allzu große Überraschung war, da Apple schon im Vorfeld einen Rekord erwartete.

Die Zahl sieht trotzdem beeindruckend aus – und doch scherten sich Anleger nicht sonderlich darum. Wie auch der Rest des Markts, fiel die Apple-Aktie am Montag. Denn obschon die Verkaufszahlen für die Schlagzeilen taugen, sind doch ein paar andere Statistiken wichtiger, um die Performance des Unternehmens zu beurteilen.

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Was die Pessimisten sagen

Die starken Verkaufszahlen des ersten Wochenendes beeindruckten die Bären nicht, weil sie nichts darüber aussagen, wie die Nachfrage in Zukunft aussehen wird.

Zuerst einmal bedeutet die Einführung eines neues iPhone-Modells immer einmal eine starke anfängliche Nachfrage. Zweitens muss Apple gleich am Anfang Millionen von Einheiten an die Netzbetreiber verkaufen, damit diese ihre Lager aufstocken können. Drittens war im Jahr 2014 das iPhone am ersten Wochenende nicht in China – dem zweitgrößten Markt – erhältlich. Dieses Jahr allerdings war das Reich der Mitte gleich mit am Start.

Deswegen sagen die Zahlen des diesjährigen Wochenendes mehr über das Angebot als die Nachfrage aus. Im letzten Jahr hat Apple anfangs 10 Millionen Einheiten absetzen können.. Aber da man im folgenden Quartal fast 75 Millionen iPhones verkauft hat, hätte Apple bei ausreichendem Angebot auch 20 Millionen Geräte verkaufen können.

Damit bedeutet ein Anstieg von 30 % Verkäufen nicht auch einem Plus von 30 % in der Nachfrage. Dass das iPhone dieses Jahr auch in China erhältlich war, dürfte wohl zu dem Anstieg geführt haben. Es dürfte so kommen, dass letzten Endes die Nachfrage für das s-Modell geringer sein wird als für das iPhone 6.

So konnte der Forbes-Reporter Ewan Spence feststellen, dass die Aktivierungen für das iPhone 6s gegenüber dem Vorjahr bei 40 % weniger lagen. Er nutzte dazu Daten von Fiksu. (Allerdings stellte Spence auch fest, dass die Aktivierungen des Plus-Modells bei dem seines Vorgängers lagen.) Aber das könnte ein Fehler in der Datenanalyse sein, da Fiksu die Nutzung jedes Modells als einen Prozentteil aller existierender iPhones angibt.

Die Nutzerbasis des iPhones hat im vergangenen Jahr beträchtlich zugelegt, da das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus große Erfolge feiern konnten. Zudem gibt Fiksu nur Zahlen zu Europa und den USA an, China als diesjähriger Markt wird wohl nicht mit erfasst worden sein. Sieht man sich also alle diese Faktoren an, dann kommt man zu dem Schluss, dass die Nachfrage nach den neuen Modellen wohl unter dem Modell des letzten Jahres liegen dürfte, allerdings nicht unbedingt viel darunter.

Die wirklich wichtigen Zahlen

Wenn die starken Verkaufszahlen vom Start nicht die düstere Wolke, die neuerdings über der Aktie hängt, vertreiben kann, was dann?

Zuerst einmal muss Apple mehr Beweise liefern, dass man auch im Geschäftsjahr 2016 Wachstum schaffen kann – und das trotz scharfer Konkurrenz und Vergleiche. Die erste Gelegenheit dazu gibt es nächsten Monat, wenn man die Einnahmen für das September-Quartal vorlegt.

Die meisten Analysten erwarten eine beträchtliche Verlangsamung der 35 % Wachstum im iPhone-Segment, die Apple noch im Juni vorlegen konnte, weil die Nachfrage nach dem 6er-Modell sinkt und der Launch für die S-Modelle spät kam. Wenn Apple im letzten Quartal wenigstens 50 Millionen Exemplare verkauft hat (was einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 27 % bedeuten würde), würde dies zeigen, dass die Nachfrage nach iPhone 6 und iPhone 6 Plus durch den gesamten Zyklus stabil ist, und dass die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China Apple nicht allzu viel anhaben kann.

Wie gut verkauft sich das iPhone 6 nach hinten raus? Quelle: Apple

Das würde sich auch auf die Verkaufserwartungen für das nächste Jahr positiv auswirken. Wenn iPhone 6 und iPhone 6 Plus genug Käufer zum vollen Preis im letzten Quartal gefunden haben, sollten sie zu einer altersbedingten Preisreduktion auch im nächsten Jahr noch genügend Fans finden. Apple könnte also gute iPhone-Verkaufszahlen vorlegen, die sich auch aus den Verkäufen von älteren Modellen speisen – selbst wenn das neue Modell in den Verkäufen nicht die Erwartungen erfüllt.

Zweitens: Apple muss signifikantes Wachstum in Bereichen vorlegen, die nichts mit dem iPhone zu tun haben. Investoren haben Apple die kalte Schulter gezeigt, auch weil die 25 % Umsatzwachstum vor allem deswegen erwirtschaftet wurde, weil mehr als 100 % dieses Wachstums von iPhones kam. (Bereiche außerhalb des iPhone-Kosmos sanken also sogar noch.) Apple verlässt sich viel zu sehr auf ein einziges Produkt.

Im Jahr 2016 könnte Apple diesen Trend allerdings abschwächen oder sogar umkehren, Produkte, die nichts mit dem iPhone zu tun haben, könnten das iPhone-Segment überholen. Darunter besonders: 1) die Feiertage, die für die Apple Watch gut sein dürften, 2) die für 2016 erwartete Apple Watch 2, 3) kürzlich eingeführte Updates zu ipod Touch und Apple TV, die ersten Updates in diesen Linien seit 2012, 4) das neue iPad Pro, das die iPad-Linie beleben dürfte, 5) der Mac gewinnt weiter gegenüber dem PC.

Im nächsten Einnahmebericht werden wir sehen, wie gut sich Apple Watch, iPod und Mac geschlagen haben. Allerdings wird der erste große Test erst mit dem Bericht nach den Feiertagen kommen. Denn dann werden iPad Pro und Apple TV an den Start gegangen sein, und die Apple Watch könnte sich als Weihnachtsgeschenk sehr gut verkaufen.

Generell sind Investoren nicht die geduldigsten Menschen. Allerdings sollte man sich vor Augen führen, dass die wichtigsten Informationen ganz einfach noch nicht vorliegen. Und diese wird es auch erst geben, sobald Apple im nächsten Monat die Aussichten auf das Weihnachtsgeschäft vorlegt.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple. Dieser Artikel von Adam Levine-Weinberg erschien am 29.9.2015 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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