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Ist die starke Marke von Siemens stark genug, um die Aktie zu einem Kauf zu machen?

Foto: Wikipedia Nutzer GeographBot

Niemand wird die Siemens AG  (WKN:723610) als schwaches Unternehmen bezeichnen. Aber sogar die stärksten Unternehmen können schwache Investitionen sein. Ist das so bei Siemens? Ich glaube, das hängt davon ab, welche Art von Investition du suchst. Aber zunächst klären wir…

Was ist Siemens?

Siemens ist die größte Ingenieurgesellschaft in Europa. Gegründet im Jahr 1847, begann das Unternehmen als Bauer von Telegrafie-Empfängern unter dem Namen “Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske.” Das Unternehmen war sofort erfolgreich. Im Jahr 1848 baute es die erste Ferntelegraphenlinie in Europa, die 500 km von Berlin nach Frankfurt am Main verlief, und 1867 begann Siemens mit dem Bau der riesigen indo-europäischen Telegraphenlinie, die London und Kalkutta verbindet.

In den späten 1800er Jahren begann das Unternehmen, Generatoren und andere elektrische Geräte zu produzieren. Im Jahr 1881 sorgte eine Siemens-Lichtmaschine für die weltweit erste elektrische Straßenbeleuchtung in der Stadt Godalming in Großbritannien.

Während des 20. Jahrhunderts drang Siemens in viele Geschäftsbereiche vor, darunter Glühlampen, Radios, Fernseher, Halbleiter, medizinische Geräte und Kernkraft. Heute hat das Unternehmen vier Teile: Industrie, Energie, Gesundheitspflege und Infrastruktur & Städte. Siemens gliederte sein Glühbirnen-Geschäft im Jahr 2011 aus, um die OSRAM Licht AG zu gründen.

Ein breiter Wassergraben

Die wichtigsten Produkte von Siemens sind große technologische Ausrüstungsteile wie Windkraftanlagen, Lokomotiven, Hochspannungstransformatoren und CT-Scanner. Das sind alles wuchtige und komplizierte Geräte. Es braucht eine Menge Geld, Platz, Ausrüstung und Personal, um nur eines dieser Wunderwerke zu produzieren, geschweige denn eine ganze Produktlinie. Das ist also sehr gut für Siemens.

Wenn es hohe Eintrittsbarrieren in einem bestimmten Geschäft gibt, haben die vorhandenen Unternehmen eine Art „Wettbewerbsgraben“ gegenüber neuen Unternehmen. Schließlich wären zum Beispiel allein die Infrastrukturinvestitionen eine große Hürde für ein Startup-Unternehmen, das einen Einstieg in die Herstellung von Hochspannungstransformatoren schaffen will.

Sogar in zugkräftigen Industrien wie Windkraftanlagen sind die wichtigsten Hersteller etwa von Windturbinen Siemens, der dänische Hersteller Vestas und der amerikanische Hersteller GE alle seit mehr als 60 Jahren im Geschäft. Das bedeutet nicht, dass ein Einstieg in das Geschäft nie erfolgreich ist (das chinesische Unternehmen Goldwind, zum Beispiel, wurde 1998 gegründet), aber so etwa ist selten.

Ein Teil dieses Wettbewerbs-Wassergrabens ist die Marke. Siemens hatte mehr als 150 Jahre, um seine Marke zu etablieren und einen guten Ruf aufzubauen. Als Ergebnis genießt die Marke Siemens auf der ganzen Welt hohes Ansehen. Forbes listet Siemens als 46. wertvollste Marke der Welt, mit einem geschätzten Wert von 81,4 Milliarden Euro. Wenn man eine Flotte Lokomotiven kaufen will, würde man sie von der 46. wertvollsten Marke der Welt kaufen? Oder von Uwes Start-up-Unternehmen der Günstigen Ungeprüften Eisenbahnen? Die Antwort ist klar.

Diversifizierung: ein zweischneidiges Schwert

Oft ist Diversifizierung gut für ein Unternehmen. Mehrere Geschäftsbereiche können Risiken reduzieren: Wenn man gute Geschäftsleistung bringt, kann die starke Leistung in einem anderen Teil mögliche Verluste ausgleichen.

Aber Diversifizierung hat auch eine Kehrseite. Wenn mehrere Geschäftsbereiche des Unternehmens schwach sind, können sogar mit einem starken Umsatz oder einer herausragenden Innovationen in einem anderen Geschäftsfeld immer noch eher suboptimale Renditen das Ergebnis sein. Und Siemens ist ein sehr vielfältiges Unternehmen mit Geschäftstätigkeiten in den Bereichen Energie, Gesundheit, Transport und Fertigung, um nur einige zu nennen.

Daher überrascht es mich nicht, dass die Kursentwicklung in den letzten zehn Jahren meistens fast identisch mit der des DAX war:

^GDAXI Chart

^GDAXI data by YCharts

Hinweis: Die DAX-Daten enthalten die Wiederanlage von Dividenden, die SIE-Daten hingegen nicht. Siemens zahlt ebenfalls eine Dividende – derzeit 4,1 % und seit 2011 wenigstens 3 %. Auch ohne die Berücksichtigung der Dividenden ist die Kursentwicklung in der letzten Dekade jedoch nahezu identisch.

Das Foolishe Fazit

Ich glaube, dass Siemens ein solides Unternehmen ist. Natürlich wird das Unternehmen sein Geschäft in nächster Zeit nicht aufgeben, wenn überhaupt jemals. Und es ist sinnvoll, solide Dividenden zahlende Unternehmen in einem Portfolio zu haben. Aber die schiere Größe und Vielfalt des Unternehmens machen es unwahrscheinlich, dass es den Markt mit großem Abstand übertreffen kann.

Wenn ein Investor nach Stabilität für sein Portfolio sucht, um kleinere, risikoreiche Investitionen auszugleichen, ist Siemens eine logische Wahl. Wenn man allerdings ausgezeichnete Renditen erzielen will, sollte man sich anderswo umsehen.

Ist Siemens es wert zu kaufen?

Wenn du in ein Unternehmen wie Siemens investierst, dann solltest du besser die Zahlen verstehen und was sie dir sagen. Im Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" von The Motley Fool hat Analyst Bernd Schmid, 15 der wichtigsten Bilanzkennzahlen identifiziert, die du benötigst um herauszufinden, ob Siemens wirklich gut aufgestellt ist oder ob das Unternehmen dabei ist, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Klick einfach hier, um diesen kostenlosen Bericht zu erhalten.

John Bromels besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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